Archiv der Kategorie: Italienisch

Debatte Erinnerungsforschung

Debatte in der Zeitschrift Romanische Studien zur Positionsbestimmung der Erinnerungsforschung in der Romanistik heute. Wer interessiert ist, an der Debatte aktiv teilzunehmen, wende sich bitte an die Redaktion.

Eröffnung in Heft 5 (2016) mit dem Editorial von Kai Nonnenmacher (Abdruck s.u.) und einer Rezension von Peter Kuon.

Zugesagte Teilnehmer/innen siehe im Begleitblog der Romanischen Studien.

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Tasso-Lektüren

Tasso-Lektüren: Zyklus in zwanzig Teilen für die Rubrik „Lektüren“ der Romanischen Studien, gesammelt von David Nelting und Kai Nonnenmacher

Zum Vorhaben, geplant ab Herbst 2017

Im Gegensatz zur Lectura Dantis gibt es keine ihr vergleichbare Tradition von Tasso-Lektüren, von Ausnahmen wie Franco Tomasis Zyklus aus Interpretationen der zwanzig Gesänge abgesehen, welcher an der Universität Padova veranstaltet wurde:

Il progetto di una “lettura” integrale del testo, avviato nei primi anni novanta, si è rivelato un’interessante sfida sul piano esegetico e metodologico, poiché l’incontro con il singolo canto ha obbligato ogni lettore a misurarsi con l’unità testuale, in un vero e proprio corpo a corpo con un poema che, per la sua genesi e conformazione, appare complesso, ricco di sfumature, stratiforme e sempre capace di svelare nuove ipotesi ermeneutiche, come accade, si direbbe, a tutti i testi classici di ogni letteratura.
Lettura della ‚Gerusalemme liberata‘, hrsg. von Franco Tomasi (Alessandria: Edizioni dell’Orso, 2005).

Analog zur regelmäßigen Rubrik „Balzac-Lektüren“ der Zeitschrift Romanische Studien soll mit dem hier skizzierten Vorhaben von „Tasso-Lektüren“ – einer Sammlung von Lektüren je eines Gesangs der Gerusalemme liberata – nicht der Anspruch erhoben werden, den Stand der Tasso-Forschung für jeden Canto vollständig zu subsumieren oder entscheidend zu erweitern, sondern es können auch pointierte und im besten Sinne ‚subjektive‘ Lektüren aus der Italianistik veröffentlicht werden

Explizit gewünscht sind textnahe Lektüren von Auszügen. Möglich sind bspw. Fokussierungen auf eine Figur oder einen Handlungsstrang des Gesangs, Verweise auf Tassos Gesamtwerk oder zeitgenössische Poetiken, auf intertextuelle oder kulturhistorische Bezüge des ersten Kreuzzugs (1096–99) oder des späten Cinquecento (1575 abgeschlossen, erscheint die Gerusalemme liberata 1581), schließlich auch auf Aspekte der Rezeption, Übersetzung etc.

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Herbst 2017: Eröffnung mit Canto I durch
Albert Russell Ascoli
President, Dante Society of America
Terrill Distinguished Professor, University of California, Berkeley

 

 

Ill.: Paolo Domenico Finoglia, Jérusalem délivrée. Tancrède affronte Clorinde (Palazzo Acquaviva, Conversano), 1640-45

Begriffe der Liebe

„La gloriosa donna de la mia mente“: Dantes Liebesphilosophie und dreimal Beatrice

Vorlesung am 7. Dezember 2016 im Rahmen der Vorlesungsreihe
Begriffe der Liebe
des Zentrums für Klassikstudien  der Universität Regensburg,
Organisation durch Prof. Dr. Rolf Schönberger (Philosophie)

A ciascun’alma presa e gentil core
nel cui cospetto ven lo dir presente,
in ciò che mi rescrivan suo parvente,
salute in lor segnor, cioè Amore.

Già eran quasi che atterzate l’ore
del tempo che onne stella n’è lucente,
quando m’apparve Amor subitamente,
cui essenza membrar mi dà orrore.

Allegro mi sembrava Amor tenendo
meo core in mano, e ne le braccia avea
madonna involta in una drappo dormendo.

Poi la svegliava, e d’esto core ardendo
lei paventosa umilmente pascea:
appresso gir lo ne vedea piangendo.

(Dante Alighieri, Vita Nova, III)

Ill.: Odilon Redon: Dante et Béatrice (1914), Public Domain

 

Dante Alighieri, Paradiso XI

Der Beitrag Kai Nonnenmacher, „Dante AIighieri, Paradiso XI“ ist zur Publikation vorgesehen in der Zeitschrift Wissenschaft und Weisheit: franziskanische Studien zu Theologie, Philosophie und Geschichte.

Heilige – Prediger – Inquisitoren. Dominikaner und Franziskaner in der mittelalterlichen Gesellschaft

Ringvorlesung des Forums Mittelalter der Universität Regensburg in Zusammenarbeit mit dem Themenverbund „Urbane Zentren und europäische Kultur in der Vormoderne“, Sommersemester 2016, Mi, 14-16 Uhr, H 2

Vorlesungen

Prof. Dr. Klaus Unterburger (Historische Theologie)
Dominikus und Franziskus. Ideale, Konflikte, Wirkung zweier unterschiedlicher „Ordensgründer“

Prof. Dr. Jörg Oberste (Mittelalterliche Geschichte)
Werkstatt für Dominikus und Franziskus? Die Reform der Seelsorge an der Universität Paris im 12. Jahrhundert

Prof. Dr. Edith Feistner (Ältere deutsche Literatur)
Laienfrömmigkeitsbewegung und Ordensgründerlegenden in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts: das Beispiel der Vita prima Sancti Francisci des Thomas von Celano und ihrer volkssprachlichen Bearbeitung durch Lamprecht von Regensburg

Dr. Susanne Ehrich (Ältere deutsche Literatur)
Viri spirituales. Dominikaner und Franziskaner in mittelalterlichen Endzeitentwürfen

PD Dr. Kai Nonnenmacher (Romanische Literatur)
Dante AIighieri, Paradiso XI

Prof. Dr. Harald Buchinger (Liturgiewissenschaft)
Bettelordensliturgien im Vergleich

Prof. Dr. Wolfgang Schöller (Kunstgeschichte)
Bettelordensarchitektur im Kontext

Prof. Dr. Rolf Schönberger (Geschichte der Philosophie)
Dominikaner und Franziskaner als Magistri/Albertus Magnus

Prof. Dr. Jörg Oberste (Mittelalterliche Geschichte)
Ketzer und Konsorten. Mittelalterliche Personengruppen im Visier der Inquisition

Prof. Dr. Christian Leitmeir (Musikwissenschaft/University of Oxford/UK)
Verbotene Früchte? Die „Mehrstimmigkeitsfeindlichkeit“ der mittelalterlichen Dominikaner

P. Elias H. Füllenbach 0P (Institut zur Erforschung der Geschichte des Dominikanerordens im deutschen Sprachraum, Köln)
Entwicklung des Dominikanerordens in Deutschland

Dr. Artur Dirmeier (Archiv der Katharinenspitalstiftung)
Bettelorden und städtische Gesellschaft in Regensburg

http://www.forum-mittelalter.de

Zum Thema

2016 feiert der Dominikanerorden weltweit sein 800. Ordensjubiläum, das auch die Stadt Regensburg im Rahmen ihres Jahresthemas „Stadtgestaltung“ in den Blickpunkt rücken will. Eine vom Diözesanmuseum Regensburg und der Dominikanerprovinz Teutonia veranstaltete Ausstellung mit dem Titel „Mehr als Schwarz & Weiß. 800 Jahre Dominikanerorden“ wird unter anderem das Wirken der Dominikaner in Regensburg von 1300 bis heute beleuchten (10.5.-15.8.2016, ehem. Dominikanerkloster St. Blasius). Nicht nur die Dominikaner, auch die in einem Zuge mit den Predigerbrüdern genannten Franziskaner haben die mittelalterliche Gesellschaft, vor allem die aufstrebenden Städte des 13. Jahrhunderts, ganz entscheidend geprägt. Dabei wirkten die neuen Orden und das städtische Umfeld wechselseitig aufeinander ein. Auf die zunehmend ökonomisierten Lebenszusammenhänge antworteten beide Bettelorden mit neuen Formen der Seelsorge, sprachen das städtische Publikum durch ihre Predigten direkt an und schrieben sich topographisch mit ihren mächtigen Kirchenbauten tief in das Stadtbild ein. Aus dem Ideal eines am Evangelium ausgerichteten Lebens, wie es Franziskus von Assisi verkörperte, entwickelten sich neue Heiligkeitstypen, die vor allem die Laienfrömmigkeit veränderten und intensivierten. Andererseits war für die religiöse Identität der Mendikanten aber auch eine deutliche Abgrenzung gegenüber Häretikern und Andersgläubigen kennzeichnend. So sahen die als „Hunde des Herrn“ bezeichneten Dominikaner ihren Ordenszweck dezidiert in der Ketzerbekämpfung und arbeiteten besonders zahlreich im Dienst der päpstlichen Inquisition.

Die Ringvorlesung des Forums Mittelalter möchte das Jubiläumsjahr des Dominikanerordens mit 12 interdisziplinären Vorträgen zu den mittelalterlichen Bettelorden flankieren. Dabei werden Vertreterinnen und Vertreter der mediävistischen Fächer der Universität Regensburg und internationale Gastreferenten ein facettenreiches Bild der Entstehungsbedingungen, der rasanten Ausbreitung und des religiösen, literarischen und kulturellen Wirkens der Dominikaner und Franziskaner in der mittelalterlichen Welt entwerfen. Neben historischen Kernthemen wie der Reform der Seelsorge und der dominikanischen Inquisition werden auch theologische Fragestellungen (Heiligkeitskonzepte und Bettelordensliturgien), kunsthistorische und musikwissenschaftliche Aspekte (Bettelordensarchitektur und Musik im Dominikanerorden), literaturwissenschaftliche Quellen (Ordensgründerlegenden und Visionsliteratur der  Mendikanten) und philosophiegeschichtliche Zusammenhänge (Dominikaner und Franziskaner als magistri) thematisiert.

Ill.: Fra Angelico, Dominikus, Freskenzyklus im Dominikanerkloster San Marco in Florenz, Szene: Verspottung Christi, Detail: Hl. Dominikus, circa 1437-1446

 

Politisches Denken und literarische Form: Boccaccio

Kai Nonnenmacher, „Warum Dante und nicht Boccaccio im Zentrum der politischen Theorie des Mittelalters steht“ in Cordula Reichart, Hrsg., Italienische Texte zur politischen Theorie (Münchner Italienstudien), i.V.

 

Ill: Giovanni Boccaccio, Particolare dell’affresco raffigurante la Chiesa e i Domenicani di Andrea Bonaiuti nel Capitolo di Santa Maria Novella a Firenze (ca. 1365)

Romanistenlexikon

Frank-Rutger Hausmann hat sich bereit erklärt, auf den Seiten der logoRomanischen Studien aus seiner jahrzehntelangen Arbeit über die Fachgeschichte ein Romanistenlexikon zu erstellen, mit schätzungsweise 660 Einträgen. Während es für die Germanistik und die Anglistik vergleichbare Forscherdatensammlungen gibt, ist ein Romanistenlexikon seit Jahren beklagtes Forschungsdesiderat geblieben.

Frank-Rutger Hausmann, der bis zu seiner Entpflichtung Professor für Romanische Philologie an der Universität Freiburg war, hat die Geschichte der Romanistik und der Philologien als Forschungsfeld in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut, mit rechercheintensiven Forschungen in den Archiven und mit viel beachteten Publikationen dazu.

Die Publikation ist parallel geplant als printähnliches digitales Dokument und als Datenbank, die somit nachhaltig konsultiert, aktualisiert und erweitert werden kann. Das Romanistenlexikon wird kostenfrei in Open Access gelesen werden können.

Während Prof. Dr. Frank-Rutger Hausmann für den Inhalt verantwortlich zeichnet, übernimmt Priv.Doz. Dr. Kai Nonnenmacher mit der Redaktion der Romanischen Studien die technische Verantwortung für die digitale Publikation und redaktionelle Vernetzung der Daten, für die Sprachwissenschaften außerdem Dr. Alexander Kalkhoff.

Die Arbeit entsteht zudem in Kooperation mit dem Universitätsarchiv der Universität Augsburg, wo mit Unterstützung des Archivleiters Dr. Werner Lengger in den letzten Jahren sukzessive Vorlässe und Nachlässe deutscher Romanisten in einem Romanistenarchiv ihren Platz gefunden haben.

Ill.: Hugo Friedrich (Public Domain)

500 Jahre Orlando furioso, Herausgabe mit Christian Rivoletti 2016

Ludovico Ariosto: 500° anniversario dell’Orlando furioso
Fascicolo monografico della rivista online «Romanische Studien» – Themenheft der Online-Zeitschrift Romanische Studien
Christian Rivoletti e Kai Nonnenmacher

[Call for papers]

Piano provvisorio del fascicolo / Vorläufiges Programm

Vista la grande affluenza e l’alta qualità delle proposte ricevute, abbiamo deciso di selezionare ben venti contributi che, nell’attuale organizzazione del fascicolo, si inseriranno all’interno di tre grandi sezioni tematiche.

Sull’interpretazione del testo / Zur Interpretation des Textes:

  • Corrado Confalonieri (Harvard University): Sul dorso della profezia dinastica: Rinaldo a Ferrara
  • Kirsten Dickhaut mit Mitarbeiterin (Universität Landau-Koblenz): Magie und Illusionsbildung im Orlando
  • Paul Geyer (Universität Bonn): Wie Ariost Dante parodiert
  • Susanne Goumegou (Universität Tübingen): „Fede“ und „tradimento“ in der Gabrina-Episode (OF XXI)
  • Paola Ugolini (University at Buffalo): Ariosto’s treatment of female chastity, and of the figure of Lucretia in the Furioso
  • Rotraud von Kulessa (Universität Augsburg): Zur Metareflexivität der Querelle des femmes in Ariosts Orlando furioso am Beispiel des Canto 37
  • Roberto Ubbidiente (HU Berlin): Vom „senno“ zum Sinn: Astolfos Mondreise als Inszenierung einer werkimmanenten Sinnstiftung zwischen Ironie, Desillusionierung und Moralismus
  • Marianna Villa (Università di Milano): Essere e apparire nel Furioso

Sulla ricezione europea nella letteratura, nel dibattito critico e nelle arti figurative / Zur europäischen Rezeption in Literatur, Literaturkritik und der Bildenden Kunst

a) Il Cinquecento / Das 16. Jahrhundert

  • Francesco Lucioli (Jean-Francois Malle Fellow, Villa I Tatti): Laura Terracina lettrice ed interprete dell’Orlando furioso
  • Debora Capparelli/David Nelting (Universität Bochum): La quadratura del cerchio – pluralità ariostesca e normatività poetica „con cui Romanzevolmente scriver si richieda“ (Pigna, Giraldi Cinzio)
  • Alice Spinelli (FU Berlin): Epos oder Roman? Gegenteilige Aufhebungsversuche von Ariosts Gattungshybridität in der frühen Übersetzungsgeschichte des Orlando Furioso
  • Kai Nonnenmacher (Universität Regensburg): Liberata und Furioso: Tassos Konfrontation mit Ariost
  • Martyna Urbaniak (Scuola Normale Superiore, Pisa): L’incanto del Furioso: la magia del poema e la sua tradizione iconografica nel Cinquecento
  • Clarisse Évrard (Université de Lille): Donne et cavalieri de l’Orlando Furioso, des êtres de papier aux figures peintes des credenze des Princes du XVIème siècle

b) Dal Seicento al Novecento / Vom 17. bis zum 20. Jahrhundert

  • Mauro Sarnelli (Università di Sassari): Tradizione classica e perturbationes animi nell’Alcina Prigioniera del Chiabrera
  • Christian Rivoletti (Universität Erlangen-Nürnberg): Voltaire und Ariostos Orlando furioso.
  • Monica Preti (musée du Louvre): Arioste selon Doré : entre imagination et mémoire
  • Thomas Petraschka (Universität Regensburg): „Das Buch war so schwer, daß ich es nur kniend lesen konnte, wie es sich gebührt“: Ernst Jünger liest Ariosts Orlando furioso
  • Diego Stefanelli (Università di Pavia): “Percorsi nella Ariostkritik della prima metà del Novecento tra Croce e Wölfflin”
  • Clara Allasia (Università di Torino): “Fabbricare un falso Ariosto […] costruendo false ottave”: l’Orlando Furioso di Edoardo Sanguineti fra travestimento e arte del montaggio.

Ill.: Gustave Doré, Orlando furioso

Workshop Romanistik und Kulturwissenschaft

Workshop: „Romanistik und Kulturwissenschaft – Romanistische Kulturwissenschaft?“ Organisation: Ursula Hennigfeld (Romanistische Literatur– und Kulturwissenschaft)

Programm (pdf)

Was meinen romanistische Literaturwissenschaftler eigentlich, wenn sie von ‚Kulturwissenschaft‘ sprechen? Sprechen sie dann von der ehemaligen Landeskunde oder von dem, was in Frankreich ‚Sciences de la culture‘ oder in der Anglistik ‚Cultural Studies‘ genannt wird? Oder gar von einer spezifisch romanistischen Spielart? Ist die Romanistik eigentlich immer schon kulturwissenschaftlich orientiert gewesen? Vertreter verschiedener Sprach- und Kulturräume, die von Universitäten mit unterschiedlichen Profilschwerpunkten stammen, diskutieren u.a. folgende Aspekte: medienwissenschaftliche Erweiterung; Fachgeschichte; Mediävistik/alte Sprachstufen; Forderung nach einer stärkeren Internationalisierung (= stärkere Ausdifferenzierung und Spezialisierung; deutschsprachige Romanistik als mehrsprachiges Fach (= unmögliche Ausdifferenzierung aufgrund von Stellenkürzungen); Forderung nach Berufsbezogenheit; Sichtbarkeit nach außen (trotz versch. Fachverbände).

Montag, 15.06.2015

09.00 ‐ 11.00 Uhr Einführung für Studierende

11.00 ‐ 13.00 Uhr Grußworte

Jochen Mecke (Regensburg)
Wie spanisch kommt sie uns vor? Perspektiven einer Romanischen Kulturwissenschaft

14.00 ‐ 16.00 Uhr Gesine Müller (Köln)
Die Karibik als privilegierter Ort für Kulturtheorieproduktion. Von der Antillanité zum Tout‐monde

Kirsten Kramer (Bielefeld)
Globalität und Weltliteratur: Kulturwissenschaftliche Perspektiven der Romanistik

16.00 ‐ 18.00 Uhr Podiumsdiskussion: Romanistik und Kulturwissenschaft / Französisch

Dienstag, 16.06.2015

09.00 ‐11.00 Uhr Marco Thomas Bosshard (Flensburg)
Der Nationalsozialismus und die spanischsprachigen
Literaturen

11.00 ‐ 13.00 Uhr Matei Chihaia (Wuppertal)
Kulturbezug und Literarizität von Literatur. Das
Beispiel Purgatorio

Kai Nonnenmacher (Regensburg)
Der europäische Afghanistanroman als Beispielobjekt einer kulturwissenschaftlich informierten Romanistik

14.00 ‐ 16.00 Uhr Diskussion über Aspekte künftiger Fachentwicklung (Internationalisierung, Curricula, Berufsbezogenheit
etc.)

16.00 ‐ 18.00 Uhr Podiumsdiskussion: Romanistik und Kulturwissenschaft / Spanisch

Mittwoch, 17.06.2015

09.00 ‐ 11.00 Uhr Christian Wehr (Würzburg)
Lateinamerikanische Kulturwissenschaft und Filmanalyse: Das postnationale Kino in Argentinien

11.00 ‐ 13.00 Uhr Peter Schneck (Osnabrück)
Triste Tropen: Kulturwissenschaft, Cultural Studies und globalisierte Philologien

Valerie Hortolani (Düsseldorf)
Der Dialog von Malerei und Dichtung im Werk Joan Mirós

14.00 ‐ 16.00 Uhr Wiebke Langer (Düsseldorf)
Romanistik und Musikwissenschaft: Rezeptionsästhetik und Librettoübersetzung am Beispiel von Puccinis Oper Tosca

Abschlussdiskussion

Datum / Uhrzeit: 17.06.15   /  09:00 – 18:00
Veranstalter: Prof. Dr. Ursula Hennigfeld (Romanistische Literatur- und Kulturwissenschaft HHU)
Ort: Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf

Torquato Tasso

Beitrag zu „Tassos Tenebrismo“ im Themenschwerpunkt „Umbriferi prefazi“: Die Wiederentdeckung des Schattens in Mittelalter und Renaissance (i.V. für 2016)

Unter dem Dantes Paradiso entlehnten Titel „Umbriferi prefazi“ (XXX, 78) zeichnete die Tagung (3.–5. Juli 2014, Tagungsbericht) die allmähliche ‚Wiederentdeckung‘ des Schattens seit dem Ende des 12. Jahrhunderts nach. Sie verstand diese als eine aufschlussreiche Neuerung im Denken und Vorstellen europäischer Kulturen, die sich besonders prägnant in der Literatur sowie in den (Bildenden) Künsten fassen lässt. Im interdisziplinären Gespräch wurde der Umgang mit dem Schatten über vier Jahrhunderte in seiner doppelten Signifikanz, nämlich als physikalisches Phänomen und als Metapher, untersucht. Ziel war es, Gemeinsamkeiten, Verbindungen und Entwicklungslinien zwischen den Künsten und den Wissenschaften in der Behandlung des Schattens zwischen dem 12. und dem Ende des 16. Jahrhunderts auszumachen.
Veranstalter: Prof. Dr. Franziska Meier (Göttingen), Dr. Björn Reich (HU Berlin), Christoph Schanze (Gießen)

Vorgesehene Beiträge

hrsg. von Franziska Meier, in Romanische Studien (2016)

  • Mira Mocan (Rom): „Ficta et adumbrata“: Der Schatten zwischen Dichtung und Allegorie in der italienischen Lyrik des Due-Trecento
  • Franziska Meier (Göttingen): Zum Schatten bei Dante
  • Kai Nonnenmacher (Regensburg): Tassos Tenebrismo
  • Sergius Kodera (Wien/St. Pölten): „Umbra“ in der Philosophie Giordano Brunos (1548–1600)
  • Matteo Burioni (München): Abschattungen der Tugend: Anthropologische, erzähltheoretische und bildtheoretische Aspekte des Schattens bei Vasari
  • Maria Ximena Ordónez (Göttingen): Die Schatten Don Quijotes
  • Pia Claudia Doering (Münster): „Dieux! que ne suis-je assise à l’ombre des forêts!“ Licht und Schatten in Jean Racines Tragödie ‚Phèdre‘

Abb.: Jan Saenredam after Cornelis van Haarlem: Plato’s Allegory of the cave (1604)

Geschichte der Romanistik

Rubrikherausgeberschaft

Rubrik Geschichte der Romanistik, in Romanische Studien
gemeinsam herausgegeben mit Prof. Dr. Ursula Bähler, Zürich.
Rubrikdarstellung:

„Die Rubrik Geschichte der Romanistik gliedert sich insbesondere in fachgeschichtliche Untersuchungen zur geschichtlichen Reflexion der Romanischen Philologie (die auch Gegenwart und Zukunftsplanung beinhalten kann), aber ebenso sollen Lektüren historischer Forschung und ihrer ideengeschichtlicher Kontexte bzw. ihrer Würdigung aus Sicht des aktuellen Forschungsstandes erscheinen, gerne auch in Verbindung mit einem Themenschwerpunkt in der Rubrik Sektionen.“

Romanistenlexikon

Auf der Domain der Romanischen Studien entsteht ab dem Jahr 2016 das Romanistenlexikon: Verzeichnis der im deutschen Sprachraum tätig gewesenen oder aus dem deutschen Sprachraum stammenden Romanistinnen und Romanisten von Frank-Rutger Hausmann (Freiburg) unter Mitarbeit von Kai Nonnenmacher und Alexander Kalkhoff (Regensburg) und in enger Kooperation mit dem Augsburger Romanistenarchiv (Werner Lengger). Geplant sind ca. 660 Einträge zu Leben und Arbeit der Forscher/innen.

Eigene Beiträge zur Fachgeschichte:

Artikel (Auswahl)

  • Form und Leben zwischen Positivismus und Idealismus, in: Romanische Studien 1 (2015), S. 171-190,
    http://romanischestudien.de/index.php/rst/article/view/19.
  • »Ernst Robert Curtius: Europäisierung historischer Topik oder französische Zeitgenossenschaft?«. In: »France-Allemagne au XXe siècle – la construction académique d’un couple. Les spécialistes universitaires de l’Allemagne et de la France au XXème siècle«, hrsg. von Michel Grunewald, Hans Jürgen Lüsebrink, Reiner Marcowitz u. Uwe Puschner, Bern, Peter Lang, 2012, http://tinyurl.com/p7xnm2t
  • »Karl Vossler et la littérature française«, in: France – Allemagne, regards et objets croisés. La littérature allemande vue de la France. La littérature française vue de l’Allemagne, hrsg. von Wolfgang Asholt u. Didier Alexandre, Tübingen 2011, http://tinyurl.com/q5bz862
  • Rezension von Alexander Kalkhoff, »Romanische Philologie im 19. und frühen 20. Jahrhundert: Institutionengeschichtliche Perspektiven.« Tübingen: Narr 2010 (Romanica Monacensia; 78), in: Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte, 2011.
  • »Totalitäre Sprachen 1968. Jean Pierre Faye zwischen Stéphane Mallarmé und Carl Schmitt«. In: Isabella von Treskow; Christian von Tschilschke (Hg.): 1968 / 2008. Revision einer kulturellen Formation. Tübingen 2008, S. 115-128. http://tinyurl.com/qzjm6rm

Unveröffentlichte Vorträge (Auswahl)

  • Juni 2015: »›E l’antico fu novo e il novo antico‹: Klassizismus und Moderne bei Gabriele D’Annunzio«, Tagung »Altertumswissenschaften in Deutschland und Italien im 19. und 20. Jahrhundert«, Zentrum für Klassikstudien, Universität Regensburg, 26. Juni, Programm
  • Juni 2015: »Hugo Friedrich und das ›Doppelgesicht‹ Giambattista Marinos«, Gastvortrag bei Prof. Dr. Scholler, Universität Mainz, 11. Juni 2015.
  • Februar 2013: »Die ›Verschiedenheit der Wesensmitte‹: Zur Vergleichbarkeit romanistischer und germanistischer Fachgeschichte«, Vortrag bei der Tagung »Wissenschaftsgeschichte und/oder Fachgeschichte? Aufgaben, Methoden und Desiderate der romanistischen Fachgeschichte« v. Prof. Wolfgang Asholt u.a., Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS), Freiburg vom 13.2. bis 15.2. 2013.
  • September 2011: »Les contextes dissemblables de la poésie pure en France, en Italie et en Allemagne«, colloque du groupe de recherche »Histoire des idées de littérature 1860-1940 (HIDIL)«, Florenz, 20.-22.9.

 

Dante extra muros. Exil als Voraussetzung politischen Denkens der Stadt

Kai Nonnenmacher: „Dante extra muros. Exil als Voraussetzung politischen Denkens der Stadt“, Int. Jahrestagung des Forums Mittelalter Die bewegte Stadt. Migration, soziale Mobilität und Innovation in vormodernen Großstädten, Regensburg, 13.–15.11.2014, http://www.forum-mittelalter.de

Die bewegte Stadt. Migration, soziale Mobilität und Innovation in vormodernen Großstädten
Veranstalter: Forum Mittelalter der Universität Regensburg; in Kooperation mit dem Themenverbund „Urbane Zentren und europäische Kultur in der Vormoderne“

In der aktuellen Forschung spielen die Stichworte der Mobilität und des Innovationspotenzials eine zentrale Rolle bei der Funktionsbestimmung moderner Metropolen. Auf die medialen, technologischen und sozialen Bedingungen der Antike, des Mittelalters und der Frühneuzeit übertragen, ergeben sich in dieser Perspektive neue Anfragen an die vormoderne Urbanität und Metropolität: Soziale Mobilität unterlag in der Vormoderne scharfen rechtlichen und sozialen Regeln. Welche Rolle spielten die urbane Lebensform und das Vorbild der großen urbanen Zentren dabei, diese Regeln umzuformulieren? Mit welchen Methoden lassen sich Migrationsbewegungen und demographischer Wandel in der Vormoderne bestimmen? Wie schlägt sich Migration und soziale Mobilität in der urbanen Topographie nieder?

Programm

Donnerstag, 13. November 2014

 

19.00 Uhr Eröffnung der Jahrestagung
Einführung: Jörg Oberste, Sprecher des Forums Mittelalter und des Themenverbunds „Urbane Zentren“
Grußwort: Christoph Wagner, Vizepräsident der Universität Regensburg

Eröffnungsvortrag: Peter Herz, Alte Geschichte, Universität Regensburg
Zuwanderung und soziale Mobilität im kaiserzeitlichen Ostia

Freitag, 14. November 2014

9.00 Uhr Elena Köstner, Regensburg
Sozialer Aufstieg im spätrepublikanischen Rom am Beispiel der „homines novi“

9.45 Uhr
Johannes Fouquet, Heidelberg
Zum Schmuck der Stadt gebaut – Private Munifizenz und soziale Mobilität im frühkaiserzeitlichen Korinth und Sparta

10.30 – 11.00 Uhr: Kaffeepause

11.00 Uhr
Neville Morley, Bristol/GB
The Decline of Urbanism in the Late Roman West

11.45 Uhr
Maria Selig, Regensburg
Migrationsbewegungen in mittelalterlichen Großstädten (Rom, Paris)

14.00 Uhr Sandro Carocci, Rom/IT
Studying Social Mobility in Late Medieval Italy (13th-14th Centuries)

14.45 Uhr Roman Czaja, Toruń/PL
Die Mobilität der Führungsgruppen in den Ostseestädten (14.-16. Jh.)

16.00 Uhr Dennis Hormuth, Kiel
Immigranten als selbstverständlicher Teil der politischen und gesellschaftlichen Eliten Rigas – Ein Hindernis für sozialen Aufstieg in der Stadt?

16.45 Uhr Christian Jörg, Trier/Saarbrücken
Herausforderungen und Innovationen. Die Hungersnöte des Spätmittelalters und die Einführung städtischer Korngroßspeicher im nordalpinen Reichsgebiet

19.00 Uhr: Führung im document Niedermünster

Samstag, 15. November 2014

9.00 Uhr Christoph Dartmann, Münster
Das Meer beherrschen? Zur Organisation des Genueser Kolonialreichs am Mittelmeer

9.45 Uhr Kai Nonnenmacher, Regensburg
Dante extra muros. Exil als Voraussetzung politischen Denkens der Stadt

10.30 – 11.00 Uhr: Kaffeepause

11.00 Uhr Kerstin Schlögl-Flierl, Regensburg
Die Bußbewegung der Bianchi im Italien des Spätmittelalters: Unterwegs im Auftrag der Geißelung – Mobilität und bußtheologische Innovation

11.45 Uhr Philipp Strobl, Bratislava/SK, Innsbruck/AT
„Going Global“: Amsterdam und London als vormoderne Zentren der Weltwirtschaft im Jahr 1600

12.30 Uhr Richard Nemec, Bern/CH
Tradition, Innovationen oder Rückständigkeit? Medialitätsstrategien der eidgenössischen städtischen Eliten in der Frühen Neuzeit (Berner Rathaus und Münster)

Ill. Domenico Peterlini (attribuito): Dante in esilio, ca. 1860

Ludovico Ariosto: 500 Jahre Orlando furioso

Ludovico Ariosto: 500 Jahre Orlando furioso
Themenschwerpunkt 2016 der Romanischen Studien
hrsg. von Christian Rivoletti und Kai Nonnenmacher

Ludovico Ariosto:
500° anniversario dell’
Orlando furioso

“Tra tutti i poeti della nostra tradizione, quello che sento più vicino e nello stesso tempo più oscuramente affascinante è Ludovico Ariosto, e non mi stanco di rileggerlo. […] egli ci insegna come l’intelligenza viva anche, e soprattutto, di fantasia, d’ironia, d’accuratezza formale, come nessuna di queste doti sia fine a se stessa ma come esse […] possano servire a meglio valutare virtù e vizi umani. Tutte lezioni attuali, necessarie oggi, nell’epoca dei cervelli elettronici e dei voli spaziali.”
Italo Calvino, “Tre correnti del romanzo italiano d’oggi” (1960), Saggi 19451985, a cura di M. Barenghi (Milano, 1995), 75.

Da allora l’Orlando Furioso ha attraversato i secoli suscitando sia in Italia, sia a livello internazionale letture e interpretazioni sempre nuove.

In Germania, dopo aver contribuito alla formazione della lingua poetica del Barocco attraverso la traduzione di Diederich von dem Werder, l’opera di Ariosto ha conosciuto una stagione di straordinaria intensità a partire dalle imitazioni di Christoph Martin Wieland sino alle teorie dei romantici e alla geniale sintesi operata da Hegel nell’Estetica. In questo periodo nasce anche la traduzione in versi di Johann Diederich Gries, capolavoro forse sino ad oggi insuperato. Negli ultimi cinquant’anni una ricca e importante produzione di studi di alta qualità scientifica in lingua tedesca ha mantenuto vivo l’interesse per questo capolavoro.

. Verranno prese in esame proposte relative sia, in particolare, alla riflessione sul poema in ambito germanofono, sia più in generale ai grandi temi e agli aspetti che caratterizzano l’opera.

Ecco alcuni dei temi che potranno essere oggetto dei contributi:

  • la riflessione critica germanofona sull’Orlando furioso;
  • aspetti della ricezione letteraria, figurativa e musicale in Germania e/o in Europa;
  • analisi di singoli episodi, personaggi o motivi;
  • rapporto con i modelli (poesia classica, epica medievale e rinascimentale, Dante, novellistica, ecc.);
  • rapporto tra cristiani e pagani, tema della guerra di religione;
  • la figura femminile nell’Orlando furioso;
  • ruolo e funzioni dell’ironia / del fantastico;
  • analisi di aspetti narratologici del testo;
  • il problema del genere letterario;
  • analisi di aspetti linguistici e/o stilistici;
  • il rapporto tra il testo e il contesto storico-politico;
  • la biografia di Ariosto e il suo rapporto con il testo.

I curatori prenderanno in considerazione eventuali temi (anche al di fuori di quelli indicati) proposti dai singoli autori.

Ludovico Ariosto: 500 Jahre Orlando furioso weiterlesen

Die neuen Kriege im europäischen Gegenwartsroman


Herfried Münkler skizziert bereits in seinem Buch Die neuen Kriege (2002), wie unscharf der Versuch bleiben muss, sie von National-, Welt- oder Kolonialkriegen zu trennen, die Gewalt ist in den neuen Kriegen willkürlich, privatisiert und kommerzialisiert geworden und richtet sich häufig asymmetrisch gegen die Zivilbevölkerung, ähnlich schwierig ist es festzustellen, wann sie überhaupt beendet sind (vgl. BPB). Mit der Verabschiedung der klassischen Staatskriege sind neue Akteure, räumlich-zeitliche Dramaturgien, aber auch neue Narrationen entstanden, und die vorliegende Ausschreibung geht von der These aus, dass die europäische Erzählliteratur der Gegenwart hierauf reagiert und die Kriege als Schauplatz, Medieninszenierung oder beiläufigen Hintergrund, mit einem je wechselnden Verhältnis von ästhetischem und politischem Interesse, ggf. auch nur als traumatisierenden Vorlauf ihrer Figuren nimmt. Nicht unbedingt im Fokus der Ausschreibung stehen Filme oder journalistische Texte zu den neuen Kriegen. In Einzelfällen sind auch transatlantische Erzähltexte (z.B. Kanada, USA) zur Untersuchung möglich, komparatistische Zugänge sind willkommen.

Kriege und Krisengebiete interessieren die Erzähler auch als Gegenstand einer sich auf Recherche stützenden, ihren Realismus betonenden Literatur. Beispiele sind: Ost-Ukraine, Syrien, Nigeria, ‚Islamischer Staat‘, aber auch der Afghanistankrieg, der eine eigene Gattung hervorgebracht hat, den Afghanistanroman – der Terminus ist 2011 in der deutschen Presse zunächst für Kurbjuweits Kriegsbraut in Gebrauch gekommen (J. Encke in F.A.Z., 13.3.2011) und wird seither auch für andere Romane der Thematik benutzt. So betont Jauer, Jonathan Littells Roman über den Holocaust sei in nuce ein Roman über alle Kriege der Gegenwart, wie eben Afghanistan. Die neuen Kriege sind aus romanistischer, germanistischer bzw. komparatistischer Perspektive je in Kontexte nationalpolitischer Debatten zu stellen. Mit dem Afghanistankrieg bspw. beginnt in deutscher Perspektive zwischen 2001 und 2014 eine neue Form außenpolitischen Engagements der Kriegsbeteiligung der Bundeswehr. Insofern ist auch die kontrastive Sicht auf die historischen Unterschiede der Kriege bzw. auf verschiedene nationale Perspektiven bei der Bewertung dieser Kriege hinzuweisen. Exemplarisch für relevante Texte werden Afghanistanromane unten aufgelistet.

Mögliche Aspekte sind etwa:

– (De-)Konstruktion der Spezifizität ‚neuer‘ Kriege;
– Medien- und Gewaltdarstellung;
– Terrorismus und politische Aussagen;
– Männlichkeit und Heroismus;
– Verbindung einer Poetik des Realismus mit Krieg und Krisengebiet;
– Kriegsschauplätze (z.B. Afghanistan) als Exempel von Reiseliteratur und ethnologischer Beobachtung bzw. Naturbilder;
– Migration;
– nationales Erinnern im Vergleich zu je anderen Kriegsromanen;
– Erinnerung und Trauma der Kriegsheimkehrer etc.

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Die sprachliche Formierung der politischen Moderne: Spätmittelalter und Renaissance in Italien

Die sprachliche Formierung der politischen Moderne:
Spätmittelalter und Renaissance in Italien
,
hrsg. von Oliver Hidalgo und Kai Nonnenmacher, Wiesbaden: Springer VS, 2015 (= Politisches Denken und literarische Form; 1), ISBN 978-3-658-08049-5
Verlagsseite | Bibliotheksbestand

Exposé

Das auf vier Bände angelegte interdisziplinäre Projekt „Politisches Denken und
literarische Form“ untersucht den konstitutiven Zusammenhang zwischen politischen Ideen und ihrer sprachlich-literarischen Form. Im Fokus steht der Nexus zwischen politischer Theoriebildung und ästhetisch-poetischen Strukturen sowie politischen und sprachlichen Paradigmenwechseln im Rahmen der modernen europäischen Geistesgeschichte.

Der erste Band folgt einer Kardinalthese der Cambridge School of Intellectual History und verortet die begriffliche Geburt der Moderne in Italien zwischen Spätmittelalter und Renaissance (v. a. bei Dante, Marsilius, Machiavelli, Guicciardini). Nachgezeichnet wird, wie sich bevorzugt im politischen Diskurs der Stadt Florenz ein Vokabular herausbildete, das die Ideen der Autonomie und Gestaltbarkeit des Gemeinwesens gegen die Vorstellungen religiöser Vorsehung etablierte.

Inhalt

Inhaltsverzeichnis pdf

Einleitung: Das politische Vokabular in Italien zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert
Oliver Hidalgo und Kai Nonnenmacher

Teil I Strategien und Textualität politischen Denkens im italienischen Spätmittelalter

Die Entwicklung politischer Theorie im Mittelalter
Jürgen Miethke

Kommentar und Inanspruchnahme: Die Politik des Aristoteles im Werk des Thomas von Aquin
Rolf Schönberger

Politische Begriffe und Ideale in Brunetto Latinis Rhetorik
Johannes Bartuschat

Zum Verhältnis von Poesie, Politik und Metaphysik bei Dante
Thomas Klinkert

Dantes Päpste. Die „Commedia“ und der kirchenkritische Diskurs des späteren Mittelalters
Jörg Oberste

Wandlungen des Theologisch-Politischen und die sprachliche Geburt der Moderne – Dante Alighieri, Marsilius von Padua, Niccolò Machiavelli
Oliver Hidalgo

Teil II Politische Ideen und literarische Formen auf dem Weg zur Moderne

Dialog als Lebensform – Literarische Verständigungsdiskurse bei Petrarca, Bracciolini, Pico della Mirandola und Giannotti
Alexander Thumfart

Machiavellis realistischer Fürstenspiegel – Il Principe als Appell an den Ehrgeiz
Frauke Höntzsch

„Avvertite a non vi ingannare ne’ tempi“. Modellierungen der Zeit in Guicciardinis politischen Schriften
Barbara Kuhn

Kein Ort, nirgends – Aporien frühaufklärerischer Kritik bei Radicati di Passerano
Gisela Schlüter

Von der Diktion zur Debatte. Rhetorik in Quentin Skinners Forschungsprogramm
Kari Palonen

From Unity to Fragmentation. The Metamorphosis of Political Philosophy, History and Memory
Csilla Kiss

Altertumswissenschaften in Deutschland und Italien im 19. und 20. Jahrhundert

Tagung des Zentrums für Klassikstudien, Universität Regensburg

Donnerstag, 25. Juni 2015

17.00-18.00 Begrüßung und Einführung
18.00-19.00 Marcello Barbanera, Rom: Die Neuerfindung der Antike. Die Ruinen Roms als (Vor)Bild des neuen italienischen Königreichs (Reinventare l’antichità. Le rovine di Roma come immagine del Regno d’Italia)

Freitag, 26. Juni 2015

9.30-10.15 Barbara Stiewe, Marburg: Dritter Humanismus
10.15-11.00 Kai Nonnenmacher, Regensburg: “E l’antico fu novo e il novo antico”. Klassizismus und Moderne bei Gabriele D’Annunzio
11.30-12.15 Robert E. Norton, Notre Dame (Il., USA): Platon im George-Kreis: Politik mit anderen Mitteln
12.15-13.00 Ernst A. Schmidt, Tübingen: Konstitutive Denkfiguren der Arbeit Rudolf Borchardts am Traditionsbestand der Antike
14.30-15.15 Lorenzo Cigaina, Triest: Giovanni Battista Brusin e l’archeologia di Aquileia e delle „terre redente“ (1919-1945)
15.15-16.00 Sylvia Diebner, Rom: Ludwig Curtius als Vertreter der Altertumswissenschaft Deutschlands in Italien (1928-1937)
16.30-17.15 Klaus Fabian, Triest: Wie es zu den Ausgaben der griechischen Aristoteleskommentare kam. Einblicke in die unveröffentlichten Briefe von Adolf Torstrik, Girolamo Vitelli und Hermann Diels
17.15-18.00 Marco Galli, Rom: Il rapporto tra archeologia ed etnologia negli ultimi decenni del XIX secolo. Il caso di Alessandro della Seta

Samstag, 27. Juni 2015

9.00-9.45 Dirk Steuernagel, Regensburg: Die Wurzeln des ‘Römertums’ und die Wiedergeburt der Etruskologie
9.45-10.30 Christian Kunze, Regensburg: Suche nach dem Ursprung: Zur Entdeckung und Bewertung der frühgriechischen Kunst im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert
11.00-11.45 Stefan Rebenich, Bern: Wissenschaftliche Kontakte zwischen Deutschland und Italien nach dem Ersten Weltkrieg
11.45-12.30 Christian Jansen, Trier: Krise und Verunsicherung in den deutschen Geisteswissenschaften durch Niederlage, Revolution und moderne Massengesellschaft
12.30-13.00 Abschlussdiskussion/Zusammenfassung

 

Abbildung: Briefmarke Fiume 1920 25c D’Annunzio (Public Domain)

Sektion „Boccaccio und die Frauen“

Boccaccio and Women

We invite proposals for articles about Boccaccio and Women. Comparative and interdisciplinary approaches are welcome.

It is not only about medieval gender studies, but in a broad perspective about debating the role of women in the work of Giovanni Boccaccio:

  •  e.g. the female members of the Brigata and the female characters in the Decameron,
  • the biographies of famous women in De mulieribus claris,
  • women or subjects like Fiammetta/Maria d’Aquino,
  • misogyny/love discourse in Corbaccio,
  • Biancifiore in Filocolo,
  • Emilia in Teseida or
  • Cressida in Filostrato,
  • the nymphs in La caccia di Diana and Ninfale fiesolano,
  • love poetry in the Rime etc.

The texts will be published as a special journal issue of Romanische Studien, a new German reviewed Online-Journal of Romance Studies. Articles may be published in English, German, Italian and any other of the Romance languages.

Abbildung: John William Waterhouse, A Tale from Decameron, 1916, Lady Lever Art Gallery, Liverpool.

Habilitation „Objektive Religion“

Abgeschlossenes Habilitationsverfahren, Dezember 2012

Publikationen aus dem Umfeld

  • »Ici-bas. La modernité de de François Mauriac«. In: Littérature et christianisme. L’esthétique de François Mauriac. Hrsg. von Laurent Déom und Jean-François Durand. Paris: L’Harmattan 2005. S. 199-217.
  • »Religiöse Praktiken und literarische Moderne. Das Beispiel Luigi Pirandellos«. In: Zentrum und Peripherie: Pirandello zwischen Sizilien, Italien und Europa. Hrsg. von M. Rössner und Th. Klinkert, Berlin 2006, S. 115–135.
  • »›Le Christ va redevenir citoyen français.‹ Katholizismus als das Andere der Republik.« In: D. Risterucci-Roudnicky / B. Sändig, Literarische Gegenbilder der Demokratie, Frankfurt am Main 2005.
  • »Philologische Praxis zwischen Moralismus und Ästhetizismus«. In: Ursula Bähler (Hg.): Ethik der Philologie. Beiträge des Frankoromanistentags (Freiburg 2004). Berlin 2006, S. 83–110.
  • »Stahl und Gold. Regulierung der Sinne und Wissenschaftsreligion bei Rimbaud«. In: Thorsten Greiner; Hermann H. Wetzel (Hg.): L’invention de l’inconnu. Science et imagination chez Rimbaud. Würzburg 2007.

Vgl. auch Themenschwerpunkt Houellebecq, La Soumission

Abbildung: Charles Léandre, Karikatur aus Le Rire, „Séparation de l’Eglise et de l’Etat“, 20. Mai 1905. (Public Domain)