Archiv der Kategorie: Französisch

Macht und Herrschaft – Vormoderne Konfigurationen in transkultureller Perspektive

Kai Nonnenmacher: „Auftrag und Kritik: Trobadoreske Politik des Sirventes am Beispiel von Raimbaut de Vaqueiras“

Vortrag bei der internationalen Tagung „Die Macht des Herrschers“ vom Spannungsfeld B („Personalität und Transpersonalität“) des Sonderforschungsbereichs 1167: Macht und Herrschaft – Vormoderne Konfigurationen in transkultureller Perspektive, vom 23.–25. November 2017 an der Universität Bonn.

Tagungsbroschüre (pdf)

Ill.: BnF ms. 854 fol. 75v – Raimbaut de Vaqueiras

La critique littéraire dans la ‚Correspondance littéraire‘

Vortrag in frz. Sprache: „La critique littéraire dans la Correspondance littéraire“, internat. Fachtagung Friedrich Melchior Grimm: pensée, réseaux et génie médiatique du philosophe européen de Ratisbonne, organisiert von Jonas Hock und Kirill Abrosimov, 16.–17. Juni 2017.

[Schwerpunkt Grimm]


Friedrich Melchior Grimm: pensée, réseaux et génie médiatique du philosophe européen de Ratisbonne

Colloque international à l’Université de Ratisbonne

Organisé par Jonas Hock (Ratisbonne) et Kirill Abrosimov (Augsbourg)

financé par : Fakultät SLK et Promotionskolleg der Philosophischen Fakultäten der Universität Regensburg (PUR)

vendredi 16 juin 2017, 15–19h
Luther-Saal im Ev. Bildungswerk, Am Ölberg 2, Regensburg

samedi 17 juin 2017, 9.30–17h
Vortragssaal im Haus der Begegnung, Hinter der Grieb 8, Regensburg

Programme

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Aurélien Bellanger, Le grand Paris (2017)

„La nouvelle capitale du Prince: Aurélien Bellanger, Le grand Paris (2017)“

Vortrag auf der Tagung Polémiquer – Provoquer – Scandaliser von Peter Kuon, Universitäten Salzburg und Bordeaux, Ende Juni 2017.

Abstract

Depuis les présidentielles de 2007 environ, on peut constater l’essor de romans qui mélangent réalité et fiction dans l’imagination des protagonistes politiques : en 2017, par exemple, le succès de Marine Le Pen dans les deux tours des élections. Ce type de politique-fiction donne un récit plus ou moins grotesque, scandalisant, cynique de notre présent ou de notre avenir proche.

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Die Ambivalenz der Menge bei Tocqueville und Lamartine

Peuple, foule, populace

Die Ambivalenz der Menge in Tocquevilles De la démocratie en Amérique und Lamartines Histoire des Girondins

Beitrag zur Sektion „La foule/die Menge“ von Cornelia Wild und Hermann Doetsch beim Dt. Romanistentag (Zürich)

Kai Nonnenmacher, Regensburg

Im Rahmen eines Forschungsvorhabens „Politisches Denken und literarische Form“ soll im hier skizzierten Beitrag eine Doppellektüre unternommen werden von Tocquevilles De la démocratie en Amérique (2 Bde., 1835/40) und Lamartines Histoire des Girondins (8 Bde., 1847). Der Klassiker politischen Denkens von Tocqueville (1805–59) überträgt Beobachtungen aus einem einjährigen Amerikaaufenthalt auf die Demokratie in der Alten Welt. Das Gesicht des einzelnen Bürgers verliert sich für ihn in der Menge einer Gesellschaft der Gleichen: „À mesure que les conditions s’égalisent chez un peuple, les individus paraissent plus petits et la société semble plus grande, ou plutôt chaque citoyen, devenu semblable à tous les autres, se perd dans la foule, et l’on n’aperçoit plus que la vaste et magnifique image du peuple lui-même.“

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Debatte Erinnerungsforschung

Debatte in der Zeitschrift Romanische Studien zur Positionsbestimmung der Erinnerungsforschung in der Romanistik heute. Wer interessiert ist, an der Debatte aktiv teilzunehmen, wende sich bitte an die Redaktion.

Eröffnung in Heft 5 (2016) mit dem Editorial von Kai Nonnenmacher (Abdruck s.u.) und einer Rezension von Peter Kuon.

Zugesagte Teilnehmer/innen siehe im Begleitblog der Romanischen Studien.

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Sektion „Republik und Romantik“ zu Germaine de Staël

Call for Papers / Artikelausschreibung

Republik und Romantik: zur Aktualität von Germaine de Staëls De la littérature

Zum 200. Todestag von Germaine de Staël im Jahr 2017 laden Olaf Müller (Mainz) und Kai Nonnenmacher (Regensburg) zu einer Sektion in den Romanischen Studien (mit ca. sechs Aufsätzen) über De la littérature considérée dans ses rapports avec les institutions sociales (1800) ein. Mme de Staël gilt als Vorläuferin der Literatursoziologie und der vergleichenden Literaturwissenschaft. Dennoch ist seit frühen Übersetzungen im 19. Jahrhundert der Text nicht mehr auf Deutsch verfügbar, im Gegensatz etwa zu den zahlreichen Ausgaben von De l’Allemagne.

. Angenommene Beiträge sind dann bis 31.3.2017 einzureichen. Beitragssprachen können Deutsch, Französisch, in begründeten Fällen auch Englisch oder eine andere romanische Sprache sein.

Mögliche Aspekte sind etwa:

  • Entstehungsgeschichte, Werkkontext Mme de Staël, Wirkungsgeschichte;
  • Ideengeschichte zwischen 18. Jahrhundert und Romantik (z.B. perfectibilité, gloire, Klimatheorie);
  • literaturästhetische und literatursoziologische Perspektiven;
  • De la littérature als politischer Entwurf / Napoleon als impliziter Adressat;
  • komparatistische Einordnung der jeweiligen Nationalliteratur-Darstellungen (v.a. Griechenland, Rom, England, Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland);
  • Genderaspekte (Rolle der Frau in De la littérature, Mme de Staëls Schreib- und Publikationsstrategien, weibliche Autorschaft als Skandalon in der Rezeption von De la littérature), in diesem Zusammenhang auch
  • Gattungsbetrachtungen (Bedeutung der Gattungen in De la littérature, welche Gattungen stehen Frauen um 1800 zur Verfügung).

Zur Einreichung registrieren sich die Beiträger/innen dann bitte auf der Website der Zeitschrift als Autor/in und laden den Aufsatz online incl. Verschlagwortung und Abstract hoch. Die Höchstlänge von 30.000 Zeichen bitte nicht weit überschreiten. Formales und Zitierweise werden online unter Über uns > Beitragseinreichung erläutert.

 


Je me suis proposé d’examiner quelle est l’influence de la religion, des mœurs et des lois sur la littérature, et quelle est l’influence de la littérature sur la religion, les mœurs et les lois. Il existe, dans la langue française, sur l’art d’écrire et sur les principes du goût, des traités qui ne laissent rien à désirer; mais il me semble que l’on n’a pas suffisamment analysé les causes morales et politiques, qui modifient l’esprit de la littérature. Il me semble que l’on n’a pas encore considéré comment les facultés humaines se sont graduellement développées par les ouvrages illustres en tout genre, qui ont été composés depuis Homère jusqu’à nos jours.
(Mme de Staël, De la littérature, Discours préliminaire)

De la littérature, das im April 1800 erschien, war nicht nur eine deutlich gegen Napoleons (Kultur-)Politik gerichtete Kampfschrift, sondern vor allem ein großer literaturtheoretischer Wurf:

Nach zwei unsteten, in Paris, Coppet und auf Reisen verbrachten Jahren, publizierte sie im April 1800 die bedeutende Abhandlung De la littérature considérée dans ses rapports avec les institutions sociales (= Von der Betrachtung der Literatur im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Institutionen). Hierin formuliert sie als eine der Ersten die Theorie, dass literarische Werke durch das konkrete Umfeld, in dem sie entstehen, geprägt sind, worunter sie sinnfälligerweise vor allem die jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse verstand, allerdings auch die klimatischen und geographischen sowie sonstige äußere Bedingungen. In diesem Sinne rief sie die quasi zwischen Nord und Süd platzierten französischen Literaten auf, sich nicht mehr nur an der heidnischen mediterranen Kultur der Antike zu inspirieren, sondern auch an der christlich-germanisch geprägten Kultur des mittelalterlichen Mittel- und Nordeuropas. Hiermit wies sie der beginnenden Romantik den Weg. Sie selbst begann, in Konsequenz ihrer Einsichten, Deutsch zu lernen und sich mit der deutschen Kultur zu befassen. (online)

Anne Louise Germaine de Staël-Holstein wurde als Tochter des Bankiers Jacques Necker, des Finanzministers Ludwigs XVI., am 22. April 1766 in Paris geboren und starb am 14. Juli 1817 in Paris. 1786 wurde sie Baronesse de Staël durch Heirat mit dem schwedischen Gesandten in Paris, was es ihr ermöglichte, einen politisch und literarisch einflussreichen Salon zu führen, mit dem sie in der Revolutionszeit wiederholt in Konflikt mit den jeweiligen Regierungen geriet. Sie floh 1792 vor der radikalisierten Revolution auf das elterliche Landgut Coppet bei Genf und ins Exil nach England. Nach einer kurzen Phase der Bewunderung für Bonaparte wandte sie sich bald nach dessen Staatsstreich offen gegen die sich befestigende Diktatur. Nach mehreren Pressekampagnen, die Napoléon gegen Mme de Staëls Schriften (De la littérature, 1800; Delphine, 1802) inszenieren ließ, verbannte er sie 1803 aus Paris und lieferte ihr damit den Anlass für die Deutschlandreise, die die Grundlage bildete für ihr bis heute berühmtestes Werk, De l’Allemagne (1810 fertiggestellt, 1813 zuerst publiziert).

Ill.: Germaine de Staël, Porträt von Vladimir Borovikovsky, 1812, Tretjakow-Galerie, Moskau

 

Correspondance littéraire

Les Correspondances de Friedrich Melchior Grimm

Vortrag in französischer Sprache bei der Tagung
Correspondances et critique littéraire, November 2016

Organisation: F. Meier, B. Diaz, J. Anselmini, Universität Göttingen

[Schwerpunkt Grimm]

Ill.: Grimm et Diderot, gravure de Frédéric Régamey (1877) d’après Carmontelle (1761). Frontispice de l’édition Tourneux de la Correspondance littéraire

Zur politischen Autobiographie

Confessions der Politikerbiographien

Beitrag zur Sektion „Biographies médiatisées – Mediatisierte Lebensgeschichten. Medien, Genres, Formate und die Grenzen zwischen Identität, Biographie und Fiktionalisierung“ (Dr. Maximilian Gröne/ Dr. Florian Henke) am 10. Kongress des Frankoromanistenverbands 28. September bis 1. Oktober 2016, Universität des Saarlandes, Saarbrücken

Als De Gaulles Memoiren in die ehrenwürdige Bibliothèque de la Pléiade aufgenommen wurden, feierte die NZZ: „De Gaulle auf dem Olymp der Literatur“. In diesem Beitrag soll das Sektionsthema der mediatisierten Biographie auf die hybride Textsorte zwischen Autobiographie und politischer Kommunikation der öffentlichen Politikerperson anhand ausgewählter französischer Beispiele diskutiert werden. Während 2016 Sarkozys Autobiographie La France pour la vie erscheint, titelt das Magazin Marianne zur Diagnose der Personalisierung von Politik : „Et moi, et moi et moi… la dictature du moi “je”: Le tout-à-l’égo ne frappe pas que les politiques en course pour l’Elysée, il se généralise à toute la société.“ Innerhalb der Bandbreite autobiographischer Untergattungen versucht die politische Autobiographie wie die journalistische Homestory eine Vermittlung zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, Stilisierung eines Lebens und Narrativierung der eigenen Politisierung einerseits, memoirenartige Einordnung ins Weltgeschehen und strategische Deutungshoheit über politisches Handeln andererseits. Im Gegensatz zu Biographien wie der von Mitterrand durch Michel Winock, der von Pompidou durch Edouard Balladur oder der von Martine Aubry durch Rosalie Lucas und Marion Mourgue ist die Selbstmediatisierung der politischen Autobiographie immer auch ein Ringen des Textes um Deutungsmacht über das eigene Leben, insofern steht die Textsorte interdisziplinär zwischen Politikwissenschaft, Geschichte und Literaturwissenschaft.

Sektion Nummer 4: Biographies médiatisées – Mediatisierte Lebensgeschichten.

Medien, Genres, Formate und die Grenzen zwischen Identität, Biographie und Fiktionalisierung

Sektionsleitung: Dr. Maximilian Gröne (Augsburg) und Dr. Florian Henke (Saarbrücken)

Abstract der Sektion:

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Französische Literatur jenseits des Nationalen

Vorlesung „Französische Literatur jenseits des Nationalen“, Sommer 2016, Universität Regensburg

  • Weltliteratur und Konzepte des Kulturkontakts
    • Europäische Literatur
    • Vergleichende Literaturwissenschaft
    • Internationalisierung/Globalisierung (in) der Literatur
    • Regionalliteratur
    • Migration und Literatur
    • Interkulturalität, Négritude, Kreolisierung, Hybridität
  • Kolonialisierung und Frankophonie
    • Frankophone Literatur des Maghreb
    • Afrika südlich der Sahara: Négritude
    • Antikoloniale Literatur
    • Postkoloniale frankophone Literatur
    • Antillen und Ozeanien
  • Frankophone Literaturen Europas und Nordamerikas
    • Schweiz
    • Belgien
    • Luxemburg
    • Kanada, u.a. Maine, Louisiana

Literatur im Französisch-Unterricht

Vortrag: „Literarische Bildungspolitik in Frankreich und Kompetenzorientierung in Deutschland: kontrastives Plädoyer für eine künftige Literaturdidaktik im Französischunterricht“

Tagung: Literaturwissenschaft – eine Positionsbestimmung in schwierigen Zeiten. Welche Kompetenzen vermittelt die Disziplin eigentlich?

Tagung vom 19. bis 20. Mai 2016, Justus-Liebig-Universität
Hauptgebäude, Ludwigstr. 23, 35390 Giessen, Raum 316
Kontakt: Dr. Sabine Mandler, Tel. 0641-98442146

Organisator/innen:

  • PD Dr. Wolfram Aichinger, Romanisches Seminar der Universität Wien
  • Dr. Christian Grünnagel, Institut für Romanistik (JLU)
  • Dr. Sabine Mandler, Hochschuldidaktische Weiterbildung (JLU)

Ill.: Panthéon, Paris

Belle Époque – Religion um 1900

„Sinnkrisen und Kunst um 1900: Von der Wissenschaftsgläubigkeit der Moderne zurück zur Religion – Goncourt, Huysmans, Gourmont, Cendrars“

Vortrag am 30. Juni im Rahmen der Ringvorlesung Die schöne Zeit: Frankreichs Belle Époque (Robert Fajen/Ralph Ludwig), Inst. für Romanistik der Univ. Halle a.d. Saale, begleitend zur Ausstellung:

Magie des Augenblicks: Meisterwerke aus der Sammlung Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler

http://magiedesaugenblicks.com
12. März bis 11. September 2016
Kunstmuseum Moritzburg in Halle

Erstmals wird in Mitteldeutschland die berühmte Sammlung der Villa Flora in Winterthur zu sehen sein, die u. a. Gemälde und Plastiken von Pierre Bonnard, Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Aristide Maillol, Henri Matisse, Odilon Redon, Auguste Rodin, Félix-Edouard Vallotton und Édouard Vuillard umfasst (also v. a. Nabis-Kunst).

In den Jahren um 1900 legte das Schweizer Ehepaar Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler den Grundstock für diese exquisite Kollektion von damals moderner, vorwiegend französischer Kunst, die wie kaum eine andere private Sammlung den Geist und Geschmack der Zeit vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges spiegelt.

Ill.: Paul Cézanne: Stillleben mit Schädel, Public Domain

Frz. Revolution und Klassizismus

Vortrag: „Il ne s’agissait plus d’opinions, mais de théâtre“: zur Malerei des politischen Klassizismus in Pierre Michon, Les Onze (2009)

Universität Bielefeld, Forschungskolloquium Literaturwissenschaft, 14. Juni 2016.

Politischer Klassizismus

Text zur Vortragsreihe von Dr. Jan Andres/Dr. Matthias Buschmeier

In seinem Aufsatz Racine et Shakespeare von 1823 konfrontierte Stendhal das Romantische und das Klassizistische als Formen eines jeweils unterschiedlichen Gegenwartsbezuges:

„Le romanticisme est l’art de présenter aux peuples les oeuvres littéraires qui, dans l’état actuel de leurs habitudes et de leurs croyances, sont susceptibles de leur donner le plus de plaisir possible.
Le classicisme, au contraire, leur présente la littérature qui donnait le plus grand plaisir à leurs arrierè-grands-péres.“

Der Klassizismus ist eine überholte, an den Bedürfnissen der Gegenwart vorbeigehende Kunstform, die keine Ansprüche an die Wirklichkeit macht und machen darf. Ein solches negatives, nicht-normatives Verständnis von Klassizismus gehört zu seiner weitreichenden Rezeptionsgeschichte, sei es im Vorwurf eines sterilen Gipsklassizismus, sei es in der Zurückweisung durch die explizit politischen Autoren des Vormärzes. Allenfalls repräsentiere der Klassizismus den absolutistischen und damit aus Sicht vieler Autoren des 19. Jahrhunderts politisch reaktionären feudalistischen Staat. Er sei ästhetisch verfehlt, weil er politisch verfehlt ist. Dabei wird dann ausgeblendet, dass die kohärenzstiftende Funktion des absoluten Monarchismus im 17. Jahrhundert zunächst ein Produkt rationaler Herrschaftslegitimation war und die normativen Vorgaben von politisch-sozialer Einheit ihren Widerhall in einer klassizistischen Ästhetik fand, die, gegen Stendhal gesprochen, keineswegs nur eine Angelegenheit der Alten war. Vergessen wird auch, dass in der Querelle die Modernen ebenfalls in Verteidigung des Absolutismus argumentierten, namentlich durch Charles Perrault.

Der Klassizismus war und ist umstritten, ästhetisch wie politisch. Gibt es aber überhaupt politische Programme des einen Klassizismus oder ist jeweils nach unterschiedlichen Klassizismen zu differenzieren? Wie immer man diese Fragen beantworten möchte, bleibt die Herausforderung aufzuzeigen, wie sich die Konzepte beschreiben ließen und welche ästhetischen Konsequenzen sich daraus ergeben.

Im Zentrum der Diskussion um einen politischen Klassizismus scheint die Frage nach seiner Repräsentationsfunktion zu stehen. Dass die klassizistische Formensprache im 20. Jahrhundert anfällig für die Inanspruchnahme durch politisch totalitäre Systeme war, dürfte unbestritten sein. Zugleich aber wurde sie etwa in der politischen Architektur auch als Repräsentationsform demokratischer Herrschaft genutzt. Warum aber ist dies so? Ist der Klassizismus programmatisch und semantisch „leer“, so dass er sich als Projektionsraum unterschiedlichster Phantasien und Konzepte eignet? Ist es die Unterbestimmtheit des Begriffs oder sind es die historisch diversen Referenzoptionen, die sich für einen Klassizismus anbieten und ihn für politische Inanspruchnahme so attraktiv machen? Gibt es überhaupt so etwas wie den Klassizismus als universelle Formensprache, die in unterschiedlichen Sprachen und Kulturen funktionalisiert werden kann? Oder ist es vielmehr so, dass der Begriff gar nicht unabhängig von den jeweiligen historisch-geographischen und ästhetisch-programmatischen Kontexten gedacht werden kann und daher nur als ein Epochenkonzept figurieren kann?

Die Vortragsreihe lädt Vertreterinnen und Vertreter aus der Altphilologie, der Germanistik, der Anglistik, der Romanistik und der Kunstwissenschaft ein, um über diese (und andere) Fragen anhand jeweils konkreter Materialien nachzudenken.

Ill.: Jacques-Louis David, Le Serment des Horaces (1784), online

Romanistenlexikon

Frank-Rutger Hausmann hat sich bereit erklärt, auf den Seiten der logoRomanischen Studien aus seiner jahrzehntelangen Arbeit über die Fachgeschichte ein Romanistenlexikon zu erstellen, mit schätzungsweise 660 Einträgen. Während es für die Germanistik und die Anglistik vergleichbare Forscherdatensammlungen gibt, ist ein Romanistenlexikon seit Jahren beklagtes Forschungsdesiderat geblieben.

Frank-Rutger Hausmann, der bis zu seiner Entpflichtung Professor für Romanische Philologie an der Universität Freiburg war, hat die Geschichte der Romanistik und der Philologien als Forschungsfeld in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut, mit rechercheintensiven Forschungen in den Archiven und mit viel beachteten Publikationen dazu.

Die Publikation ist parallel geplant als printähnliches digitales Dokument und als Datenbank, die somit nachhaltig konsultiert, aktualisiert und erweitert werden kann. Das Romanistenlexikon wird kostenfrei in Open Access gelesen werden können.

Während Prof. Dr. Frank-Rutger Hausmann für den Inhalt verantwortlich zeichnet, übernimmt Priv.Doz. Dr. Kai Nonnenmacher mit der Redaktion der Romanischen Studien die technische Verantwortung für die digitale Publikation und redaktionelle Vernetzung der Daten, für die Sprachwissenschaften außerdem Dr. Alexander Kalkhoff.

Die Arbeit entsteht zudem in Kooperation mit dem Universitätsarchiv der Universität Augsburg, wo mit Unterstützung des Archivleiters Dr. Werner Lengger in den letzten Jahren sukzessive Vorlässe und Nachlässe deutscher Romanisten in einem Romanistenarchiv ihren Platz gefunden haben.

Ill.: Hugo Friedrich (Public Domain)

Herausgabe: Debattenschwerpunkt W. Marx, La Haine de la littérature

Puvoirs_N° 119Débat sur William Marx, La Haine de la littérature (Paris: Minuit, 2015), dans: Romanische Studien 4 (2016).

Les premières pages | Minuit
William Marx sur son projet au Wissenschaftskolleg Berlin

" target="_blank">Contact pour participer (limite de 20.000 signes, à envoyer jusqu’à la fin de l’année)

Participants confirmés

  • Alexandre Gefen (CNRS/univ. Sorbonne, Paris)
  • Jan Baetens (univ. Leuven),
  • Marie Gil (Collège int. de Philosophie, Paris),
  • Wolfgang Asholt (univ. Osnabrück/HU Berlin)
  • Alexandre Prstojevic (INALCO, Paris)
  • Robert Kopp (univ. Bâle)
  • Guillaume Navaud (CPGE, Paris)

Minuit sur le livre:

Ils l’ont attaquée, conspuée, condamnée, sous tous les prétextes, sous tous les régimes, avec les meilleures ou les pires intentions, pour de mauvaises raisons et parfois même pour de bonnes. Ils ont exilé les poètes, brûlé leurs livres – ou en ont simplement formulé le souhait. Voilà 2500 ans que la littérature est sujette à toutes les critiques et toutes les accusations de la part de philosophes et de théologiens, de prêtres et de pédagogues, de scientifiques et de sociologues, de rois, d’empereurs et même de présidents.
De Platon à Nicolas Sarkozy, ce livre fournit toutes les pièces de ce procès ahurissant, fait le portrait d’une incroyable galerie de grotesques et de ridicules, et retrace à sa manière une autre histoire de la littérature occidentale depuis les origines, pleine de bruit et de fureur, de bêtise, d’hypocrisie et d’ignorance, avec ses querelles et ses combats, ses défaites et ses triomphes, ses stratèges, ses traîtres et ses héros.
Avec la haine de la littérature se révèle la face cachée de l’histoire de la littérature – celle qui lui donne peut-être son sens véritable.

Ill.: Geoffrey Fairchild: It was a pleasure to burn.

Workshop Romanistik und Kulturwissenschaft

Workshop: „Romanistik und Kulturwissenschaft – Romanistische Kulturwissenschaft?“ Organisation: Ursula Hennigfeld (Romanistische Literatur– und Kulturwissenschaft)

Programm (pdf)

Was meinen romanistische Literaturwissenschaftler eigentlich, wenn sie von ‚Kulturwissenschaft‘ sprechen? Sprechen sie dann von der ehemaligen Landeskunde oder von dem, was in Frankreich ‚Sciences de la culture‘ oder in der Anglistik ‚Cultural Studies‘ genannt wird? Oder gar von einer spezifisch romanistischen Spielart? Ist die Romanistik eigentlich immer schon kulturwissenschaftlich orientiert gewesen? Vertreter verschiedener Sprach- und Kulturräume, die von Universitäten mit unterschiedlichen Profilschwerpunkten stammen, diskutieren u.a. folgende Aspekte: medienwissenschaftliche Erweiterung; Fachgeschichte; Mediävistik/alte Sprachstufen; Forderung nach einer stärkeren Internationalisierung (= stärkere Ausdifferenzierung und Spezialisierung; deutschsprachige Romanistik als mehrsprachiges Fach (= unmögliche Ausdifferenzierung aufgrund von Stellenkürzungen); Forderung nach Berufsbezogenheit; Sichtbarkeit nach außen (trotz versch. Fachverbände).

Montag, 15.06.2015

09.00 ‐ 11.00 Uhr Einführung für Studierende

11.00 ‐ 13.00 Uhr Grußworte

Jochen Mecke (Regensburg)
Wie spanisch kommt sie uns vor? Perspektiven einer Romanischen Kulturwissenschaft

14.00 ‐ 16.00 Uhr Gesine Müller (Köln)
Die Karibik als privilegierter Ort für Kulturtheorieproduktion. Von der Antillanité zum Tout‐monde

Kirsten Kramer (Bielefeld)
Globalität und Weltliteratur: Kulturwissenschaftliche Perspektiven der Romanistik

16.00 ‐ 18.00 Uhr Podiumsdiskussion: Romanistik und Kulturwissenschaft / Französisch

Dienstag, 16.06.2015

09.00 ‐11.00 Uhr Marco Thomas Bosshard (Flensburg)
Der Nationalsozialismus und die spanischsprachigen
Literaturen

11.00 ‐ 13.00 Uhr Matei Chihaia (Wuppertal)
Kulturbezug und Literarizität von Literatur. Das
Beispiel Purgatorio

Kai Nonnenmacher (Regensburg)
Der europäische Afghanistanroman als Beispielobjekt einer kulturwissenschaftlich informierten Romanistik

14.00 ‐ 16.00 Uhr Diskussion über Aspekte künftiger Fachentwicklung (Internationalisierung, Curricula, Berufsbezogenheit
etc.)

16.00 ‐ 18.00 Uhr Podiumsdiskussion: Romanistik und Kulturwissenschaft / Spanisch

Mittwoch, 17.06.2015

09.00 ‐ 11.00 Uhr Christian Wehr (Würzburg)
Lateinamerikanische Kulturwissenschaft und Filmanalyse: Das postnationale Kino in Argentinien

11.00 ‐ 13.00 Uhr Peter Schneck (Osnabrück)
Triste Tropen: Kulturwissenschaft, Cultural Studies und globalisierte Philologien

Valerie Hortolani (Düsseldorf)
Der Dialog von Malerei und Dichtung im Werk Joan Mirós

14.00 ‐ 16.00 Uhr Wiebke Langer (Düsseldorf)
Romanistik und Musikwissenschaft: Rezeptionsästhetik und Librettoübersetzung am Beispiel von Puccinis Oper Tosca

Abschlussdiskussion

Datum / Uhrzeit: 17.06.15   /  09:00 – 18:00
Veranstalter: Prof. Dr. Ursula Hennigfeld (Romanistische Literatur- und Kulturwissenschaft HHU)
Ort: Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf

Geschichte der Romanistik

Rubrikherausgeberschaft

Rubrik Geschichte der Romanistik, in Romanische Studien
gemeinsam herausgegeben mit Prof. Dr. Ursula Bähler, Zürich.
Rubrikdarstellung:

„Die Rubrik Geschichte der Romanistik gliedert sich insbesondere in fachgeschichtliche Untersuchungen zur geschichtlichen Reflexion der Romanischen Philologie (die auch Gegenwart und Zukunftsplanung beinhalten kann), aber ebenso sollen Lektüren historischer Forschung und ihrer ideengeschichtlicher Kontexte bzw. ihrer Würdigung aus Sicht des aktuellen Forschungsstandes erscheinen, gerne auch in Verbindung mit einem Themenschwerpunkt in der Rubrik Sektionen.“

Romanistenlexikon

Auf der Domain der Romanischen Studien entsteht ab dem Jahr 2016 das Romanistenlexikon: Verzeichnis der im deutschen Sprachraum tätig gewesenen oder aus dem deutschen Sprachraum stammenden Romanistinnen und Romanisten von Frank-Rutger Hausmann (Freiburg) unter Mitarbeit von Kai Nonnenmacher und Alexander Kalkhoff (Regensburg) und in enger Kooperation mit dem Augsburger Romanistenarchiv (Werner Lengger). Geplant sind ca. 660 Einträge zu Leben und Arbeit der Forscher/innen.

Eigene Beiträge zur Fachgeschichte:

Artikel (Auswahl)

  • Form und Leben zwischen Positivismus und Idealismus, in: Romanische Studien 1 (2015), S. 171-190,
    http://romanischestudien.de/index.php/rst/article/view/19.
  • »Ernst Robert Curtius: Europäisierung historischer Topik oder französische Zeitgenossenschaft?«. In: »France-Allemagne au XXe siècle – la construction académique d’un couple. Les spécialistes universitaires de l’Allemagne et de la France au XXème siècle«, hrsg. von Michel Grunewald, Hans Jürgen Lüsebrink, Reiner Marcowitz u. Uwe Puschner, Bern, Peter Lang, 2012, http://tinyurl.com/p7xnm2t
  • »Karl Vossler et la littérature française«, in: France – Allemagne, regards et objets croisés. La littérature allemande vue de la France. La littérature française vue de l’Allemagne, hrsg. von Wolfgang Asholt u. Didier Alexandre, Tübingen 2011, http://tinyurl.com/q5bz862
  • Rezension von Alexander Kalkhoff, »Romanische Philologie im 19. und frühen 20. Jahrhundert: Institutionengeschichtliche Perspektiven.« Tübingen: Narr 2010 (Romanica Monacensia; 78), in: Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte, 2011.
  • »Totalitäre Sprachen 1968. Jean Pierre Faye zwischen Stéphane Mallarmé und Carl Schmitt«. In: Isabella von Treskow; Christian von Tschilschke (Hg.): 1968 / 2008. Revision einer kulturellen Formation. Tübingen 2008, S. 115-128. http://tinyurl.com/qzjm6rm

Unveröffentlichte Vorträge (Auswahl)

  • Juni 2015: »›E l’antico fu novo e il novo antico‹: Klassizismus und Moderne bei Gabriele D’Annunzio«, Tagung »Altertumswissenschaften in Deutschland und Italien im 19. und 20. Jahrhundert«, Zentrum für Klassikstudien, Universität Regensburg, 26. Juni, Programm
  • Juni 2015: »Hugo Friedrich und das ›Doppelgesicht‹ Giambattista Marinos«, Gastvortrag bei Prof. Dr. Scholler, Universität Mainz, 11. Juni 2015.
  • Februar 2013: »Die ›Verschiedenheit der Wesensmitte‹: Zur Vergleichbarkeit romanistischer und germanistischer Fachgeschichte«, Vortrag bei der Tagung »Wissenschaftsgeschichte und/oder Fachgeschichte? Aufgaben, Methoden und Desiderate der romanistischen Fachgeschichte« v. Prof. Wolfgang Asholt u.a., Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS), Freiburg vom 13.2. bis 15.2. 2013.
  • September 2011: »Les contextes dissemblables de la poésie pure en France, en Italie et en Allemagne«, colloque du groupe de recherche »Histoire des idées de littérature 1860-1940 (HIDIL)«, Florenz, 20.-22.9.

 

Michel Houellebecq: Soumission

Themenschwerpunkt in den Romanischen Studien 3 (Herbst 2015)

  1. Prof. Dr. Wolfgang Asholt (Osnabrück/Humboldt-Univ. Berlin): „Vom Terrorismus zum Wandel durch Annäherung: Houellebecqs Soumission
    Vorarbeiten:
    Wolfgang Asholt: „Die Rückkehr zum Realismus? Ecritures du quotidien bei François Bon und Michel Houellebecq“, in: Der französischsprachige Roman heute: Theorie des Romans – Roman der Theorie in Frankreich und der Frankophonie, hrsg. von Ottmar Ette und Andreas Gelz. Tübingen 2002.
    Wolfgang Asholt, Marc Dambre (Hg.): Un retour des normes romanesques dans la littérature française contemporaine. Paris 2011.
  2. Dr. Agnieszka Komorowska (Univ. Mannheim): „Zur differenten Rezeption von Houellebecqs Roman ‚Soumission‘ in Deutschland und Frankreich“
    Vorarbeiten:
    Herausgabe des Dossiers „Michel Houellebecq: Questions du réalisme d’aujourd’hui.“  S.6-95. In: Lendemains 142/143 (36. Jahrgang 2011) (zusammen mit Jörn Steigerwald).
    Introduction, Michel Houellebecq: Questions du réalisme d’aujourd’hui. In: Lendemains 142/143 (36. Jahrgang 2011), S. 6-17. (zusammen mit Jörn Steigerwald)
    Comment „restaurer les conditions de possibilité de l’amour“? La représentation des émotions dans Les particules élémentaires de Michel Houellebecq. In: Lendemains 142/143 (36. Jahrgang 2011), S. 32-49.
  3. PD Dr. Kai Nonnenmacher: „Soumission als Conversion – Houellebecq und Huysmans. Religion im französischen Gegenwartsroman“
    Vorarbeiten:
    Habilitationsprojekt Objektive Religion

Abb.: Olivier Ortelpa, Paris rally in support of the victims of the 2015 Charlie Hebdo shooting, 11 January 2015, Paris, Place de la Republique.

Friedrich Melchior Grimm

Kai Nonnenmacher: „Der weiße Tyrann aus Regensburg,
Aufklärer und Diplomat: Friedrich Melchior Grimm“, in: Kleine Regensburger Literaturgeschichte, hrsg. v. R. Barbey, Regensburg, Pustet 2014, S. 177-183. http://tinyurl.com/ohahl2h

Kai Nonnenmacher: Betreuung Zulassungsarbeit Fr. C. Reintgen: „Friedrich Melchior Grimm und die deutsch-französische literarische Kommunikation“, Univ. Regensburg, 2014.

Kai Nonnenmacher: Hauptseminar »Literarische Öffentlichkeit zwischen Aufklärung und Romantik«, Univ. Regensburg, Wintersem. 2015/16

Kai Nonnenmacher: VortragGrimm&Diderot „Les ‚Correspondances‘ de Friedrich Melchior Grimm“, Vortrag in französischer Sprache bei der Tagung Correspondances et critique littéraire, Org. F. Meier, B. Diaz, J. Anselmini, Universität Göttingen, November 2016.

Kai Nonnenmacher: Vortrag in frz. Sprache: „La critique littéraire dans la Correspondance littéraire“, internat. Fachtagung Friedrich Melchior Grimm: pensée, réseaux et génie médiatique du philosophe européen de Ratisbonne, organisiert von Jonas Hock und Kirill Abrosimov, 16.–17. Juni 2017.

Jonas Hock: Vortrag „Friedrich Melchior Grimms ‚Correspondance littéraire‘: literarische Öffentlichkeit im Mantel der Diplomatenpost“, Tagung L’art de la civilité épistolaire de Gellert à Günter Grass: la lettre entre espace intime et sphère publique, Tagungsprogramm

Jonas Hock: Rezension von Kirill Abrosimov, Aufklärung jenseits der Öffentlichkeit. Friedrich Melchior Grimms „Correspondance littéraire“ zwischen der République des lettres und den europäischen Fürstenhöfen, Francia, Beiheft 77 (Ostfildern, 2014), in: Romanische Studien 2 (2015).

Jonas Hock und Kirill Abrosimov: Internat. Fachtagung Friedrich Melchior Grimm: pensée, réseaux et génie médiatique du philosophe européen de Ratisbonne, 16.–17. Juni 2017.

“Adolphe” de Benjamin Constant, le début du roman moderne

Kai Nonnenmacher, “Adolphe” de Benjamin Constant, le début du roman moderne, französischsprachiger Vortrag auf der Tagung À quoi bon la littérature? Perspectives historiques et enjeux contemporains, Colloque international organisé par Ursula Bähler et Peter Fröhlicher, avec la collaboration de Cristina Nägeli et de Reto Zöllner, Zürich, Oktober 2014. [Druck in Vorbereitung]

À quoi bon la littérature ?
Perspectives historiques et enjeux contemporains
Congrès international, Zurich, 23-25 octobre 2014

http://www.rose.uzh.ch/aquoibon14

Dans une société de plus en plus dominée par une logique de la rentabilité, de l’utilitarisme immédiat et de la quantification, les études littéraires se voient obligées de justifier leur place. Quels sont donc la valeur, les enjeux et les fonctions de la littérature ?
Le colloque propose de réinscrire le débat actuel dans le temps et d’écouter la voix des auteurs à travers les siècles.

Programme

Jeudi, 23 octobre 2014

14:00-15:45 Ouverture du congrès, Président de séance: Peter Fröhlicher

  • Olivier POT – L’énigme du « Prologue » du Gargantua de Rabelais : un éloge du gai savoir ?
  • Ursula BÄHLER – Une apologie empoisonnée ? La « Lettre-traité sur l’origine des romans » de Pierre-Daniel Huet

16:15-17:45 Président de séance: Olivier Pot

  • Patrick LABARTHE – L’Illusion comique, ou Corneille et le statut socio-moral de l’illusion
  • Karin WESTERWELLE – Entre exposition et camouflage des passions : la « Préface » de Phèdre de Jean Racine

Vendredi, 24 octobre 2014

9:00-10:30 Président de séance: Ursula Bähler

  • Kai NONNENMACHER – Adolphe de Benjamin Constant, le début du roman moderne
  • Reto ZÖLLNER – Honoré de Balzac, La Peau de chagrin. L’écrivain et son miroir concentrique : la littérature entre observation et imagination

11:00-12:30 Présidente de séance: Odile Bombarde

  • Peter FRÖHLICHER – Construire l’ethos de l’engagement. Victor Hugo, Le Dernier Jour d’un condamné, « Préface »
  • Denis BERTRAND – Expérimentation et écriture en tension. Le roman expérimental d’Ėmile Zola

14:00-15:30 Présidente de séance: Christina Vogel

  • Bertrand MARCHAL – Stéphane Mallarmé, « “Crise de vers” de Mallarmé / ou comment commencer ? »
  • Markus MESSLING – André Breton, Manifeste du surréalisme

16:00-17:30 Président de séance: Wolfgang Asholt

  • Rita IMBODEN – Pierre Reverdy : « La fonction poétique »
  • MARKUS LENZ – L’artiste entre liberté et devoir : Le Discours de Suède d’Albert Camus

Samedi, 25 octobre 2014
9:00-10:30 Président de séance: Denis Bertrand

  • Christina VOGEL – Claude Simon, Discours de Stockholm : une visée poïétique
  • Odile BOMBARDE – Entre lucidité et espérance : la poésie selon Yves Bonnefoy

11:00-12:45 Présidente de séance: Karin Westerwelle

  • Wolfgang ASHOLT – « L’écrivain expulsé du paysage » d’Yves Ravey et le roman de l’extrême contemporain
  • Michèle CROGIEZLABARTHE – Jean-Jacques Rousseau et le bonheur de la relecture: Les Rêveries du promeneur solitaire

Ill.: Benjamin Constant

Die neuen Kriege im europäischen Gegenwartsroman


Herfried Münkler skizziert bereits in seinem Buch Die neuen Kriege (2002), wie unscharf der Versuch bleiben muss, sie von National-, Welt- oder Kolonialkriegen zu trennen, die Gewalt ist in den neuen Kriegen willkürlich, privatisiert und kommerzialisiert geworden und richtet sich häufig asymmetrisch gegen die Zivilbevölkerung, ähnlich schwierig ist es festzustellen, wann sie überhaupt beendet sind (vgl. BPB). Mit der Verabschiedung der klassischen Staatskriege sind neue Akteure, räumlich-zeitliche Dramaturgien, aber auch neue Narrationen entstanden, und die vorliegende Ausschreibung geht von der These aus, dass die europäische Erzählliteratur der Gegenwart hierauf reagiert und die Kriege als Schauplatz, Medieninszenierung oder beiläufigen Hintergrund, mit einem je wechselnden Verhältnis von ästhetischem und politischem Interesse, ggf. auch nur als traumatisierenden Vorlauf ihrer Figuren nimmt. Nicht unbedingt im Fokus der Ausschreibung stehen Filme oder journalistische Texte zu den neuen Kriegen. In Einzelfällen sind auch transatlantische Erzähltexte (z.B. Kanada, USA) zur Untersuchung möglich, komparatistische Zugänge sind willkommen.

Kriege und Krisengebiete interessieren die Erzähler auch als Gegenstand einer sich auf Recherche stützenden, ihren Realismus betonenden Literatur. Beispiele sind: Ost-Ukraine, Syrien, Nigeria, ‚Islamischer Staat‘, aber auch der Afghanistankrieg, der eine eigene Gattung hervorgebracht hat, den Afghanistanroman – der Terminus ist 2011 in der deutschen Presse zunächst für Kurbjuweits Kriegsbraut in Gebrauch gekommen (J. Encke in F.A.Z., 13.3.2011) und wird seither auch für andere Romane der Thematik benutzt. So betont Jauer, Jonathan Littells Roman über den Holocaust sei in nuce ein Roman über alle Kriege der Gegenwart, wie eben Afghanistan. Die neuen Kriege sind aus romanistischer, germanistischer bzw. komparatistischer Perspektive je in Kontexte nationalpolitischer Debatten zu stellen. Mit dem Afghanistankrieg bspw. beginnt in deutscher Perspektive zwischen 2001 und 2014 eine neue Form außenpolitischen Engagements der Kriegsbeteiligung der Bundeswehr. Insofern ist auch die kontrastive Sicht auf die historischen Unterschiede der Kriege bzw. auf verschiedene nationale Perspektiven bei der Bewertung dieser Kriege hinzuweisen. Exemplarisch für relevante Texte werden Afghanistanromane unten aufgelistet.

Mögliche Aspekte sind etwa:

– (De-)Konstruktion der Spezifizität ‚neuer‘ Kriege;
– Medien- und Gewaltdarstellung;
– Terrorismus und politische Aussagen;
– Männlichkeit und Heroismus;
– Verbindung einer Poetik des Realismus mit Krieg und Krisengebiet;
– Kriegsschauplätze (z.B. Afghanistan) als Exempel von Reiseliteratur und ethnologischer Beobachtung bzw. Naturbilder;
– Migration;
– nationales Erinnern im Vergleich zu je anderen Kriegsromanen;
– Erinnerung und Trauma der Kriegsheimkehrer etc.

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Neue Rubrik der Romanischen Studien: Balzac-Lektüren

« Lectures de Balzac » : rubrique régulière, dir. par Reto Zöllner et Kai Nonnenmacher, dans la revue Romanische Studien

Renouant avec la sérialité et l’ambition totalisante qui caractérise l’œuvre balzacienne, nous proposerons ici une lecture, fil à fil, roman par roman, de l’énorme réseau de La Comédie humaine. Au grand panorama de cette opus magnum s’il en est, notre but est de répondre par une vue panoptique sur l’ensemble de ses constituants. Les interprétations de spécialistes allemands et français formeront autant de mosaïques – métaphore chère à Balzac – qui (re)composent finalement cette totalité kaléidoscopique. L’idée de ce projet est que les approches s’éclaircissent mutuellement, non par la chronologie des romans balzaciens, mais par leur cohérence structurale et poétique.

Attentives aux marques qui permettent de passer d’un texte à l’autre, les contributions, centrées sur les méthodes du close-reading, se veulent des analyses de textes se fondant sur un roman à choix, sans pour autant négliger l’ouverture de chacun de ces romans. À la fois un seuil et un carrefour à voies multiples, un texte balzacien permet en effet, par sa porosité même, d’avoir accès à un ou plusieurs autres.


Textes prévus pour l’année 2015/16

Illustration: timbre (env. 1940), « POUR LES CHOMEURS INTELLECTUELS »

Habilitation „Objektive Religion“

Abgeschlossenes Habilitationsverfahren, Dezember 2012

Publikationen aus dem Umfeld

  • »Ici-bas. La modernité de de François Mauriac«. In: Littérature et christianisme. L’esthétique de François Mauriac. Hrsg. von Laurent Déom und Jean-François Durand. Paris: L’Harmattan 2005. S. 199-217.
  • »Religiöse Praktiken und literarische Moderne. Das Beispiel Luigi Pirandellos«. In: Zentrum und Peripherie: Pirandello zwischen Sizilien, Italien und Europa. Hrsg. von M. Rössner und Th. Klinkert, Berlin 2006, S. 115–135.
  • »›Le Christ va redevenir citoyen français.‹ Katholizismus als das Andere der Republik.« In: D. Risterucci-Roudnicky / B. Sändig, Literarische Gegenbilder der Demokratie, Frankfurt am Main 2005.
  • »Philologische Praxis zwischen Moralismus und Ästhetizismus«. In: Ursula Bähler (Hg.): Ethik der Philologie. Beiträge des Frankoromanistentags (Freiburg 2004). Berlin 2006, S. 83–110.
  • »Stahl und Gold. Regulierung der Sinne und Wissenschaftsreligion bei Rimbaud«. In: Thorsten Greiner; Hermann H. Wetzel (Hg.): L’invention de l’inconnu. Science et imagination chez Rimbaud. Würzburg 2007.

Vgl. auch Themenschwerpunkt Houellebecq, La Soumission

Abbildung: Charles Léandre, Karikatur aus Le Rire, „Séparation de l’Eglise et de l’Etat“, 20. Mai 1905. (Public Domain)

Dissertation: „Das schwarze Licht der Moderne“

Inhalt

Inhaltsverzeichnis

Homer, Milton, Ossian: Die Ästhetikgeschichte der Blindheit betrifft visuelle Modernität in ihrem Kern. Dies wird für Frankreich und für Deutschland zwischen 1750 und 1850 gezeigt: Das „schwarze Licht“ eines Sehens, das nicht im Gesehenen aufgeht, schafft eine mächtige Gegenerzählung zu triumphalischen Aufklärungsphantasmen und zur verwissenschaftlichten Objektivierung des Blicks. Die Negation des menschlichen Königssinnes gerät immer deutlicher zur Selbstbegründungsstrategie des Ästhetischen.

Das Korpus führt in drei Schritten eine Genealogie ästhetischer Strategien der visuellen Negativität vor: von der sensualistischen Erkenntniskritik des Starstich-Experiments über die idealistische Verschränkung von Nicht-Sein und positiviertem Sein in der Figur des blinden Sängers bis zum transitorisch gebrochenen Blick der Avantgarde.

Diskutiert werden philosophische Modelle von Holbach und Herder bis zum Deutschen Idealismus. Neben zwei umfangreicheren Kapiteln zur Blindheit bei Diderot und bei Jean Paul sind u.a. Blindentexte von Rousseau, Chateaubriand, Hugo, Nerval, Gautier und Baudelaire ausgewählt. Der Blinde gerät ebenso zum Zeichen eines verlorenen metaphysischen Blicks wie zur Projektionsfläche des autonom gewordenen Scheins. Über die Negativität des Sehens wird die säkulare Selbstsakralisierung der Poesie um 1800 schließlich gegen 1900 auf die Photographie als Kunstform übertragen.

Förderung und Preise

  • Entstanden dank der Förderung der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg,
  • der Hermann Lenz-Stiftung und publiziert dank der
  • Druckkostenunterstützung der Kurt Ringger-Stiftung.
  • Preis der Stiftung Kommunikations- und Medienwissenschaften
  • Mai 2010: Verleihung des Hugo Friedrich und Erich Köhler-Forschungspreises für Romanische Literaturwissenschaft (Univ. Freiburg im Breisgau)

Rezensionen

— Maximilian Bergengruen, in: Germanistik, Band 48/Heft 3-4 (2007)
— Elsbeth Dangel-Pelloquin, in: Jahrbuch der Jean Paul-Gesellschaft 42 (2007), S. 167-172.

Abbildung (Creative Commons)