Deutsch-Französischer Club wiederbelebt

Frankreich in Bamberg!

Deutsch-Französischer Club im Jubiläumsjahr der Städtepartnerschaft mit Rodez wiederbelebt

Mehrere Generationen aus Bamberg waren inzwischen schon über den Schüleraustausch in Rodez, im Aveyron am Südwestrand des Zentralmassivs, sie besichtigten die Kathedrale der Bischofsstadt, kosteten vom berühmten Aligot und lernten die Gastgeber dort persönlich kennen. Auch der Deutsch-Französische Club Bamberg e.V. besteht bereits seit 1976 und hat sich über die Jahrzehnte für alle Frankreichbegeisterten der Stadt und für den Städteaustausch mit Rodez engagiert. Nach dem plötzlichen Tod der langjährigen, stets engagierten Vorsitzenden, Monika Fischer, lag der Verein seit 2017 leider im Dornröschenschlaf.

Empfang einer Delegation aus Rodez zum Weltkulturerbelauf 2019

Auf Betreiben von Brigitte Riegelbauer von der Stadt Bamberg, die im Bürgermeisteramt alle Städtepartnerschaften betreut, wurde nun ein neuer Vorstand gewählt, um die Clubaktivitäten wieder aufleben zu lassen. „Die Internationalen Vereine sind ein wichtiger Partner bei der Pflege unserer Städtepartnerschaften“, bekräftigt Frau Riegelbauer. „Daher war es mir ein besonderes Anliegen, die Lücke, die sich durch den plötzlichen Tod von Frau Monika Fischer ergeben hat, wieder zu füllen. Ich bin Frau Fischer unendlich dankbar für ihr langjähriges Engagement für unsere deutsch-französische Freundschaft. Ich hoffe, die Zusammenarbeit mit dem neuen Vorstand vertrauensvoll fortzusetzen, und gratuliere herzlich zur Wahl“.

Am französischen Nationalfeiertag 14. Juli wäre eigentlich die Delegation unserer Partnerstadt in Bamberg gewesen, auch dies musste in Zeiten der Epidemie leider auf 2021 verschoben werden. Zahlreiche Akteure sollten zum Feiern nach Rodez reisen: Brauer, Gärtner, Bäcker, Vertreterinnen und Vertreter der Städtischen Musikschule, Mitglieder der Universität Bamberg, Bürgerinnen und Bürger, Radfahrer und weitere Frankophile hatten sich angemeldet. Anlass wäre das 50. Jubiläum der Städtepartnerschaft seit 1. Mai 1970 gewesen, in den 1960er Jahren durch Ansiedlung eines Bosch-Werkes in Rodez wurden die Kontakte mit Bamberg intensiviert, eine schöne virtuelle Grußbotschaft des Oberbürgermeisters und anderer Engagierter haben die Städte kürzlich ausgetauscht. In diesem besonderen Jahr konnte nun erfreulicherweise am 14. Juli 2020 die Wiederbelebung des Deutsch-Französischen Clubs Bamberg e.V. realisiert werden.

Erster Vorsitzender: Dr. Kai Nonnenmacher

Als Erster Vorsitzender wurde Dr. Kai Nonnenmacher gewählt, der 2018 als Professor für Romanische Kultur- und Literaturwissenschaft an die Universität Bamberg berufen wurde: „Als Romanist ist man ja immer auch Frankophiler, liebt das Land, die Sprache und Geschichte. So biete ich regelmäßig auch Lehrveranstaltungen über die französische Kultur an. Ein wenig davon möchten wir im Vorstand gerne der Gesellschaft zurückgeben, also mit den Vereinsmitgliedern zeitgemäße Angebote machen, um das Verständnis fürs Nachbarland und die Lust auf sein berühmtes Savoir Vivre zu fördern, aber hierbei stehen die Oberfranken den Franzosen sowieso in nichts nach: Beim Bamberger Europatag letztes Jahr waren die Studierenden überrascht und begeistert davon, am Alten Rathaus so viele kenntnisreiche Gespräche mit den Passanten über Rodez und Frankreich zu führen.“

Kassier: Dr. Benno Berschin

Gemeinsam mit dem in den Vorstand gewählten Kassier Dr. Benno Berschin hatte Nonnenmacher im September 2019 eine Exkursion mit künftigen Französischlehrer/innen nach Rodez und in die Occitanie organisiert, ein regelmäßiges Schulpraktikum von Bamberger Studierenden will Berschin für Rodez vorbereiten. Michaela Pöhlau vervollständigt als Zweite Vorsitzende den neuen Vorstand. Sie lebte selbst lange in Frankreich, bevor sie sich in Bamberg niederließ und als Stadtführerin und Chansonsängerin den kulturellen Austausch lebt und aktiv fördert. So engagiert sie sich seit Jahren für den Migranten- und Integrationsbeirat der Stadt Bamberg und unterstützt Frauen verschiedenster Nationalitäten dabei, über das gemeinsame Singen in verschiedensten Sprachen zueinander zu kommen.

2. Vorsitzende: Michaela Pöhlau

Erklärtes Ziel des neuen Vorstands ist, den Verein wieder als festen Bestandteil der Stadt aufzubauen, mit Veranstaltungen und Angeboten für alle Zielgruppen, von Kindern bis zu den älteren, immer noch rege aktiven Gründungsmitgliedern, etwa mit Festen, Vorträgen, Konzerten, einem Stammtisch usw. Der Träger der Bamberger Stadtmedaille Gerhard Reich: „Als einer, der die letzten Jahrzehnte der Städtepartnerschaft zwischen Bamberg und Rodez erlebt und mitgestaltet hat, kann ich dankbar sagen: Aus ihr entwickelten sich teilweise lebenslange Freundschaften. Aber es gilt auch, für jede Generation die deutsch-französische Verständigung lebendig zu erhalten. Darum wünsche ich dem Club, dass er sich mit dem neuen Vorstand auch inhaltlich verjüngen kann, gleichwohl unserer Geschichte mit dem wichtigsten europäischen Partner bewusst bleibt“. Der Verein lädt die Bambergerinnen und Bamberger ein, die sich für Frankreich und die Städtepartnerschaft interessieren, eine Mitgliedschaft über die Homepage des Vereins zu beginnen – und damit die schöne Tradition Frankreichs in Bamberg zu unterstützen.

Bericht im Fränkischen Tag vom 22. August 2020

Vorlesung online: Nationalsozialismus im französischen Gegenwartsroman

Zur Vorlesungsreihe des Frankreichzentrums der FU Berlin „L’Actualité du nazisme“ sind nun die Vorträge online, darunter auch mein Beitrag zum Thema
 
„Habiter des nuages dans le ciel d’Auschwitz“: Nationalsozialismus im französischen Gegenwartsroman“
 
Vielen Dank an das Frankreichzentrum, vor allem die Berliner Kollegen Ulrike Schneider und Uwe Puschner für Einladung, die Video-Aufzeichnung und Bereitstellung online meines Beitrags!

Corona und Romania

Neues kulturwissenschaftliches Seminar/Hauptseminar/Übung aus aktuellem Anlass

Französische Kulturwissenschaft, Italienische Kulturwissenschaft
(nach Rücksprache ggf. auch Spanische Kulturwissenschaft)

Die Universität bleibt zwar vorerst geschlossen, alle bleiben zur Eindämmung der Infektionsrate zuhause, aber wir können weiterhin gemeinsam denken und wissenschaftlich arbeiten: Alle sprechen von Epidemie, Seuche, Ansteckung, vieles davon naturgemäß nur vermittelt durch Medien, und neben Deutschland zählen Teile Frankreichs, Italiens und Spaniens zu den schwer betroffenen Ländern Europas.

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Orlando furioso: neues Beiheft erschienen

Orlando furioso:  Rezeptionsgeschichte und Interpretationsansätze =
Studi sulla ricezione e sull’interpretazione del testo =
Studies on Reception History and on Textual Interpretation

Herausgegeben von Christian Rivoletti und Kai Nonnenmacher

Gedruckt: Romanische Studien: Beihefte 3 (München: Akademische Verlagsgemeinschaft München, 2020).

Open Access: http://romanischestudien.de/index.php/rst/issue/view/ariosto

Beiträge

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Sektion Frankoromanistentag Wien – 1920-2020: französische Avantgarden

1920-2020

Französische Avantgarden und hundert Jahre ‚andere‘ Realitäten

Angela Oster (LMU München)

und

Kai Nonnenmacher (Univ. Bamberg)

Frankoromanistentag

Sektion des Frankoromanistentags Wien (23. bis zum 26. September 2020)

Informationen zum Tagungsrahmen vgl.

Sektionsprogramm

Die ausgewählten Beiträge

Sektionsausschreibung

Die französische Gegenwartsliteratur wird (wieder) hoch beachtet, allerdings unter fundamental veränderten gesellschaftlichen und künstlerischen Bedingungen im Vergleich zur klassischen Avantgarde: als mediale Intervention etwa, als autofiktionale Form von Subjektivität oder als Fiktion aussetzender Tatsachenroman. Doch die von den Avantgarden geforderte ‚andere‘ Realität im Text bleibt auch Gegenstand der französischen Gegenwart. Die Sektion nimmt das übergeordnete Thema des Frankoromanistentags 2020 „Au carrefour d’idées – Entscheidungswege“ zum Anlass, französische Avantgarden, ihre Manifeste, Proteste und Texte neu zu überdenken und die Folgen zu sichten.

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Volk und Geist bei Karl Vossler

Volk und Geist bei Karl Vossler

Vortrag bei der Münchener Tagung über Karl Vossler, organisiert von PD Dr. Angela Oster, LMU München, Januar 2020.

Für den Sprachhistoriker ist nicht nur die tatsächliche politische Struktur des Landes von Bedeutung, sondern fast noch mehr ihr schwankender Widerschein in der Phantasie des Volkes.
(Vossler, Frankreichs Kultur im Spiegel seiner Sprachentwicklung)

Programm

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Nationalsozialismus bei Mathias Énard

„Habiter des nuages dans le ciel d’Auschwitz“: Nationalsozialismus in Mathias Énards Kriegsepos „Zone“ und anderen französischen Gegenwartsromanen

Vortrag bei der Ringvorlesung des Frankreichzentrums der Freien Universität Berlin zum Thema „L’actualité du nazisme: Deutsch-Französische Perspektiven aus Kultur und Wissenschaft

Mi., 13. November, 18.15 Uhr

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Erich Auerbach, Dante als Dichter der irdischen Welt

Workshop über Erich Auerbach, Dante als Dichter der irdischen Welt, Teilnahme als Respondent

Dante – Dichter der irdischen Welt?
Zur Aktualität von Erich Auerbachs Marburger Dante-Schrift, 1929-2019

Samstag, 16. November 2019
Universität Marburg, Institut für Romanische Philologie

1929 erschien unter dem Titel Dante als Dichter der irdischen Welt die Marburger Habilitation des Romanisten Erich Auerbach. Der Studientag fragt nach der Bedeutung dieser Schrift für wissenschaftliche Dante-Lektüren der Gegenwart.

„sì che dal fatto il dir non sia diverso“ (Inf XXXII, 112)

Organisiert von Olaf Müller und Karl Philipp Ellerbrock, Institut für Romanistik der Philipps-Universität Marburg, 16. November 2019

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Céline Minard, Marie Darrieussecq

« Mon lieu sûr c’était déjà une forêt. » Céline Minard, Marie Darrieussecq et la fiction déconnectée

Vortrag bei der Tagung La délocalisation du roman français : nouvelles esthétiques post-exotiques et redéfinition des espaces contemporains

Org. Anne-Sophie Donnarieix & Jochen Mecke

24.–26.10.2019, Univ. Regensburg

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Beiheft 10 erschienen: Cine Arthouse Latinoamericano

Bernhard Chappuzeau, Cine Arthouse Latinoamericano: la articulación local-global en el cine contemporáneo

Romanische Studien: Beihefte 10 (München: Akademische Verlagsgemeinschaft München), 310 Seiten, ISBN 978-3-95477-105-9.

ab sofort online als digitale Open Access Publikation, gedruckt beim Verlag AVM

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Beiheft 9 der Romanischen Studien erschienen: Ästhetiken des Schreckens

hrsg. von Jochen Mecke und Marina Hertrampf, Romanische Studien: Beihefte 9 (München: Akademische Verlagsgemeinschaft München, 2019), 330 Seiten

ab sofort online als digitale Open Access Publikation, gedruckt beim Verlag AVM

 

Mecke, Jochen, und Marina Ortrud Hertrampf. „Vorwort: Ästhetiken des Grauens“,  5–12.

Mecke, Jochen. „Die Literatur des 1. Weltkrieges und die Ethik der Ästhetik“, 13–36.

Mecke, Jochen. „Der Schönheit des Schreckens und der Schrecken der Schönheit“, 37–58.

Godin, Christian. „A propos du Feu d’Henri Barbusse“, 58–68.

Donnarieix, Anne-Sophie. „Entre une esthétique de la déshumanisation et une éthique humaniste : le cas du Grand Troupeau de Jean Giono“, 69–82.

Hertrampf, Marina Ortrud. „Poetische Ästhetik des Krieges? Französische Lyrik des Ersten Weltkriegs (Apollinaire, Cendrars, Claudel, Goll, Jouve)“, 83–114.

Hertrampf, Marina Ortrud. „A la recherche d’une esthétique éthique de la Grande Guerre: les voix poétiques de Pierre-Jean Jouve et Henry-Jacques“, 115–132.

Zwierlein, Anne-Julia. „Obdachlosigkeit eines Gentleman: Impressionismus der Kriegszeit in Ford Madox Fords Tetralogie Parade’s End (1924–28)“, 133–160.

Daiber, Jürgen. „Ernst Jünger: ‚Kriegstagebücher‘ – ‚In Stahlgewittern‘“, 161–188.

Regener, Ursula. „Authentizität als Streitwert: ‚In Stahlgewittern‘ gegen ‚Im Westen nichts Neues‘. Zur Frage nach der Ethik der Ästhetik von Kriegsliteratur“, 189–214.

Schulz, Oliver. „Im Einsatz gegen den Antisemitismus des Gegners und in den eigenen Reihen: die deutschen Feldrabbiner an der Ostfront im Ersten Weltkrieg“, 215–228.

Hanshew, Kenneth. „Literatur der tschechoslowakischen Legionen: Rudolf Medeks ‚Der Oberst Švec‘ und ‚Anabasis‘, Jaroslav Hašeks ‚Švejk‘“,

Koschmal, Walter. „Zwei russische Perspektiven auf den Ersten Weltkrieg: V. Rozanov und  A. Solženicyn“, 249–268.

Hebel, Udo J. „‘Ende der Unschuld’ und ‘separater Frieden’: Ernest Hemingways ‘A Farewell to Arms’ (1929) und die amerikanische Literatur des Ersten Weltkriegs“, 269–288.

Dotzler, Bernhard. „‚Vorlaufen in den Tod‘, sagte Heidegger Über Paths of Glory, Roman und Film‚Vorlaufen in den Tod‘, sagte Heidegger Über Paths of Glory, Roman und Film“, 289–310.

Junkerjürgen, Ralf. „Rompre l’incommunication : le rôle du plurilinguisme dans des deux films sur la Première Guerre mondiale (LA GRANDE ILLUSION ; JOYEUX NOËL)“, 311–324.

Ambivalenz der Menge zwischen Revolution und Romantik

Die Ambivalenz der Menge zwischen Revolution und Romantik

Prof. Dr. Kai Nonnenmacher (Univ. Bamberg)

Skizze zu einem Teilvorhaben zum Antrag für ein DFG-Netzwerk „Dispositiv der Menge“, Antragstellerin Privatdoz. Dr. Cornelia Wild  

Dieser Beitrag ist Teil eines eigenen Forschungsvorhabens zum Thema „Politisches Denken und literarische Form“ als Kooperation mit der Politikwissenschaft, vgl. die gleichnamige Buchreihe (bei Springer), die auf vier Bände angelegt ist. Bei der Zürcher Tagungssektion „La Foule“ von Cornelia Wild und Hermann Doetsch wurden von mir am Beispiel von Tocquevilles Demokratieverständnis und Lamartines Historiographie der Girondisten zwei Formen des Zwiespalts gegenüber der Menge zwischen „peuple, foule, populace“ (Volk, Menge, Pöbel) diskutiert: Die ambivalente Semantisierung der Menge zwischen Idee und Konkretion, zwischen Kontrolle und Eigendynamik in dieser Zeit weist bereits in das leere Zentrum der politischen Moderne, so die Ausgangsthese.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Beschäftigung mit der Menge in der Hochphase der Modernisierung und Urbanisierung indes deutlich stärker erforscht als für die ‚Latenzphase‘ zwischen absolutistischer (Unter-)Ordnung des Volkes, seiner vorübergehenden Subjektwerdung in der Revolution – selbst noch in Robespierres Selbstermächtigung als „défenseur du peuple“ – und der postrevolutionären Situation zwischen Napoleon und der Revolution von 1830, noch vor etwa Baudelaire oder Benjamins Paris. In diesem Teilvorhaben des Netzwerks soll also eine unmittelbare Vorgeschichte der voll entfalteten Menge der Moderne betrachtet werden, von den fragmentarischen Großstadtbeobachtungen der vorrevolutionären Volksszenen in Merciers Tableau de Paris (1781) über das uneinheitliche Verhältnis der katholischen und die liberalen Historiographen zu den französischen Massen bis zur Ambivalenz der Foule in Balzacs gesellschaftspolitischen Poetik der Comédie humaine. Deshalb scheint mir der Kontrast zu Untersuchungen der später angelegten Teilprojekte für die Einordnung eigener Ergebnisse sehr hilfreich.

Ill.: Charles Paul Landon (1761–1826), La vengeance populaire après la prise de la Bastille, vers 1793-1794

Vier Beihefte der Romanischen Studien im Mai und Juni erschienen

Beiheft 5 (2019): Sur les traces de Joseph Bédier, actes du colloque du 22 et 23 mai 2015, dir. par Alain Corbellari et Ursula Bähler.

Résumé : Personnalité phare de la IIIe République, Joseph Bédier (1864-1938) a profondément marqué sa discipline, la philologie romane, mais aussi la vie littéraire et intellectuelle de son temps. Les contributions ici réunies, issues d’une rencontre organisée à la Fondation Singer-Polignac en 2014 pour le 150e anniversaire de sa naissance, explorent les facettes diverses de son rayonnement et de son œuvre scientifique et littéraire.

Zusammenfassung:  Joseph Bédier (1864-1938), eine der wegweisenden Persönlichkeiten der 3. Republik, hat nicht nur die Romanische Philologie, sondern auch das literarische und intellektuelle Leben seiner Zeit maßgeblich mitgeprägt. Die hier versammelten Beiträge gehen aus einem Kolloquium an der Fondation Singer-Polignac hervor, das 2014 aus Anlass des 150. Geburtstags des Gelehrten stattgefunden hat. Sie beleuchten die verschiedenen Facetten seines wissenschaftlichen und literarischen Werkes.

Beim Verlag bestellen: ISBN (Print) 978-3-95477-098-4

Beiheft 6 (2019): Theorien von Autorschaft und Stil in Bewegung: Stilistik und Stilometrie in der Romania, hrsg. von Nanette Rißler-Pipka

Das Beiheft versammelt die Beiträge der gleichnamigen Sektion des Romanistentags 2017 (Zürich) und bringt unterschiedliche neue Ansätze zum Thema Autorschaft und Stil zusammen.

Ausgangspunkt war die Diskussion über die Existenz von individueller Schreibweise und die verschiedenen Möglichkeiten Autorenstil zu beschreiben und zu vermessen. Das Ergebnis zeigt eine große Bandbreite unterschiedlicher Methoden, Verfahren und theoretischer Ansätze, die aus der Literaturwissenschaft heraus in die Bereiche der Kulturtheorie und -wissenschaft (Interkulturalität, Populärkultur, Buchmarkt), Psychologie, Soziologie, Wissenschaftsgeschichte und der Digital Humanities reichen und damit eine Brücke zwischen Stilistik und Stilometrie schlagen. Historisch gesehen reichen die Beispiele vom Mittelalter über die frühe Neuzeit und die Avantgarden bis zur Gegenwartsliteratur und befassen sich mit dem französischen, italienischen und spanischen Sprachraum.

ISBN 978-3-95477-099-1 PRINT COPY

Beiheft 7 (2019): „Création(s) et réception(s) de Patrick Deville„, dir. par Marina Ortrud Hertrampf et Isabelle Bernard Rabadi.

Ce volume d’actes du colloque international de l’Université de Ratisbonne en Allemagne (23–24 février 2017) réunit les études de onze chercheurs et chercheures européens autour de l’œuvre de l’écrivain français Patrick Deville.

Issue d’une réflexion collective sur les grandes déterminations formelles et thématiques de cette écriture contemporaine, les études tentent de dégager les spécificités d’une œuvre romanesque tout en montrant comment de nouvelles définitions du roman se cherchent dans l’élaboration d’un récit qualifié de « minimaliste », travaillé par l’héritage des Nouveaux Romanciers – c’est la première période éditoriale de Deville qui s’étend de 1987 à 2000 –, puis d’un récit génériquement indécidable, formellement maximaliste, à l’intertextualité foisonnante, qui s’appuie sur de nouveaux traitements de l’Histoire et de la géographie dans un grand-œuvre de romans sans fiction mis en chantier il y tout juste vingt-ans et publié à partir de 2004.

Ces contributions critiques sont suivies d’un entretien de Patrick Deville avec les organisatrices du colloque dans lequel l’écrivain se confie en exclusivité sur sa dernière publication en date, le roman Taba Taba (2017).

ISBN 978-3-95477-100-4 PRINT COPY

Beiheft 8 (2019): Parallelgesellschaften: Instrumentalisierungen und Inszenierungen in Politik, Kultur und Literatur, hrsg. von Martin Biersack, Teresa Hiergeist und Benjamin Loy

Im Zuge der funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaften in der Moderne, der Globalisierung und der mit ihr einhergehenden gestiegenen Mobilität, der Digitalisierung und der Singularisierung von Identitäten nimmt die soziale Heterogenität zu und es bilden sich verstärkt ‚Paragesellschaften‘ heraus – Gruppierungen, die sich lokal, institutionell und kulturell von einer diskursiv konstruierten ‚Mehrheitsgesellschaft‘ distanzieren oder unterscheiden. Anhand der Analyse fiktionaler und faktualer Texte lotet der interdisziplinäre Sammelband die kulturellen Funktionen und imaginativen Potenziale solcher ‚Gesellschaften in der Gesellschaft‘ aus und sondiert die Übertrag- und Anwendbarkeit des Konzepts der ‚Parallelgesellschaft‘ auf historische Kontexte seit der Frühen Neuzeit.

Beim Verlag bestellen

Éducation sentimentale: Kluge et Flaubert

Kai Nonnenmacher, „Éducation sentimentale: Kluge et Flaubert“, Vortrag bei der Tagung Univers pluriels d’Alexander Kluge, 14. bis 21. Juni 2019, Centre Culturel International de Cerisy, organisiert von Wolfgang ASHOLT, Jean-Pierre MOREL und Vincent PAUVAL mit der Teilnahme von Alexander KLUGE

Univers pluriels d’Alexander Kluge [2019]

Éducation sentimentale : Kluge et Flaubert

Kai Nonnenmacher (Bamberg)

Parmi les références intertextuelles d’Alexander Kluge, on trouve Proust, Döblin, Joyce, Arno Schmidt — et Gustave Flaubert. Son roman Éducation sentimentale est un exemple explicitement présent dans l’œuvre de Kluge et de sa „politique des sentiments“, pour n’en citer que le film Die Macht der Gefühle (1983) et les deux tomes de sa Chronique des sentiments (2000). Dans une interview, Kluge a opposé la chronique objective à une chronique de subjectivité, cette dernière serait, selon lui, „l’élément le plus durable, le plus matériel“, même si, historiquement parlant, les sentiments s’avèrent être „extrêmement adaptables“. Frédéric Moreau, le protagoniste du roman de Flaubert, se trouve coincé dans une „fausse réalité“, sans être un „héros tragique“, comme disait Auerbach dans Mimesis. Il s’agit de relier les analyses historiques des sentiments de Kluge et de Flaubert.

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Das deutsch-italienische Wissenschaftsgespräch in Europa

“Das deutsch-italienische Wissenschaftsgespräch in Europa: aktuelle Situation, Akquisen und Desiderata, Perspektiven”

Teilnahme am Workshop zum deutsch-italienischen Austausch in den Geistes- und Sozialwissenschaften, ausgehend vom Förderprogramm der DFG mit der Villa Vigoni (Deutsch-Italienische Gespräche in den Geistes- und Sozialwissenschaften)

2.–4. Juli 2019

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Explorer l’Extrême Orient: vom Beginn der französischen Asienfaszination im 18. Jahrhundert

Explorer l’Extrême Orient: vom Beginn der französischen Asienfaszination im 18. Jahrhundert

Französischsprachiger Vortrag bei der Tagung Final Frontiers: Exploring, Discovering, Conquering in the Age of Enlightenment der LAPASEC (Landau-Paris-Studies-in-the-Eighteenth-Century), organisiert von Peter Wagner, Frédéric Ogée und Christoph Houswitschka

27. bis 29. September 2019, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Ill.: François Boucher, Le Jardin chinois, détail, Collection Musée des Beaux-Arts et d’Archéologie de Besançon

Ungleichheiten des Wir: Tristan Garcia und Yannick Haenel

„Ungleichheiten des Wir: Tristan Garcia und Yannick Haenel“, Vortrag beim 36. Romanistentag 2019 in Kassel, Sektion 25: „Soziale Ungleichheit in Literatur und Film (Lateinamerika, Spanien und Frankreich)“, Sektionsleitung: Patrick Eser und Jan-Henrik Witthaus

Abstract zum Vortrag

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Produktion und Rezeption in Diderots Überlegungen zu Nachahmung und Schauspiel

Production et réception dans les réflexions de Diderot sur l’imitation et le comédien

Vortrag von Kai Nonnenmacher bei der Tagung „Lecteur, acte de lecture et temporalités dans les écrits de Diderot“ an der Universität Zürich, organisiert von Thomas Klinkert (Zürich) und Adrien Paschoud (Basel), 21. bis 23. März 2019

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Nachfolge und Vorhölle: Dantes Antike

29.04. Kai Nonnenmacher (Bamberg/Romanistik): „Nachfolge und Vorhölle: Dantes Antike“, Eröffnung der Ringvorlesung „Die Antike des Mittelalters“ des ZEMAS der Univ. Bamberg

„Welch eine Gestalt ist sein Odysseus!“, so schrieb der große Romanist Erich Auerbach über Dante Alighieris Göttliche Komödie, die das Italienische zur Literatursprache führte. Auerbach betont aber auch: Im 26. Höllengesang spricht nicht der Dichter selbst diesen Helden Homers an, vielmehr der aus der Antike stammende Dichter Vergil – als sein Führer auf dieser Jenseitsreise in der Karwoche des Jahres 1300. Solche Ambivalenzen soll die erste Vorlesung des Romanisten Kai Nonnenmacher beleuchten: Der Titel „Nachfolge und Vorhölle: Dantes Antike“ meint in diesem Sinne, dass das Mittelalter einerseits die Autorität und Vorbildlichkeit der Antike anerkennt. Dantes Mittelalter sieht in den römischen und griechischen Philosophen und Künstlern andererseits nur die Vorstufe in einem heilsgeschichtlichen Plan: Beim Aufstieg ins Paradies müssen sie zurückbleiben. Auch die Tugendhaften unter den Heiden teilen sich bei Dante den obersten Höllenkreis mit den ungetauften Kindern. Übrigens beschloss im Jahr 2007 Papst Benedikt, ungetaufte Kleinkinder seien von der ewigen Glückseligkeit nicht mehr im Limbus ausgeschlossen, durch die Liebe Jesu Christi.

Die Antike des Mittelalters

Ringvorlesung des ZeMas im Sommersemester 2019

Plakat

Organisation: Prof. Dr. Christian Schäfer und Prof. Dr. Markus Schauer

Was hielt das Mittelalter von der Antike: Vorbild im Denken? Heidnisches Menetekel? Vorüber oder gegenwärtig? Und welche Methoden, Theorieansätze und Lesarten gibt es, um das herauszufinden? Während des ganzen Semesters wird die Ringvorlesung des ZeMas diese und ähnliche Fragen aus der Warte verschiedener Disziplinen wie der Kunstgeschichte, Romanistik, Theologie, Latinistik, Judaistik, Anglistik, Philosophie und Germanistik zu beantworten suchen: Ausgehend von fachspezifischen Frageansätzen soll dabei jeweils zu einer Beantwortung der übergeordneten Problemstellung gefunden werden: Was wusste man über die verschiedenen Epochen des Mittelalters hinweg von der Antike? Wie nahm man das wahr, was man wusste? Und was spricht daraus für das Verhältnis von Antike und Mittelalter?

Vortragstage

29.04. Kai Nonnenmacher (Bamberg/Romanistik): „Nachfolge und Vorhölle: Dantes Antike“

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Offene Gesellschaft bei Benjamin Constant

Vortrag

„Absorbés dans la jouissance de notre indépendance privée“: die Ambivalenz der offenen Gesellschaft bei Benjamin Constant

Vortrag bei der Tagung Imaginationen des Sozialen: narrative Verhandlungen zwischen Integration und Divergenz (1750–1945)

organisiert von Benjamin Loy, Simona Oberto und Paul Strohmaier, Teil des DFG-Netzwerks zum Thema „Paragesellschaften: parallele und alternative Sozialformationen in den Gegenwartskulturen und -literaturen“

12. bis 14. Dezember 2018, Universität zu Köln

Car, de ce que la liberté moderne diffère de la liberté antique, il s’ensuit qu’elle est aussi menacée d’un danger d’espèce différente.
Le danger de la liberté antique était qu’attentifs uniquement à s’assurer le partage du pouvoir social, les hommes ne fissent trop bon marché des droits et des jouissances individuelles.
Le danger de la liberté moderne, c’est qu’absorbés dans la jouissance de notre indépendance privée, et dans la poursuite de nos intérêts particuliers, nous ne renoncions trop facilement à notre droit de partage dans le pouvoir politique.

Benjamin Constant, De la liberté des anciens comparée à celle des modernes (1819).

 

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Kulturellen Niedergang erzählen: Antrittsvorlesung, 4.12.2018

Kulturellen Niedergang erzählen: Geschichte und Zukunft des französischen Déclinisme von Montesquieu bis Macron

Antrittsvorlesung zur Professur für Romanische Kultur- und Literaturwissenschaft der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

4. Dezember 2018, 18 Uhr, An der Universität 2, Bamberg

Zur Einstimmung drei Zitate:

Chez les intellectuels, l’idée de la chute est en pleine ascension. Le déclinisme est l’idéologie montante. Se présentant comme les martyrs d’une pensée unique introuvable (en général, on désigne par là les idées de la gauche), des penseurs le plus souvent très marqués à droite tiennent le haut du pavé en multipliant les prédictions catastrophiques. Tous ? Non, une petite escouade résiste à ce délitement général.
(Laurent Joffrin, Le déclinisme réfuté, Libération, 10 juin 2015)

Dix ans de déclinisme pour en arriver là. Dix ans de prophéties apocalyptiques, de sombres pronostics sur l’effondrement de la France et de noires prévisions sur l’inévitable dislocation du pays, dix ans d‘ « identité malheureuse » et de « suicide français » , bref, dix ans de zemmourisme triomphant et de buissonnisme ardent pour accoucher du triomphe d’un président jeune, optimiste, et europhile. Quelle claque !
L’élection d’Emmanuel Macron, c’est d’abord la défaite du « C’était mieux avant… », ce refrain pessimiste qui ponctuait le débat public depuis tant d’années. A cette insupportable ritournelle nostalgique, les électeurs ont préféré le « Ce sera mieux demain… » porté par le candidat d’En marche.
(Renaud Dély, Macron président : la défaite du déclinisme, Marianne, 9 mai 2017)

Élu le 7 mai dernier sur son rejet du déclinisme, l’idéologie du président Macron devait mettre l’individu au centre du jeu et prendre en compte les dérives d’un certain libéralisme. Lui était échu cette drôle de tâche : incarner une politique « et de gauche et de droite ». Douze mois plus tard, force est de constater qu’une image commence à lui coller à la peau : celle d’un président dont les mesures profitent bien davantage aux catégories élevées qu’à l’ensemble des Français. « Il n’est pas perçu autant que ne l’était Nicolas Sarkozy comme le „président des riches“ mais presque » […].
Sur la forme, le macronisme se caractérise par la frénésie des réformes. A chaque nouvelle mouture, l’Élysée met en scène la fin de « l’immobilisme. » Logique, pour un pouvoir qui se revendique « en marche ». Mais rien d’inédit selon l’historien Michel Winock qui compare cet activisme présidentiel à celui d’un Pierre Mendès France au milieu du siècle dernier.
(Simon Blin, Macron, un an après: dossier, Le nouveau Magazine littéraire, 7 mai 2018)

Ill.: E. Macron bejubelt ein Tor der französischen Fußball-Nationalmannschaft, Foto: SPUTNIK

Godards Kino der Revolution in Thierry Froger, „Sauve qui peut (la révolution)“

Kai Nonnenmacher, „‚Le cinéma […] est le seul lieu où la mémoire demeure esclave‘: Godards Kino der Revolution in Thierry Froger, Sauve qui peut (la révolution)“

Vortrag bei der Sektion „Vergangenheitsbewältigung in unruhigen Zeiten: Figuren der Französischen Revolution (1793/94–99) im nationalen Gedächtnis Frankreichs“, organisiert von Kirsten von Hagen und Anna Wörsdörfer, Frankoromanistentag 2018, Osnabrück, 27. und 28. September 2018.

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Olivier Guez, La Disparition de Josef Mengele

Mengeles Verschwinden: Olivier Guez an der Schwelle der Zeitzeugenschaft

Kai Nonnenmacher

Artikel online

Kai Nonnenmacher, „Mengeles Verschwinden: Olivier Guez an der Schwelle der Zeitzeugenschaft“, in Engagement und Diversität: Frank-Rutger Hausmann zum 75. Geburtstag, hrsg. von Wolfgang Asholt, Ursula Bähler, Bernhard Hurch, Henning Krauß und Kai Nonnenmacher, Romanische Studien: Beihefte 4 (München: Akademische Verlagsgemeinschaft München, 2018), 520 Seiten, ISBN 978-3-95477-083-0, € 34,80.

Gedruckt lieferbar beim Verlag, digital online im Open Access

Artikel über Olivier Guez, La Disparition de Josef Mengele: roman (Paris: Grasset, 2017) [zit. als JM]; dt. Das Verschwinden des Josef Mengele, übers. Nicola Denis (Berlin: Aufbau, 2018).

Abstract

Olivier Guez, Das Verschwinden des Josef Mengele, Aufbau-Verlag, 2018

Der Arzt im Konzentrationslager Auschwitz, Josef Mengele, wurde eine der paradigmatischen Verkörperungen des Holocaust-Schreckens und ist wiederholt in fiktionalen Werken thematisiert worden. Der Beitrag fragt anlässlich des Erscheinens des mit dem Prix Renaudot 2017 ausgezeichneten Romans La Disparition de Josef Mengele von Olivier Guez nach dem Verhältnis von Quelle und Erinnerung in einer Zeit der ‚letzten Zeugen‘ des Nationalsozialismus. Erinnerungsliteratur, Dokufiktion und Geschichtsroman entwickeln zeitspezifische Modelle des Umgangs mit den Traumata des Holocaust.

 

Ill.: Blog zum frz. Buch