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Nachfolge und Vorhölle: Dantes Antike

29.04. Kai Nonnenmacher (Bamberg/Romanistik): „Nachfolge und Vorhölle: Dantes Antike“, Eröffnung der Ringvorlesung „Die Antike des Mittelalters“ des ZEMAS der Univ. Bamberg

„Welch eine Gestalt ist sein Odysseus!“, so schrieb der große Romanist Erich Auerbach über Dante Alighieris Göttliche Komödie, die das Italienische zur Literatursprache führte. Auerbach betont aber auch: Im 26. Höllengesang spricht nicht der Dichter selbst diesen Helden Homers an, vielmehr der aus der Antike stammende Dichter Vergil – als sein Führer auf dieser Jenseitsreise in der Karwoche des Jahres 1300. Solche Ambivalenzen soll die erste Vorlesung des Romanisten Kai Nonnenmacher beleuchten: Der Titel „Nachfolge und Vorhölle: Dantes Antike“ meint in diesem Sinne, dass das Mittelalter einerseits die Autorität und Vorbildlichkeit der Antike anerkennt. Dantes Mittelalter sieht in den römischen und griechischen Philosophen und Künstlern andererseits nur die Vorstufe in einem heilsgeschichtlichen Plan: Beim Aufstieg ins Paradies müssen sie zurückbleiben. Auch die Tugendhaften unter den Heiden teilen sich bei Dante den obersten Höllenkreis mit den ungetauften Kindern. Übrigens beschloss im Jahr 2007 Papst Benedikt, ungetaufte Kleinkinder seien von der ewigen Glückseligkeit nicht mehr im Limbus ausgeschlossen, durch die Liebe Jesu Christi.

Die Antike des Mittelalters

Ringvorlesung des ZeMas im Sommersemester 2019

Plakat

Organisation: Prof. Dr. Christian Schäfer und Prof. Dr. Markus Schauer

Was hielt das Mittelalter von der Antike: Vorbild im Denken? Heidnisches Menetekel? Vorüber oder gegenwärtig? Und welche Methoden, Theorieansätze und Lesarten gibt es, um das herauszufinden? Während des ganzen Semesters wird die Ringvorlesung des ZeMas diese und ähnliche Fragen aus der Warte verschiedener Disziplinen wie der Kunstgeschichte, Romanistik, Theologie, Latinistik, Judaistik, Anglistik, Philosophie und Germanistik zu beantworten suchen: Ausgehend von fachspezifischen Frageansätzen soll dabei jeweils zu einer Beantwortung der übergeordneten Problemstellung gefunden werden: Was wusste man über die verschiedenen Epochen des Mittelalters hinweg von der Antike? Wie nahm man das wahr, was man wusste? Und was spricht daraus für das Verhältnis von Antike und Mittelalter?

Vortragstage

29.04. Kai Nonnenmacher (Bamberg/Romanistik): „Nachfolge und Vorhölle: Dantes Antike“

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Altertumswissenschaften in Deutschland und Italien im 19. und 20. Jahrhundert

Tagung des Zentrums für Klassikstudien, Universität Regensburg

Donnerstag, 25. Juni 2015

17.00-18.00 Begrüßung und Einführung
18.00-19.00 Marcello Barbanera, Rom: Die Neuerfindung der Antike. Die Ruinen Roms als (Vor)Bild des neuen italienischen Königreichs (Reinventare l’antichità. Le rovine di Roma come immagine del Regno d’Italia)

Freitag, 26. Juni 2015

9.30-10.15 Barbara Stiewe, Marburg: Dritter Humanismus
10.15-11.00 Kai Nonnenmacher, Regensburg: “E l’antico fu novo e il novo antico”. Klassizismus und Moderne bei Gabriele D’Annunzio
11.30-12.15 Robert E. Norton, Notre Dame (Il., USA): Platon im George-Kreis: Politik mit anderen Mitteln
12.15-13.00 Ernst A. Schmidt, Tübingen: Konstitutive Denkfiguren der Arbeit Rudolf Borchardts am Traditionsbestand der Antike
14.30-15.15 Lorenzo Cigaina, Triest: Giovanni Battista Brusin e l’archeologia di Aquileia e delle „terre redente“ (1919-1945)
15.15-16.00 Sylvia Diebner, Rom: Ludwig Curtius als Vertreter der Altertumswissenschaft Deutschlands in Italien (1928-1937)
16.30-17.15 Klaus Fabian, Triest: Wie es zu den Ausgaben der griechischen Aristoteleskommentare kam. Einblicke in die unveröffentlichten Briefe von Adolf Torstrik, Girolamo Vitelli und Hermann Diels
17.15-18.00 Marco Galli, Rom: Il rapporto tra archeologia ed etnologia negli ultimi decenni del XIX secolo. Il caso di Alessandro della Seta

Samstag, 27. Juni 2015

9.00-9.45 Dirk Steuernagel, Regensburg: Die Wurzeln des ‘Römertums’ und die Wiedergeburt der Etruskologie
9.45-10.30 Christian Kunze, Regensburg: Suche nach dem Ursprung: Zur Entdeckung und Bewertung der frühgriechischen Kunst im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert
11.00-11.45 Stefan Rebenich, Bern: Wissenschaftliche Kontakte zwischen Deutschland und Italien nach dem Ersten Weltkrieg
11.45-12.30 Christian Jansen, Trier: Krise und Verunsicherung in den deutschen Geisteswissenschaften durch Niederlage, Revolution und moderne Massengesellschaft
12.30-13.00 Abschlussdiskussion/Zusammenfassung

 

Abbildung: Briefmarke Fiume 1920 25c D’Annunzio (Public Domain)