Schlagwort-Archive: Dante Alighieri

Erich Auerbach, Dante als Dichter der irdischen Welt

Workshop über Erich Auerbach, Dante als Dichter der irdischen Welt, Teilnahme als Respondent

Dante – Dichter der irdischen Welt?
Zur Aktualität von Erich Auerbachs Marburger Dante-Schrift, 1929-2019

Samstag, 16. November 2019
Universität Marburg, Institut für Romanische Philologie

1929 erschien unter dem Titel Dante als Dichter der irdischen Welt die Marburger Habilitation des Romanisten Erich Auerbach. Der Studientag fragt nach der Bedeutung dieser Schrift für wissenschaftliche Dante-Lektüren der Gegenwart.

„sì che dal fatto il dir non sia diverso“ (Inf XXXII, 112)

Organisiert von Olaf Müller und Karl Philipp Ellerbrock, Institut für Romanistik der Philipps-Universität Marburg, 16. November 2019

Programm

9.00 Uhr Eröffnung
Olaf Müller, Karl Philipp Ellerbrock

9.30 Uhr I. Historische Einleitung über Idee und Geschick des Menschen
Vortrag: Sabine Föllinger
Respondenz: Bettina Full

10.30 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr II. Dantes Jugenddichtung
Vortrag: Bettina Full

Mittagspause

13.00 Uhr III. Der Gegenstand der Komödie
Vortrag: Franziska Meier
Respondenz: Kai Nonnenmacher

14.00 Uhr IV. Der Aufbau
Vortrag: Christine Ott / Michael Schwarze

Kaffeepause

15.30 Uhr V. Die Darstellung
Vortrag: Michael Cuntz
Respondenz: Franziska Meier

16.30 Uhr VI. Erhaltung und Wandlung von Dantes Wirklichkeitsvision
Vortrag: Christian Rivoletti

17.30 Uhr Schlussbemerkungen

Vorträge: 20 Minuten
Respondenzen: 10 Minuten
Diskussion: 30 Minuten

Buchkapitel

I. Historische Einleitung über Idee und Geschick des Menschen in der Dichtung
II. Dantes Jugenddichtung
III. Der Gegenstand der Komödie
IV. Der Aufbau
V. Die Darstellung
VI. Erhaltung und Wandlung von Dantes Wirklichkeitsvision

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Prof. Dr. Edoardo Costadura (Jena)
Prof. Dr. Michael Cuntz (Weimar)
Prof. Dr. Sabine Föllinger (Marburg)
Prof. Dr. Robert Fajen (Halle-Wittenberg)
PD Dr. Bettina Full (Bochum)
Prof. Dr. Franziska Meier (Göttingen)
Prof. Dr. Kai Nonnenmacher (Bamberg)
Prof. Dr. Christine Ott (Frankfurt am Main)
Prof. Dr. Christian Rivoletti (Erlangen-Nürnberg)
Prof. Dr. Michael Schwarze (Konstanz)
Prof. Dr. Ulrich Winter (Marburg)

Organisation

Prof. Dr. Olaf Müller (Marburg)
PD Dr. Karl Philipp Ellerbrock (Jena)

Ill.: Erich Auerbach, Illustration by Patrick Morgan

Nachfolge und Vorhölle: Dantes Antike

29.04. Kai Nonnenmacher (Bamberg/Romanistik): „Nachfolge und Vorhölle: Dantes Antike“, Eröffnung der Ringvorlesung „Die Antike des Mittelalters“ des ZEMAS der Univ. Bamberg

„Welch eine Gestalt ist sein Odysseus!“, so schrieb der große Romanist Erich Auerbach über Dante Alighieris Göttliche Komödie, die das Italienische zur Literatursprache führte. Auerbach betont aber auch: Im 26. Höllengesang spricht nicht der Dichter selbst diesen Helden Homers an, vielmehr der aus der Antike stammende Dichter Vergil – als sein Führer auf dieser Jenseitsreise in der Karwoche des Jahres 1300. Solche Ambivalenzen soll die erste Vorlesung des Romanisten Kai Nonnenmacher beleuchten: Der Titel „Nachfolge und Vorhölle: Dantes Antike“ meint in diesem Sinne, dass das Mittelalter einerseits die Autorität und Vorbildlichkeit der Antike anerkennt. Dantes Mittelalter sieht in den römischen und griechischen Philosophen und Künstlern andererseits nur die Vorstufe in einem heilsgeschichtlichen Plan: Beim Aufstieg ins Paradies müssen sie zurückbleiben. Auch die Tugendhaften unter den Heiden teilen sich bei Dante den obersten Höllenkreis mit den ungetauften Kindern. Übrigens beschloss im Jahr 2007 Papst Benedikt, ungetaufte Kleinkinder seien von der ewigen Glückseligkeit nicht mehr im Limbus ausgeschlossen, durch die Liebe Jesu Christi.

Die Antike des Mittelalters

Ringvorlesung des ZeMas im Sommersemester 2019

Plakat

Organisation: Prof. Dr. Christian Schäfer und Prof. Dr. Markus Schauer

Was hielt das Mittelalter von der Antike: Vorbild im Denken? Heidnisches Menetekel? Vorüber oder gegenwärtig? Und welche Methoden, Theorieansätze und Lesarten gibt es, um das herauszufinden? Während des ganzen Semesters wird die Ringvorlesung des ZeMas diese und ähnliche Fragen aus der Warte verschiedener Disziplinen wie der Kunstgeschichte, Romanistik, Theologie, Latinistik, Judaistik, Anglistik, Philosophie und Germanistik zu beantworten suchen: Ausgehend von fachspezifischen Frageansätzen soll dabei jeweils zu einer Beantwortung der übergeordneten Problemstellung gefunden werden: Was wusste man über die verschiedenen Epochen des Mittelalters hinweg von der Antike? Wie nahm man das wahr, was man wusste? Und was spricht daraus für das Verhältnis von Antike und Mittelalter?

Vortragstage

29.04. Kai Nonnenmacher (Bamberg/Romanistik): „Nachfolge und Vorhölle: Dantes Antike“

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Verfehlte Herrscherutopie bei Dante und Kantorowicz

„An der Hauptstadt der Welt vorbei“.
Verfehlte Herrscherutopie in Kantorowicz’ ‚Kaiser Friedrich der Zweite‘ und bei Dante

Vortrag bei der Tagung „Die zwei Körper des Königs. Kaiser Friedrich II. in Geschichte und Literaturwissenschaft“ von Angela Oster (Italienische Philologie) und Jörg Schwarz (Mittelalterliche Geschichte),
5. Februar 2018, Ludwigs-Maximilians-Universität München

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Begriffe der Liebe

„La gloriosa donna de la mia mente“: Dantes Liebesphilosophie und dreimal Beatrice

Vorlesung am 7. Dezember 2016 im Rahmen der Vorlesungsreihe
Begriffe der Liebe
des Zentrums für Klassikstudien  der Universität Regensburg,
Organisation durch Prof. Dr. Rolf Schönberger (Philosophie)

A ciascun’alma presa e gentil core
nel cui cospetto ven lo dir presente,
in ciò che mi rescrivan suo parvente,
salute in lor segnor, cioè Amore.

Già eran quasi che atterzate l’ore
del tempo che onne stella n’è lucente,
quando m’apparve Amor subitamente,
cui essenza membrar mi dà orrore.

Allegro mi sembrava Amor tenendo
meo core in mano, e ne le braccia avea
madonna involta in una drappo dormendo.

Poi la svegliava, e d’esto core ardendo
lei paventosa umilmente pascea:
appresso gir lo ne vedea piangendo.

(Dante Alighieri, Vita Nova, III)

Ill.: Odilon Redon: Dante et Béatrice (1914), Public Domain

 

Dante Alighieri, Paradiso XI

Der Beitrag Kai Nonnenmacher, „Dante AIighieri, Paradiso XI“ ist zur Publikation vorgesehen in der Zeitschrift Wissenschaft und Weisheit: franziskanische Studien zu Theologie, Philosophie und Geschichte.

Heilige – Prediger – Inquisitoren. Dominikaner und Franziskaner in der mittelalterlichen Gesellschaft

Ringvorlesung des Forums Mittelalter der Universität Regensburg in Zusammenarbeit mit dem Themenverbund „Urbane Zentren und europäische Kultur in der Vormoderne“, Sommersemester 2016, Mi, 14-16 Uhr, H 2

Vorlesungen

Prof. Dr. Klaus Unterburger (Historische Theologie)
Dominikus und Franziskus. Ideale, Konflikte, Wirkung zweier unterschiedlicher „Ordensgründer“

Prof. Dr. Jörg Oberste (Mittelalterliche Geschichte)
Werkstatt für Dominikus und Franziskus? Die Reform der Seelsorge an der Universität Paris im 12. Jahrhundert

Prof. Dr. Edith Feistner (Ältere deutsche Literatur)
Laienfrömmigkeitsbewegung und Ordensgründerlegenden in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts: das Beispiel der Vita prima Sancti Francisci des Thomas von Celano und ihrer volkssprachlichen Bearbeitung durch Lamprecht von Regensburg

Dr. Susanne Ehrich (Ältere deutsche Literatur)
Viri spirituales. Dominikaner und Franziskaner in mittelalterlichen Endzeitentwürfen

PD Dr. Kai Nonnenmacher (Romanische Literatur)
Dante AIighieri, Paradiso XI

Prof. Dr. Harald Buchinger (Liturgiewissenschaft)
Bettelordensliturgien im Vergleich

Prof. Dr. Wolfgang Schöller (Kunstgeschichte)
Bettelordensarchitektur im Kontext

Prof. Dr. Rolf Schönberger (Geschichte der Philosophie)
Dominikaner und Franziskaner als Magistri/Albertus Magnus

Prof. Dr. Jörg Oberste (Mittelalterliche Geschichte)
Ketzer und Konsorten. Mittelalterliche Personengruppen im Visier der Inquisition

Prof. Dr. Christian Leitmeir (Musikwissenschaft/University of Oxford/UK)
Verbotene Früchte? Die „Mehrstimmigkeitsfeindlichkeit“ der mittelalterlichen Dominikaner

P. Elias H. Füllenbach 0P (Institut zur Erforschung der Geschichte des Dominikanerordens im deutschen Sprachraum, Köln)
Entwicklung des Dominikanerordens in Deutschland

Dr. Artur Dirmeier (Archiv der Katharinenspitalstiftung)
Bettelorden und städtische Gesellschaft in Regensburg

http://www.forum-mittelalter.de

Zum Thema

2016 feiert der Dominikanerorden weltweit sein 800. Ordensjubiläum, das auch die Stadt Regensburg im Rahmen ihres Jahresthemas „Stadtgestaltung“ in den Blickpunkt rücken will. Eine vom Diözesanmuseum Regensburg und der Dominikanerprovinz Teutonia veranstaltete Ausstellung mit dem Titel „Mehr als Schwarz & Weiß. 800 Jahre Dominikanerorden“ wird unter anderem das Wirken der Dominikaner in Regensburg von 1300 bis heute beleuchten (10.5.-15.8.2016, ehem. Dominikanerkloster St. Blasius). Nicht nur die Dominikaner, auch die in einem Zuge mit den Predigerbrüdern genannten Franziskaner haben die mittelalterliche Gesellschaft, vor allem die aufstrebenden Städte des 13. Jahrhunderts, ganz entscheidend geprägt. Dabei wirkten die neuen Orden und das städtische Umfeld wechselseitig aufeinander ein. Auf die zunehmend ökonomisierten Lebenszusammenhänge antworteten beide Bettelorden mit neuen Formen der Seelsorge, sprachen das städtische Publikum durch ihre Predigten direkt an und schrieben sich topographisch mit ihren mächtigen Kirchenbauten tief in das Stadtbild ein. Aus dem Ideal eines am Evangelium ausgerichteten Lebens, wie es Franziskus von Assisi verkörperte, entwickelten sich neue Heiligkeitstypen, die vor allem die Laienfrömmigkeit veränderten und intensivierten. Andererseits war für die religiöse Identität der Mendikanten aber auch eine deutliche Abgrenzung gegenüber Häretikern und Andersgläubigen kennzeichnend. So sahen die als „Hunde des Herrn“ bezeichneten Dominikaner ihren Ordenszweck dezidiert in der Ketzerbekämpfung und arbeiteten besonders zahlreich im Dienst der päpstlichen Inquisition.

Die Ringvorlesung des Forums Mittelalter möchte das Jubiläumsjahr des Dominikanerordens mit 12 interdisziplinären Vorträgen zu den mittelalterlichen Bettelorden flankieren. Dabei werden Vertreterinnen und Vertreter der mediävistischen Fächer der Universität Regensburg und internationale Gastreferenten ein facettenreiches Bild der Entstehungsbedingungen, der rasanten Ausbreitung und des religiösen, literarischen und kulturellen Wirkens der Dominikaner und Franziskaner in der mittelalterlichen Welt entwerfen. Neben historischen Kernthemen wie der Reform der Seelsorge und der dominikanischen Inquisition werden auch theologische Fragestellungen (Heiligkeitskonzepte und Bettelordensliturgien), kunsthistorische und musikwissenschaftliche Aspekte (Bettelordensarchitektur und Musik im Dominikanerorden), literaturwissenschaftliche Quellen (Ordensgründerlegenden und Visionsliteratur der  Mendikanten) und philosophiegeschichtliche Zusammenhänge (Dominikaner und Franziskaner als magistri) thematisiert.

Ill.: Fra Angelico, Dominikus, Freskenzyklus im Dominikanerkloster San Marco in Florenz, Szene: Verspottung Christi, Detail: Hl. Dominikus, circa 1437-1446

 

Politisches Denken und literarische Form: Boccaccio

Kai Nonnenmacher, „Warum Dante und nicht Boccaccio im Zentrum der politischen Theorie des Mittelalters steht“ in Cordula Reichart, Hrsg., Italienische Texte zur politischen Theorie (Münchner Italienstudien), i.V.

 

Ill: Giovanni Boccaccio, Particolare dell’affresco raffigurante la Chiesa e i Domenicani di Andrea Bonaiuti nel Capitolo di Santa Maria Novella a Firenze (ca. 1365)

Dante extra muros. Exil als Voraussetzung politischen Denkens der Stadt

Kai Nonnenmacher: „Dante extra muros. Exil als Voraussetzung politischen Denkens der Stadt“, Int. Jahrestagung des Forums Mittelalter Die bewegte Stadt. Migration, soziale Mobilität und Innovation in vormodernen Großstädten, Regensburg, 13.–15.11.2014, http://www.forum-mittelalter.de

Die bewegte Stadt. Migration, soziale Mobilität und Innovation in vormodernen Großstädten
Veranstalter: Forum Mittelalter der Universität Regensburg; in Kooperation mit dem Themenverbund „Urbane Zentren und europäische Kultur in der Vormoderne“

In der aktuellen Forschung spielen die Stichworte der Mobilität und des Innovationspotenzials eine zentrale Rolle bei der Funktionsbestimmung moderner Metropolen. Auf die medialen, technologischen und sozialen Bedingungen der Antike, des Mittelalters und der Frühneuzeit übertragen, ergeben sich in dieser Perspektive neue Anfragen an die vormoderne Urbanität und Metropolität: Soziale Mobilität unterlag in der Vormoderne scharfen rechtlichen und sozialen Regeln. Welche Rolle spielten die urbane Lebensform und das Vorbild der großen urbanen Zentren dabei, diese Regeln umzuformulieren? Mit welchen Methoden lassen sich Migrationsbewegungen und demographischer Wandel in der Vormoderne bestimmen? Wie schlägt sich Migration und soziale Mobilität in der urbanen Topographie nieder?

Programm

Donnerstag, 13. November 2014

 

19.00 Uhr Eröffnung der Jahrestagung
Einführung: Jörg Oberste, Sprecher des Forums Mittelalter und des Themenverbunds „Urbane Zentren“
Grußwort: Christoph Wagner, Vizepräsident der Universität Regensburg

Eröffnungsvortrag: Peter Herz, Alte Geschichte, Universität Regensburg
Zuwanderung und soziale Mobilität im kaiserzeitlichen Ostia

Freitag, 14. November 2014

9.00 Uhr Elena Köstner, Regensburg
Sozialer Aufstieg im spätrepublikanischen Rom am Beispiel der „homines novi“

9.45 Uhr
Johannes Fouquet, Heidelberg
Zum Schmuck der Stadt gebaut – Private Munifizenz und soziale Mobilität im frühkaiserzeitlichen Korinth und Sparta

10.30 – 11.00 Uhr: Kaffeepause

11.00 Uhr
Neville Morley, Bristol/GB
The Decline of Urbanism in the Late Roman West

11.45 Uhr
Maria Selig, Regensburg
Migrationsbewegungen in mittelalterlichen Großstädten (Rom, Paris)

14.00 Uhr Sandro Carocci, Rom/IT
Studying Social Mobility in Late Medieval Italy (13th-14th Centuries)

14.45 Uhr Roman Czaja, Toruń/PL
Die Mobilität der Führungsgruppen in den Ostseestädten (14.-16. Jh.)

16.00 Uhr Dennis Hormuth, Kiel
Immigranten als selbstverständlicher Teil der politischen und gesellschaftlichen Eliten Rigas – Ein Hindernis für sozialen Aufstieg in der Stadt?

16.45 Uhr Christian Jörg, Trier/Saarbrücken
Herausforderungen und Innovationen. Die Hungersnöte des Spätmittelalters und die Einführung städtischer Korngroßspeicher im nordalpinen Reichsgebiet

19.00 Uhr: Führung im document Niedermünster

Samstag, 15. November 2014

9.00 Uhr Christoph Dartmann, Münster
Das Meer beherrschen? Zur Organisation des Genueser Kolonialreichs am Mittelmeer

9.45 Uhr Kai Nonnenmacher, Regensburg
Dante extra muros. Exil als Voraussetzung politischen Denkens der Stadt

10.30 – 11.00 Uhr: Kaffeepause

11.00 Uhr Kerstin Schlögl-Flierl, Regensburg
Die Bußbewegung der Bianchi im Italien des Spätmittelalters: Unterwegs im Auftrag der Geißelung – Mobilität und bußtheologische Innovation

11.45 Uhr Philipp Strobl, Bratislava/SK, Innsbruck/AT
„Going Global“: Amsterdam und London als vormoderne Zentren der Weltwirtschaft im Jahr 1600

12.30 Uhr Richard Nemec, Bern/CH
Tradition, Innovationen oder Rückständigkeit? Medialitätsstrategien der eidgenössischen städtischen Eliten in der Frühen Neuzeit (Berner Rathaus und Münster)

Ill. Domenico Peterlini (attribuito): Dante in esilio, ca. 1860

Die sprachliche Formierung der politischen Moderne: Spätmittelalter und Renaissance in Italien

Die sprachliche Formierung der politischen Moderne:
Spätmittelalter und Renaissance in Italien
,
hrsg. von Oliver Hidalgo und Kai Nonnenmacher, Wiesbaden: Springer VS, 2015 (= Politisches Denken und literarische Form; 1), ISBN 978-3-658-08049-5
Verlagsseite | Bibliotheksbestand

Exposé

Das auf vier Bände angelegte interdisziplinäre Projekt „Politisches Denken und
literarische Form“ untersucht den konstitutiven Zusammenhang zwischen politischen Ideen und ihrer sprachlich-literarischen Form. Im Fokus steht der Nexus zwischen politischer Theoriebildung und ästhetisch-poetischen Strukturen sowie politischen und sprachlichen Paradigmenwechseln im Rahmen der modernen europäischen Geistesgeschichte.

Der erste Band folgt einer Kardinalthese der Cambridge School of Intellectual History und verortet die begriffliche Geburt der Moderne in Italien zwischen Spätmittelalter und Renaissance (v. a. bei Dante, Marsilius, Machiavelli, Guicciardini). Nachgezeichnet wird, wie sich bevorzugt im politischen Diskurs der Stadt Florenz ein Vokabular herausbildete, das die Ideen der Autonomie und Gestaltbarkeit des Gemeinwesens gegen die Vorstellungen religiöser Vorsehung etablierte.

Inhalt

Inhaltsverzeichnis pdf

Einleitung: Das politische Vokabular in Italien zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert
Oliver Hidalgo und Kai Nonnenmacher

Teil I Strategien und Textualität politischen Denkens im italienischen Spätmittelalter

Die Entwicklung politischer Theorie im Mittelalter
Jürgen Miethke

Kommentar und Inanspruchnahme: Die Politik des Aristoteles im Werk des Thomas von Aquin
Rolf Schönberger

Politische Begriffe und Ideale in Brunetto Latinis Rhetorik
Johannes Bartuschat

Zum Verhältnis von Poesie, Politik und Metaphysik bei Dante
Thomas Klinkert

Dantes Päpste. Die „Commedia“ und der kirchenkritische Diskurs des späteren Mittelalters
Jörg Oberste

Wandlungen des Theologisch-Politischen und die sprachliche Geburt der Moderne – Dante Alighieri, Marsilius von Padua, Niccolò Machiavelli
Oliver Hidalgo

Teil II Politische Ideen und literarische Formen auf dem Weg zur Moderne

Dialog als Lebensform – Literarische Verständigungsdiskurse bei Petrarca, Bracciolini, Pico della Mirandola und Giannotti
Alexander Thumfart

Machiavellis realistischer Fürstenspiegel – Il Principe als Appell an den Ehrgeiz
Frauke Höntzsch

„Avvertite a non vi ingannare ne’ tempi“. Modellierungen der Zeit in Guicciardinis politischen Schriften
Barbara Kuhn

Kein Ort, nirgends – Aporien frühaufklärerischer Kritik bei Radicati di Passerano
Gisela Schlüter

Von der Diktion zur Debatte. Rhetorik in Quentin Skinners Forschungsprogramm
Kari Palonen

From Unity to Fragmentation. The Metamorphosis of Political Philosophy, History and Memory
Csilla Kiss