Archiv der Kategorie: Projekte

Dynamik digitalen Publizierens

Deutscher Romanistentag Zürich,
Podiumsdiskussion

„Die Dynamik digitalen Publizierens“

Die Podiumsdiskussion wird am Montag, den 9. Oktober 2017 in Zürich stattfinden, von 18.15 bis 19.45

Programmübersicht des Romanistentags

Vorgesehene Teilnehmer/innen: Wiebke von Deylen (Fachreferentin Stabi Hamburg), Doris Grüter (Fachreferentin Universitäts- und Landesbibliothek Bonn), Ulrike Krauss (De Gruyter), Franz Lebsanft (Romanische Forschungen), Kai Nonnenmacher (Romanische Studien), Torang Sinaga (Rombach Verlag)

Moderation: Harald Völker (Zürich) und Angela Schrott (Kassel)

Die Podiumsdiskussion hat das Ziel, in romanistischem Kontext ein Gespräch zwischen Verlagen und Open Access-Befürwortern, zwischen traditionellen und weniger traditionellen Akteuren der Publikationslandschaft zu initiieren.

Mögliche Fragestellungen:

  • Was gehört alles zur Dynamik digitalen Publizierens?
  • Wie kann diese Dynamik für die Wissenskommunikation optimal genutzt werden?
  • Welche Umstrukturierungen erleben wir aktuell?
  • Wie können Traditionen und Innovationen des wissenschaftlichen Publizierens produktiv zum Nutzen von Forschung und Lehre verbunden werden?
  • Was bedeutet digitales Publizieren für die Bibliotheken und deren Finanzhaushalt?
  • Wie kann Open Access gut funktionieren?

Debatte Erinnerungsforschung

Debatte in der Zeitschrift Romanische Studien zur Positionsbestimmung der Erinnerungsforschung in der Romanistik heute. Wer interessiert ist, an der Debatte aktiv teilzunehmen, wende sich bitte an die Redaktion.

Eröffnung in Heft 5 (2016) mit dem Editorial von Kai Nonnenmacher (Abdruck s.u.) und einer Rezension von Peter Kuon.

Zugesagte Teilnehmer/innen siehe im Begleitblog der Romanischen Studien.

Debatte Erinnerungsforschung weiterlesen

Sektion „Republik und Romantik“ zu Germaine de Staël

Call for Papers / Artikelausschreibung

Republik und Romantik: zur Aktualität von Germaine de Staëls De la littérature

Zum 200. Todestag von Germaine de Staël im Jahr 2017 laden Olaf Müller (Mainz) und Kai Nonnenmacher (Regensburg) zu einer Sektion in den Romanischen Studien (mit ca. sechs Aufsätzen) über De la littérature considérée dans ses rapports avec les institutions sociales (1800) ein. Mme de Staël gilt als Vorläuferin der Literatursoziologie und der vergleichenden Literaturwissenschaft. Dennoch ist seit frühen Übersetzungen im 19. Jahrhundert der Text nicht mehr auf Deutsch verfügbar, im Gegensatz etwa zu den zahlreichen Ausgaben von De l’Allemagne.

. Angenommene Beiträge sind dann bis 31.3.2017 einzureichen. Beitragssprachen können Deutsch, Französisch, in begründeten Fällen auch Englisch oder eine andere romanische Sprache sein.

Mögliche Aspekte sind etwa:

  • Entstehungsgeschichte, Werkkontext Mme de Staël, Wirkungsgeschichte;
  • Ideengeschichte zwischen 18. Jahrhundert und Romantik (z.B. perfectibilité, gloire, Klimatheorie);
  • literaturästhetische und literatursoziologische Perspektiven;
  • De la littérature als politischer Entwurf / Napoleon als impliziter Adressat;
  • komparatistische Einordnung der jeweiligen Nationalliteratur-Darstellungen (v.a. Griechenland, Rom, England, Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland);
  • Genderaspekte (Rolle der Frau in De la littérature, Mme de Staëls Schreib- und Publikationsstrategien, weibliche Autorschaft als Skandalon in der Rezeption von De la littérature), in diesem Zusammenhang auch
  • Gattungsbetrachtungen (Bedeutung der Gattungen in De la littérature, welche Gattungen stehen Frauen um 1800 zur Verfügung).

Zur Einreichung registrieren sich die Beiträger/innen dann bitte auf der Website der Zeitschrift als Autor/in und laden den Aufsatz online incl. Verschlagwortung und Abstract hoch. Die Höchstlänge von 30.000 Zeichen bitte nicht weit überschreiten. Formales und Zitierweise werden online unter Über uns > Beitragseinreichung erläutert.

 


Je me suis proposé d’examiner quelle est l’influence de la religion, des mœurs et des lois sur la littérature, et quelle est l’influence de la littérature sur la religion, les mœurs et les lois. Il existe, dans la langue française, sur l’art d’écrire et sur les principes du goût, des traités qui ne laissent rien à désirer; mais il me semble que l’on n’a pas suffisamment analysé les causes morales et politiques, qui modifient l’esprit de la littérature. Il me semble que l’on n’a pas encore considéré comment les facultés humaines se sont graduellement développées par les ouvrages illustres en tout genre, qui ont été composés depuis Homère jusqu’à nos jours.
(Mme de Staël, De la littérature, Discours préliminaire)

De la littérature, das im April 1800 erschien, war nicht nur eine deutlich gegen Napoleons (Kultur-)Politik gerichtete Kampfschrift, sondern vor allem ein großer literaturtheoretischer Wurf:

Nach zwei unsteten, in Paris, Coppet und auf Reisen verbrachten Jahren, publizierte sie im April 1800 die bedeutende Abhandlung De la littérature considérée dans ses rapports avec les institutions sociales (= Von der Betrachtung der Literatur im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Institutionen). Hierin formuliert sie als eine der Ersten die Theorie, dass literarische Werke durch das konkrete Umfeld, in dem sie entstehen, geprägt sind, worunter sie sinnfälligerweise vor allem die jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse verstand, allerdings auch die klimatischen und geographischen sowie sonstige äußere Bedingungen. In diesem Sinne rief sie die quasi zwischen Nord und Süd platzierten französischen Literaten auf, sich nicht mehr nur an der heidnischen mediterranen Kultur der Antike zu inspirieren, sondern auch an der christlich-germanisch geprägten Kultur des mittelalterlichen Mittel- und Nordeuropas. Hiermit wies sie der beginnenden Romantik den Weg. Sie selbst begann, in Konsequenz ihrer Einsichten, Deutsch zu lernen und sich mit der deutschen Kultur zu befassen. (online)

Anne Louise Germaine de Staël-Holstein wurde als Tochter des Bankiers Jacques Necker, des Finanzministers Ludwigs XVI., am 22. April 1766 in Paris geboren und starb am 14. Juli 1817 in Paris. 1786 wurde sie Baronesse de Staël durch Heirat mit dem schwedischen Gesandten in Paris, was es ihr ermöglichte, einen politisch und literarisch einflussreichen Salon zu führen, mit dem sie in der Revolutionszeit wiederholt in Konflikt mit den jeweiligen Regierungen geriet. Sie floh 1792 vor der radikalisierten Revolution auf das elterliche Landgut Coppet bei Genf und ins Exil nach England. Nach einer kurzen Phase der Bewunderung für Bonaparte wandte sie sich bald nach dessen Staatsstreich offen gegen die sich befestigende Diktatur. Nach mehreren Pressekampagnen, die Napoléon gegen Mme de Staëls Schriften (De la littérature, 1800; Delphine, 1802) inszenieren ließ, verbannte er sie 1803 aus Paris und lieferte ihr damit den Anlass für die Deutschlandreise, die die Grundlage bildete für ihr bis heute berühmtestes Werk, De l’Allemagne (1810 fertiggestellt, 1813 zuerst publiziert).

Ill.: Germaine de Staël, Porträt von Vladimir Borovikovsky, 1812, Tretjakow-Galerie, Moskau

 

Tasso-Lektüren

Tasso-Lektüren: Zyklus in zwanzig Teilen für die Rubrik „Lektüren“ der Romanischen Studien, gesammelt von David Nelting und Kai Nonnenmacher

Zum Vorhaben, geplant ab Herbst 2017

Im Gegensatz zur Lectura Dantis gibt es keine ihr vergleichbare Tradition von Tasso-Lektüren, von Ausnahmen wie Franco Tomasis Zyklus aus Interpretationen der zwanzig Gesänge abgesehen, welcher an der Universität Padova veranstaltet wurde:

Il progetto di una “lettura” integrale del testo, avviato nei primi anni novanta, si è rivelato un’interessante sfida sul piano esegetico e metodologico, poiché l’incontro con il singolo canto ha obbligato ogni lettore a misurarsi con l’unità testuale, in un vero e proprio corpo a corpo con un poema che, per la sua genesi e conformazione, appare complesso, ricco di sfumature, stratiforme e sempre capace di svelare nuove ipotesi ermeneutiche, come accade, si direbbe, a tutti i testi classici di ogni letteratura.
Lettura della ‚Gerusalemme liberata‘, hrsg. von Franco Tomasi (Alessandria: Edizioni dell’Orso, 2005).

Analog zur regelmäßigen Rubrik „Balzac-Lektüren“ der Zeitschrift Romanische Studien soll mit dem hier skizzierten Vorhaben von „Tasso-Lektüren“ – einer Sammlung von Lektüren je eines Gesangs der Gerusalemme liberata – nicht der Anspruch erhoben werden, den Stand der Tasso-Forschung für jeden Canto vollständig zu subsumieren oder entscheidend zu erweitern, sondern es können auch pointierte und im besten Sinne ‚subjektive‘ Lektüren aus der Italianistik veröffentlicht werden

Explizit gewünscht sind textnahe Lektüren von Auszügen. Möglich sind bspw. Fokussierungen auf eine Figur oder einen Handlungsstrang des Gesangs, Verweise auf Tassos Gesamtwerk oder zeitgenössische Poetiken, auf intertextuelle oder kulturhistorische Bezüge des ersten Kreuzzugs (1096–99) oder des späten Cinquecento (1575 abgeschlossen, erscheint die Gerusalemme liberata 1581), schließlich auch auf Aspekte der Rezeption, Übersetzung etc.

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Herbst 2017: Eröffnung mit Canto I durch
Albert Russell Ascoli
President, Dante Society of America
Terrill Distinguished Professor, University of California, Berkeley

 

 

Ill.: Paolo Domenico Finoglia, Jérusalem délivrée. Tancrède affronte Clorinde (Palazzo Acquaviva, Conversano), 1640-45

Begriffe der Liebe

„La gloriosa donna de la mia mente“: Dantes Liebesphilosophie und dreimal Beatrice

Vorlesung am 7. Dezember 2016 im Rahmen der Vorlesungsreihe
Begriffe der Liebe
des Zentrums für Klassikstudien  der Universität Regensburg,
Organisation durch Prof. Dr. Rolf Schönberger (Philosophie)

A ciascun’alma presa e gentil core
nel cui cospetto ven lo dir presente,
in ciò che mi rescrivan suo parvente,
salute in lor segnor, cioè Amore.

Già eran quasi che atterzate l’ore
del tempo che onne stella n’è lucente,
quando m’apparve Amor subitamente,
cui essenza membrar mi dà orrore.

Allegro mi sembrava Amor tenendo
meo core in mano, e ne le braccia avea
madonna involta in una drappo dormendo.

Poi la svegliava, e d’esto core ardendo
lei paventosa umilmente pascea:
appresso gir lo ne vedea piangendo.

(Dante Alighieri, Vita Nova, III)

Ill.: Odilon Redon: Dante et Béatrice (1914), Public Domain

 

Literatur im Französisch-Unterricht

Vortrag: „Literarische Bildungspolitik in Frankreich und Kompetenzorientierung in Deutschland: kontrastives Plädoyer für eine künftige Literaturdidaktik im Französischunterricht“

Tagung: Literaturwissenschaft – eine Positionsbestimmung in schwierigen Zeiten. Welche Kompetenzen vermittelt die Disziplin eigentlich?

Tagung vom 19. bis 20. Mai 2016, Justus-Liebig-Universität
Hauptgebäude, Ludwigstr. 23, 35390 Giessen, Raum 316
Kontakt: Dr. Sabine Mandler, Tel. 0641-98442146

Organisator/innen:

  • PD Dr. Wolfram Aichinger, Romanisches Seminar der Universität Wien
  • Dr. Christian Grünnagel, Institut für Romanistik (JLU)
  • Dr. Sabine Mandler, Hochschuldidaktische Weiterbildung (JLU)

Ill.: Panthéon, Paris

Belle Époque – Religion um 1900

„Sinnkrisen und Kunst um 1900: Von der Wissenschaftsgläubigkeit der Moderne zurück zur Religion – Goncourt, Huysmans, Gourmont, Cendrars“

Vortrag am 30. Juni im Rahmen der Ringvorlesung Die schöne Zeit: Frankreichs Belle Époque (Robert Fajen/Ralph Ludwig), Inst. für Romanistik der Univ. Halle a.d. Saale, begleitend zur Ausstellung:

Magie des Augenblicks: Meisterwerke aus der Sammlung Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler

http://magiedesaugenblicks.com
12. März bis 11. September 2016
Kunstmuseum Moritzburg in Halle

Erstmals wird in Mitteldeutschland die berühmte Sammlung der Villa Flora in Winterthur zu sehen sein, die u. a. Gemälde und Plastiken von Pierre Bonnard, Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Aristide Maillol, Henri Matisse, Odilon Redon, Auguste Rodin, Félix-Edouard Vallotton und Édouard Vuillard umfasst (also v. a. Nabis-Kunst).

In den Jahren um 1900 legte das Schweizer Ehepaar Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler den Grundstock für diese exquisite Kollektion von damals moderner, vorwiegend französischer Kunst, die wie kaum eine andere private Sammlung den Geist und Geschmack der Zeit vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges spiegelt.

Ill.: Paul Cézanne: Stillleben mit Schädel, Public Domain

Frz. Revolution und Klassizismus

Vortrag: „Il ne s’agissait plus d’opinions, mais de théâtre“: zur Malerei des politischen Klassizismus in Pierre Michon, Les Onze (2009)

Universität Bielefeld, Forschungskolloquium Literaturwissenschaft, 14. Juni 2016.

Politischer Klassizismus

Text zur Vortragsreihe von Dr. Jan Andres/Dr. Matthias Buschmeier

In seinem Aufsatz Racine et Shakespeare von 1823 konfrontierte Stendhal das Romantische und das Klassizistische als Formen eines jeweils unterschiedlichen Gegenwartsbezuges:

„Le romanticisme est l’art de présenter aux peuples les oeuvres littéraires qui, dans l’état actuel de leurs habitudes et de leurs croyances, sont susceptibles de leur donner le plus de plaisir possible.
Le classicisme, au contraire, leur présente la littérature qui donnait le plus grand plaisir à leurs arrierè-grands-péres.“

Der Klassizismus ist eine überholte, an den Bedürfnissen der Gegenwart vorbeigehende Kunstform, die keine Ansprüche an die Wirklichkeit macht und machen darf. Ein solches negatives, nicht-normatives Verständnis von Klassizismus gehört zu seiner weitreichenden Rezeptionsgeschichte, sei es im Vorwurf eines sterilen Gipsklassizismus, sei es in der Zurückweisung durch die explizit politischen Autoren des Vormärzes. Allenfalls repräsentiere der Klassizismus den absolutistischen und damit aus Sicht vieler Autoren des 19. Jahrhunderts politisch reaktionären feudalistischen Staat. Er sei ästhetisch verfehlt, weil er politisch verfehlt ist. Dabei wird dann ausgeblendet, dass die kohärenzstiftende Funktion des absoluten Monarchismus im 17. Jahrhundert zunächst ein Produkt rationaler Herrschaftslegitimation war und die normativen Vorgaben von politisch-sozialer Einheit ihren Widerhall in einer klassizistischen Ästhetik fand, die, gegen Stendhal gesprochen, keineswegs nur eine Angelegenheit der Alten war. Vergessen wird auch, dass in der Querelle die Modernen ebenfalls in Verteidigung des Absolutismus argumentierten, namentlich durch Charles Perrault.

Der Klassizismus war und ist umstritten, ästhetisch wie politisch. Gibt es aber überhaupt politische Programme des einen Klassizismus oder ist jeweils nach unterschiedlichen Klassizismen zu differenzieren? Wie immer man diese Fragen beantworten möchte, bleibt die Herausforderung aufzuzeigen, wie sich die Konzepte beschreiben ließen und welche ästhetischen Konsequenzen sich daraus ergeben.

Im Zentrum der Diskussion um einen politischen Klassizismus scheint die Frage nach seiner Repräsentationsfunktion zu stehen. Dass die klassizistische Formensprache im 20. Jahrhundert anfällig für die Inanspruchnahme durch politisch totalitäre Systeme war, dürfte unbestritten sein. Zugleich aber wurde sie etwa in der politischen Architektur auch als Repräsentationsform demokratischer Herrschaft genutzt. Warum aber ist dies so? Ist der Klassizismus programmatisch und semantisch „leer“, so dass er sich als Projektionsraum unterschiedlichster Phantasien und Konzepte eignet? Ist es die Unterbestimmtheit des Begriffs oder sind es die historisch diversen Referenzoptionen, die sich für einen Klassizismus anbieten und ihn für politische Inanspruchnahme so attraktiv machen? Gibt es überhaupt so etwas wie den Klassizismus als universelle Formensprache, die in unterschiedlichen Sprachen und Kulturen funktionalisiert werden kann? Oder ist es vielmehr so, dass der Begriff gar nicht unabhängig von den jeweiligen historisch-geographischen und ästhetisch-programmatischen Kontexten gedacht werden kann und daher nur als ein Epochenkonzept figurieren kann?

Die Vortragsreihe lädt Vertreterinnen und Vertreter aus der Altphilologie, der Germanistik, der Anglistik, der Romanistik und der Kunstwissenschaft ein, um über diese (und andere) Fragen anhand jeweils konkreter Materialien nachzudenken.

Ill.: Jacques-Louis David, Le Serment des Horaces (1784), online

Fluctuat nec mergitur: das schwankende Schiff

Publikation von:

Nonnenmacher, Kai. „Das schwankende Schiff“, Romanische Studien 2, Nr. 3 (2016): 7–17,
http://www.romanischestudien.de/index.php/rst/article/view/153.

Nonnenmacher, Kai. „Unterwerfung als Konversion: Als-Ob-Bekehrungen zu Katholizismus und Islam bei Carrère und Houellebecq“, Romanische Studien 2, Nr. 3 (2016): 171–98.
http://www.romanischestudien.de/index.php/rst/article/view/174.

Nonnenmacher, Kai, Hrsg. „Houellebecq: ‚Soumission‘“, Romanische Studien 2, Nr. 3 (2016): 119–98.

Romanische Studien 3 (2016)

Inhaltsverzeichnis
http://www.romanischestudien.de/index.php/rst/issue/view/5

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Politisches Denken und literarische Form: Boccaccio

Kai Nonnenmacher, „Warum Dante und nicht Boccaccio im Zentrum der politischen Theorie des Mittelalters steht“ in Cordula Reichart, Hrsg., Italienische Texte zur politischen Theorie (Münchner Italienstudien), i.V.

 

Ill: Giovanni Boccaccio, Particolare dell’affresco raffigurante la Chiesa e i Domenicani di Andrea Bonaiuti nel Capitolo di Santa Maria Novella a Firenze (ca. 1365)

Romanistenlexikon

Frank-Rutger Hausmann hat sich bereit erklärt, auf den Seiten der logoRomanischen Studien aus seiner jahrzehntelangen Arbeit über die Fachgeschichte ein Romanistenlexikon zu erstellen, mit schätzungsweise 660 Einträgen. Während es für die Germanistik und die Anglistik vergleichbare Forscherdatensammlungen gibt, ist ein Romanistenlexikon seit Jahren beklagtes Forschungsdesiderat geblieben.

Frank-Rutger Hausmann, der bis zu seiner Entpflichtung Professor für Romanische Philologie an der Universität Freiburg war, hat die Geschichte der Romanistik und der Philologien als Forschungsfeld in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut, mit rechercheintensiven Forschungen in den Archiven und mit viel beachteten Publikationen dazu.

Die Publikation ist parallel geplant als printähnliches digitales Dokument und als Datenbank, die somit nachhaltig konsultiert, aktualisiert und erweitert werden kann. Das Romanistenlexikon wird kostenfrei in Open Access gelesen werden können.

Während Prof. Dr. Frank-Rutger Hausmann für den Inhalt verantwortlich zeichnet, übernimmt Priv.Doz. Dr. Kai Nonnenmacher mit der Redaktion der Romanischen Studien die technische Verantwortung für die digitale Publikation und redaktionelle Vernetzung der Daten, für die Sprachwissenschaften außerdem Dr. Alexander Kalkhoff.

Die Arbeit entsteht zudem in Kooperation mit dem Universitätsarchiv der Universität Augsburg, wo mit Unterstützung des Archivleiters Dr. Werner Lengger in den letzten Jahren sukzessive Vorlässe und Nachlässe deutscher Romanisten in einem Romanistenarchiv ihren Platz gefunden haben.

Ill.: Hugo Friedrich (Public Domain)

Herausgabe: Debattenschwerpunkt W. Marx, La Haine de la littérature

Puvoirs_N° 119Débat sur William Marx, La Haine de la littérature (Paris: Minuit, 2015), dans: Romanische Studien 4 (2016).

Les premières pages | Minuit
William Marx sur son projet au Wissenschaftskolleg Berlin

" target="_blank">Contact pour participer (limite de 20.000 signes, à envoyer jusqu’à la fin de l’année)

Participants confirmés

  • Alexandre Gefen (CNRS/univ. Sorbonne, Paris)
  • Jan Baetens (univ. Leuven),
  • Marie Gil (Collège int. de Philosophie, Paris),
  • Wolfgang Asholt (univ. Osnabrück/HU Berlin)
  • Alexandre Prstojevic (INALCO, Paris)
  • Robert Kopp (univ. Bâle)
  • Guillaume Navaud (CPGE, Paris)

Minuit sur le livre:

Ils l’ont attaquée, conspuée, condamnée, sous tous les prétextes, sous tous les régimes, avec les meilleures ou les pires intentions, pour de mauvaises raisons et parfois même pour de bonnes. Ils ont exilé les poètes, brûlé leurs livres – ou en ont simplement formulé le souhait. Voilà 2500 ans que la littérature est sujette à toutes les critiques et toutes les accusations de la part de philosophes et de théologiens, de prêtres et de pédagogues, de scientifiques et de sociologues, de rois, d’empereurs et même de présidents.
De Platon à Nicolas Sarkozy, ce livre fournit toutes les pièces de ce procès ahurissant, fait le portrait d’une incroyable galerie de grotesques et de ridicules, et retrace à sa manière une autre histoire de la littérature occidentale depuis les origines, pleine de bruit et de fureur, de bêtise, d’hypocrisie et d’ignorance, avec ses querelles et ses combats, ses défaites et ses triomphes, ses stratèges, ses traîtres et ses héros.
Avec la haine de la littérature se révèle la face cachée de l’histoire de la littérature – celle qui lui donne peut-être son sens véritable.

Ill.: Geoffrey Fairchild: It was a pleasure to burn.

500 Jahre Orlando furioso, Herausgabe mit Christian Rivoletti 2016

Ludovico Ariosto: 500° anniversario dell’Orlando furioso
Fascicolo monografico della rivista online «Romanische Studien» – Themenheft der Online-Zeitschrift Romanische Studien
Christian Rivoletti e Kai Nonnenmacher

[Call for papers]

Piano provvisorio del fascicolo / Vorläufiges Programm

Vista la grande affluenza e l’alta qualità delle proposte ricevute, abbiamo deciso di selezionare ben venti contributi che, nell’attuale organizzazione del fascicolo, si inseriranno all’interno di tre grandi sezioni tematiche.

Sull’interpretazione del testo / Zur Interpretation des Textes:

  • Corrado Confalonieri (Harvard University): Sul dorso della profezia dinastica: Rinaldo a Ferrara
  • Kirsten Dickhaut mit Mitarbeiterin (Universität Landau-Koblenz): Magie und Illusionsbildung im Orlando
  • Paul Geyer (Universität Bonn): Wie Ariost Dante parodiert
  • Susanne Goumegou (Universität Tübingen): „Fede“ und „tradimento“ in der Gabrina-Episode (OF XXI)
  • Paola Ugolini (University at Buffalo): Ariosto’s treatment of female chastity, and of the figure of Lucretia in the Furioso
  • Rotraud von Kulessa (Universität Augsburg): Zur Metareflexivität der Querelle des femmes in Ariosts Orlando furioso am Beispiel des Canto 37
  • Roberto Ubbidiente (HU Berlin): Vom „senno“ zum Sinn: Astolfos Mondreise als Inszenierung einer werkimmanenten Sinnstiftung zwischen Ironie, Desillusionierung und Moralismus
  • Marianna Villa (Università di Milano): Essere e apparire nel Furioso

Sulla ricezione europea nella letteratura, nel dibattito critico e nelle arti figurative / Zur europäischen Rezeption in Literatur, Literaturkritik und der Bildenden Kunst

a) Il Cinquecento / Das 16. Jahrhundert

  • Francesco Lucioli (Jean-Francois Malle Fellow, Villa I Tatti): Laura Terracina lettrice ed interprete dell’Orlando furioso
  • Debora Capparelli/David Nelting (Universität Bochum): La quadratura del cerchio – pluralità ariostesca e normatività poetica „con cui Romanzevolmente scriver si richieda“ (Pigna, Giraldi Cinzio)
  • Alice Spinelli (FU Berlin): Epos oder Roman? Gegenteilige Aufhebungsversuche von Ariosts Gattungshybridität in der frühen Übersetzungsgeschichte des Orlando Furioso
  • Kai Nonnenmacher (Universität Regensburg): Liberata und Furioso: Tassos Konfrontation mit Ariost
  • Martyna Urbaniak (Scuola Normale Superiore, Pisa): L’incanto del Furioso: la magia del poema e la sua tradizione iconografica nel Cinquecento
  • Clarisse Évrard (Université de Lille): Donne et cavalieri de l’Orlando Furioso, des êtres de papier aux figures peintes des credenze des Princes du XVIème siècle

b) Dal Seicento al Novecento / Vom 17. bis zum 20. Jahrhundert

  • Mauro Sarnelli (Università di Sassari): Tradizione classica e perturbationes animi nell’Alcina Prigioniera del Chiabrera
  • Christian Rivoletti (Universität Erlangen-Nürnberg): Voltaire und Ariostos Orlando furioso.
  • Monica Preti (musée du Louvre): Arioste selon Doré : entre imagination et mémoire
  • Thomas Petraschka (Universität Regensburg): „Das Buch war so schwer, daß ich es nur kniend lesen konnte, wie es sich gebührt“: Ernst Jünger liest Ariosts Orlando furioso
  • Diego Stefanelli (Università di Pavia): “Percorsi nella Ariostkritik della prima metà del Novecento tra Croce e Wölfflin”
  • Clara Allasia (Università di Torino): “Fabbricare un falso Ariosto […] costruendo false ottave”: l’Orlando Furioso di Edoardo Sanguineti fra travestimento e arte del montaggio.

Ill.: Gustave Doré, Orlando furioso

Geschichte der Romanistik

Rubrikherausgeberschaft

Rubrik Geschichte der Romanistik, in Romanische Studien
gemeinsam herausgegeben mit Prof. Dr. Ursula Bähler, Zürich.
Rubrikdarstellung:

„Die Rubrik Geschichte der Romanistik gliedert sich insbesondere in fachgeschichtliche Untersuchungen zur geschichtlichen Reflexion der Romanischen Philologie (die auch Gegenwart und Zukunftsplanung beinhalten kann), aber ebenso sollen Lektüren historischer Forschung und ihrer ideengeschichtlicher Kontexte bzw. ihrer Würdigung aus Sicht des aktuellen Forschungsstandes erscheinen, gerne auch in Verbindung mit einem Themenschwerpunkt in der Rubrik Sektionen.“

Romanistenlexikon

Auf der Domain der Romanischen Studien entsteht ab dem Jahr 2016 das Romanistenlexikon: Verzeichnis der im deutschen Sprachraum tätig gewesenen oder aus dem deutschen Sprachraum stammenden Romanistinnen und Romanisten von Frank-Rutger Hausmann (Freiburg) unter Mitarbeit von Kai Nonnenmacher und Alexander Kalkhoff (Regensburg) und in enger Kooperation mit dem Augsburger Romanistenarchiv (Werner Lengger). Geplant sind ca. 660 Einträge zu Leben und Arbeit der Forscher/innen.

Eigene Beiträge zur Fachgeschichte:

Artikel (Auswahl)

  • Form und Leben zwischen Positivismus und Idealismus, in: Romanische Studien 1 (2015), S. 171-190,
    http://romanischestudien.de/index.php/rst/article/view/19.
  • »Ernst Robert Curtius: Europäisierung historischer Topik oder französische Zeitgenossenschaft?«. In: »France-Allemagne au XXe siècle – la construction académique d’un couple. Les spécialistes universitaires de l’Allemagne et de la France au XXème siècle«, hrsg. von Michel Grunewald, Hans Jürgen Lüsebrink, Reiner Marcowitz u. Uwe Puschner, Bern, Peter Lang, 2012, http://tinyurl.com/p7xnm2t
  • »Karl Vossler et la littérature française«, in: France – Allemagne, regards et objets croisés. La littérature allemande vue de la France. La littérature française vue de l’Allemagne, hrsg. von Wolfgang Asholt u. Didier Alexandre, Tübingen 2011, http://tinyurl.com/q5bz862
  • Rezension von Alexander Kalkhoff, »Romanische Philologie im 19. und frühen 20. Jahrhundert: Institutionengeschichtliche Perspektiven.« Tübingen: Narr 2010 (Romanica Monacensia; 78), in: Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte, 2011.
  • »Totalitäre Sprachen 1968. Jean Pierre Faye zwischen Stéphane Mallarmé und Carl Schmitt«. In: Isabella von Treskow; Christian von Tschilschke (Hg.): 1968 / 2008. Revision einer kulturellen Formation. Tübingen 2008, S. 115-128. http://tinyurl.com/qzjm6rm

Unveröffentlichte Vorträge (Auswahl)

  • Juni 2015: »›E l’antico fu novo e il novo antico‹: Klassizismus und Moderne bei Gabriele D’Annunzio«, Tagung »Altertumswissenschaften in Deutschland und Italien im 19. und 20. Jahrhundert«, Zentrum für Klassikstudien, Universität Regensburg, 26. Juni, Programm
  • Juni 2015: »Hugo Friedrich und das ›Doppelgesicht‹ Giambattista Marinos«, Gastvortrag bei Prof. Dr. Scholler, Universität Mainz, 11. Juni 2015.
  • Februar 2013: »Die ›Verschiedenheit der Wesensmitte‹: Zur Vergleichbarkeit romanistischer und germanistischer Fachgeschichte«, Vortrag bei der Tagung »Wissenschaftsgeschichte und/oder Fachgeschichte? Aufgaben, Methoden und Desiderate der romanistischen Fachgeschichte« v. Prof. Wolfgang Asholt u.a., Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS), Freiburg vom 13.2. bis 15.2. 2013.
  • September 2011: »Les contextes dissemblables de la poésie pure en France, en Italie et en Allemagne«, colloque du groupe de recherche »Histoire des idées de littérature 1860-1940 (HIDIL)«, Florenz, 20.-22.9.

 

Michel Houellebecq: Soumission

Themenschwerpunkt in den Romanischen Studien 3 (Herbst 2015)

  1. Prof. Dr. Wolfgang Asholt (Osnabrück/Humboldt-Univ. Berlin): „Vom Terrorismus zum Wandel durch Annäherung: Houellebecqs Soumission
    Vorarbeiten:
    Wolfgang Asholt: „Die Rückkehr zum Realismus? Ecritures du quotidien bei François Bon und Michel Houellebecq“, in: Der französischsprachige Roman heute: Theorie des Romans – Roman der Theorie in Frankreich und der Frankophonie, hrsg. von Ottmar Ette und Andreas Gelz. Tübingen 2002.
    Wolfgang Asholt, Marc Dambre (Hg.): Un retour des normes romanesques dans la littérature française contemporaine. Paris 2011.
  2. Dr. Agnieszka Komorowska (Univ. Mannheim): „Zur differenten Rezeption von Houellebecqs Roman ‚Soumission‘ in Deutschland und Frankreich“
    Vorarbeiten:
    Herausgabe des Dossiers „Michel Houellebecq: Questions du réalisme d’aujourd’hui.“  S.6-95. In: Lendemains 142/143 (36. Jahrgang 2011) (zusammen mit Jörn Steigerwald).
    Introduction, Michel Houellebecq: Questions du réalisme d’aujourd’hui. In: Lendemains 142/143 (36. Jahrgang 2011), S. 6-17. (zusammen mit Jörn Steigerwald)
    Comment „restaurer les conditions de possibilité de l’amour“? La représentation des émotions dans Les particules élémentaires de Michel Houellebecq. In: Lendemains 142/143 (36. Jahrgang 2011), S. 32-49.
  3. PD Dr. Kai Nonnenmacher: „Soumission als Conversion – Houellebecq und Huysmans. Religion im französischen Gegenwartsroman“
    Vorarbeiten:
    Habilitationsprojekt Objektive Religion

Abb.: Olivier Ortelpa, Paris rally in support of the victims of the 2015 Charlie Hebdo shooting, 11 January 2015, Paris, Place de la Republique.

Friedrich Melchior Grimm

Kai Nonnenmacher: „Der weiße Tyrann aus Regensburg,
Aufklärer und Diplomat: Friedrich Melchior Grimm“, in: Kleine Regensburger Literaturgeschichte, hrsg. v. R. Barbey, Regensburg, Pustet 2014, S. 177-183. http://tinyurl.com/ohahl2h

Kai Nonnenmacher: Betreuung Zulassungsarbeit Fr. C. Reintgen: „Friedrich Melchior Grimm und die deutsch-französische literarische Kommunikation“, Univ. Regensburg, 2014.

Kai Nonnenmacher: Hauptseminar »Literarische Öffentlichkeit zwischen Aufklärung und Romantik«, Univ. Regensburg, Wintersem. 2015/16

Kai Nonnenmacher: VortragGrimm&Diderot „Les ‚Correspondances‘ de Friedrich Melchior Grimm“, Vortrag in französischer Sprache bei der Tagung Correspondances et critique littéraire, Org. F. Meier, B. Diaz, J. Anselmini, Universität Göttingen, November 2016.

Kai Nonnenmacher: Vortrag in frz. Sprache: „La critique littéraire dans la Correspondance littéraire“, internat. Fachtagung Friedrich Melchior Grimm: pensée, réseaux et génie médiatique du philosophe européen de Ratisbonne, organisiert von Jonas Hock und Kirill Abrosimov, 16.–17. Juni 2017.

Jonas Hock: Vortrag „Friedrich Melchior Grimms ‚Correspondance littéraire‘: literarische Öffentlichkeit im Mantel der Diplomatenpost“, Tagung L’art de la civilité épistolaire de Gellert à Günter Grass: la lettre entre espace intime et sphère publique, Tagungsprogramm

Jonas Hock: Rezension von Kirill Abrosimov, Aufklärung jenseits der Öffentlichkeit. Friedrich Melchior Grimms „Correspondance littéraire“ zwischen der République des lettres und den europäischen Fürstenhöfen, Francia, Beiheft 77 (Ostfildern, 2014), in: Romanische Studien 2 (2015).

Jonas Hock und Kirill Abrosimov: Internat. Fachtagung Friedrich Melchior Grimm: pensée, réseaux et génie médiatique du philosophe européen de Ratisbonne, 16.–17. Juni 2017.

Dante extra muros. Exil als Voraussetzung politischen Denkens der Stadt

Kai Nonnenmacher: „Dante extra muros. Exil als Voraussetzung politischen Denkens der Stadt“, Int. Jahrestagung des Forums Mittelalter Die bewegte Stadt. Migration, soziale Mobilität und Innovation in vormodernen Großstädten, Regensburg, 13.–15.11.2014, http://www.forum-mittelalter.de

Die bewegte Stadt. Migration, soziale Mobilität und Innovation in vormodernen Großstädten
Veranstalter: Forum Mittelalter der Universität Regensburg; in Kooperation mit dem Themenverbund „Urbane Zentren und europäische Kultur in der Vormoderne“

In der aktuellen Forschung spielen die Stichworte der Mobilität und des Innovationspotenzials eine zentrale Rolle bei der Funktionsbestimmung moderner Metropolen. Auf die medialen, technologischen und sozialen Bedingungen der Antike, des Mittelalters und der Frühneuzeit übertragen, ergeben sich in dieser Perspektive neue Anfragen an die vormoderne Urbanität und Metropolität: Soziale Mobilität unterlag in der Vormoderne scharfen rechtlichen und sozialen Regeln. Welche Rolle spielten die urbane Lebensform und das Vorbild der großen urbanen Zentren dabei, diese Regeln umzuformulieren? Mit welchen Methoden lassen sich Migrationsbewegungen und demographischer Wandel in der Vormoderne bestimmen? Wie schlägt sich Migration und soziale Mobilität in der urbanen Topographie nieder?

Programm

Donnerstag, 13. November 2014

 

19.00 Uhr Eröffnung der Jahrestagung
Einführung: Jörg Oberste, Sprecher des Forums Mittelalter und des Themenverbunds „Urbane Zentren“
Grußwort: Christoph Wagner, Vizepräsident der Universität Regensburg

Eröffnungsvortrag: Peter Herz, Alte Geschichte, Universität Regensburg
Zuwanderung und soziale Mobilität im kaiserzeitlichen Ostia

Freitag, 14. November 2014

9.00 Uhr Elena Köstner, Regensburg
Sozialer Aufstieg im spätrepublikanischen Rom am Beispiel der „homines novi“

9.45 Uhr
Johannes Fouquet, Heidelberg
Zum Schmuck der Stadt gebaut – Private Munifizenz und soziale Mobilität im frühkaiserzeitlichen Korinth und Sparta

10.30 – 11.00 Uhr: Kaffeepause

11.00 Uhr
Neville Morley, Bristol/GB
The Decline of Urbanism in the Late Roman West

11.45 Uhr
Maria Selig, Regensburg
Migrationsbewegungen in mittelalterlichen Großstädten (Rom, Paris)

14.00 Uhr Sandro Carocci, Rom/IT
Studying Social Mobility in Late Medieval Italy (13th-14th Centuries)

14.45 Uhr Roman Czaja, Toruń/PL
Die Mobilität der Führungsgruppen in den Ostseestädten (14.-16. Jh.)

16.00 Uhr Dennis Hormuth, Kiel
Immigranten als selbstverständlicher Teil der politischen und gesellschaftlichen Eliten Rigas – Ein Hindernis für sozialen Aufstieg in der Stadt?

16.45 Uhr Christian Jörg, Trier/Saarbrücken
Herausforderungen und Innovationen. Die Hungersnöte des Spätmittelalters und die Einführung städtischer Korngroßspeicher im nordalpinen Reichsgebiet

19.00 Uhr: Führung im document Niedermünster

Samstag, 15. November 2014

9.00 Uhr Christoph Dartmann, Münster
Das Meer beherrschen? Zur Organisation des Genueser Kolonialreichs am Mittelmeer

9.45 Uhr Kai Nonnenmacher, Regensburg
Dante extra muros. Exil als Voraussetzung politischen Denkens der Stadt

10.30 – 11.00 Uhr: Kaffeepause

11.00 Uhr Kerstin Schlögl-Flierl, Regensburg
Die Bußbewegung der Bianchi im Italien des Spätmittelalters: Unterwegs im Auftrag der Geißelung – Mobilität und bußtheologische Innovation

11.45 Uhr Philipp Strobl, Bratislava/SK, Innsbruck/AT
„Going Global“: Amsterdam und London als vormoderne Zentren der Weltwirtschaft im Jahr 1600

12.30 Uhr Richard Nemec, Bern/CH
Tradition, Innovationen oder Rückständigkeit? Medialitätsstrategien der eidgenössischen städtischen Eliten in der Frühen Neuzeit (Berner Rathaus und Münster)

Ill. Domenico Peterlini (attribuito): Dante in esilio, ca. 1860

Ludovico Ariosto: 500 Jahre Orlando furioso

Ludovico Ariosto: 500 Jahre Orlando furioso
Themenschwerpunkt 2016 der Romanischen Studien
hrsg. von Christian Rivoletti und Kai Nonnenmacher

Ludovico Ariosto:
500° anniversario dell’
Orlando furioso

“Tra tutti i poeti della nostra tradizione, quello che sento più vicino e nello stesso tempo più oscuramente affascinante è Ludovico Ariosto, e non mi stanco di rileggerlo. […] egli ci insegna come l’intelligenza viva anche, e soprattutto, di fantasia, d’ironia, d’accuratezza formale, come nessuna di queste doti sia fine a se stessa ma come esse […] possano servire a meglio valutare virtù e vizi umani. Tutte lezioni attuali, necessarie oggi, nell’epoca dei cervelli elettronici e dei voli spaziali.”
Italo Calvino, “Tre correnti del romanzo italiano d’oggi” (1960), Saggi 19451985, a cura di M. Barenghi (Milano, 1995), 75.

Da allora l’Orlando Furioso ha attraversato i secoli suscitando sia in Italia, sia a livello internazionale letture e interpretazioni sempre nuove.

In Germania, dopo aver contribuito alla formazione della lingua poetica del Barocco attraverso la traduzione di Diederich von dem Werder, l’opera di Ariosto ha conosciuto una stagione di straordinaria intensità a partire dalle imitazioni di Christoph Martin Wieland sino alle teorie dei romantici e alla geniale sintesi operata da Hegel nell’Estetica. In questo periodo nasce anche la traduzione in versi di Johann Diederich Gries, capolavoro forse sino ad oggi insuperato. Negli ultimi cinquant’anni una ricca e importante produzione di studi di alta qualità scientifica in lingua tedesca ha mantenuto vivo l’interesse per questo capolavoro.

. Verranno prese in esame proposte relative sia, in particolare, alla riflessione sul poema in ambito germanofono, sia più in generale ai grandi temi e agli aspetti che caratterizzano l’opera.

Ecco alcuni dei temi che potranno essere oggetto dei contributi:

  • la riflessione critica germanofona sull’Orlando furioso;
  • aspetti della ricezione letteraria, figurativa e musicale in Germania e/o in Europa;
  • analisi di singoli episodi, personaggi o motivi;
  • rapporto con i modelli (poesia classica, epica medievale e rinascimentale, Dante, novellistica, ecc.);
  • rapporto tra cristiani e pagani, tema della guerra di religione;
  • la figura femminile nell’Orlando furioso;
  • ruolo e funzioni dell’ironia / del fantastico;
  • analisi di aspetti narratologici del testo;
  • il problema del genere letterario;
  • analisi di aspetti linguistici e/o stilistici;
  • il rapporto tra il testo e il contesto storico-politico;
  • la biografia di Ariosto e il suo rapporto con il testo.

I curatori prenderanno in considerazione eventuali temi (anche al di fuori di quelli indicati) proposti dai singoli autori.

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Die neuen Kriege im europäischen Gegenwartsroman


Herfried Münkler skizziert bereits in seinem Buch Die neuen Kriege (2002), wie unscharf der Versuch bleiben muss, sie von National-, Welt- oder Kolonialkriegen zu trennen, die Gewalt ist in den neuen Kriegen willkürlich, privatisiert und kommerzialisiert geworden und richtet sich häufig asymmetrisch gegen die Zivilbevölkerung, ähnlich schwierig ist es festzustellen, wann sie überhaupt beendet sind (vgl. BPB). Mit der Verabschiedung der klassischen Staatskriege sind neue Akteure, räumlich-zeitliche Dramaturgien, aber auch neue Narrationen entstanden, und die vorliegende Ausschreibung geht von der These aus, dass die europäische Erzählliteratur der Gegenwart hierauf reagiert und die Kriege als Schauplatz, Medieninszenierung oder beiläufigen Hintergrund, mit einem je wechselnden Verhältnis von ästhetischem und politischem Interesse, ggf. auch nur als traumatisierenden Vorlauf ihrer Figuren nimmt. Nicht unbedingt im Fokus der Ausschreibung stehen Filme oder journalistische Texte zu den neuen Kriegen. In Einzelfällen sind auch transatlantische Erzähltexte (z.B. Kanada, USA) zur Untersuchung möglich, komparatistische Zugänge sind willkommen.

Kriege und Krisengebiete interessieren die Erzähler auch als Gegenstand einer sich auf Recherche stützenden, ihren Realismus betonenden Literatur. Beispiele sind: Ost-Ukraine, Syrien, Nigeria, ‚Islamischer Staat‘, aber auch der Afghanistankrieg, der eine eigene Gattung hervorgebracht hat, den Afghanistanroman – der Terminus ist 2011 in der deutschen Presse zunächst für Kurbjuweits Kriegsbraut in Gebrauch gekommen (J. Encke in F.A.Z., 13.3.2011) und wird seither auch für andere Romane der Thematik benutzt. So betont Jauer, Jonathan Littells Roman über den Holocaust sei in nuce ein Roman über alle Kriege der Gegenwart, wie eben Afghanistan. Die neuen Kriege sind aus romanistischer, germanistischer bzw. komparatistischer Perspektive je in Kontexte nationalpolitischer Debatten zu stellen. Mit dem Afghanistankrieg bspw. beginnt in deutscher Perspektive zwischen 2001 und 2014 eine neue Form außenpolitischen Engagements der Kriegsbeteiligung der Bundeswehr. Insofern ist auch die kontrastive Sicht auf die historischen Unterschiede der Kriege bzw. auf verschiedene nationale Perspektiven bei der Bewertung dieser Kriege hinzuweisen. Exemplarisch für relevante Texte werden Afghanistanromane unten aufgelistet.

Mögliche Aspekte sind etwa:

– (De-)Konstruktion der Spezifizität ‚neuer‘ Kriege;
– Medien- und Gewaltdarstellung;
– Terrorismus und politische Aussagen;
– Männlichkeit und Heroismus;
– Verbindung einer Poetik des Realismus mit Krieg und Krisengebiet;
– Kriegsschauplätze (z.B. Afghanistan) als Exempel von Reiseliteratur und ethnologischer Beobachtung bzw. Naturbilder;
– Migration;
– nationales Erinnern im Vergleich zu je anderen Kriegsromanen;
– Erinnerung und Trauma der Kriegsheimkehrer etc.

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Die sprachliche Formierung der politischen Moderne: Spätmittelalter und Renaissance in Italien

Die sprachliche Formierung der politischen Moderne:
Spätmittelalter und Renaissance in Italien
,
hrsg. von Oliver Hidalgo und Kai Nonnenmacher, Wiesbaden: Springer VS, 2015 (= Politisches Denken und literarische Form; 1), ISBN 978-3-658-08049-5
Verlagsseite | Bibliotheksbestand

Exposé

Das auf vier Bände angelegte interdisziplinäre Projekt „Politisches Denken und
literarische Form“ untersucht den konstitutiven Zusammenhang zwischen politischen Ideen und ihrer sprachlich-literarischen Form. Im Fokus steht der Nexus zwischen politischer Theoriebildung und ästhetisch-poetischen Strukturen sowie politischen und sprachlichen Paradigmenwechseln im Rahmen der modernen europäischen Geistesgeschichte.

Der erste Band folgt einer Kardinalthese der Cambridge School of Intellectual History und verortet die begriffliche Geburt der Moderne in Italien zwischen Spätmittelalter und Renaissance (v. a. bei Dante, Marsilius, Machiavelli, Guicciardini). Nachgezeichnet wird, wie sich bevorzugt im politischen Diskurs der Stadt Florenz ein Vokabular herausbildete, das die Ideen der Autonomie und Gestaltbarkeit des Gemeinwesens gegen die Vorstellungen religiöser Vorsehung etablierte.

Inhalt

Inhaltsverzeichnis pdf

Einleitung: Das politische Vokabular in Italien zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert
Oliver Hidalgo und Kai Nonnenmacher

Teil I Strategien und Textualität politischen Denkens im italienischen Spätmittelalter

Die Entwicklung politischer Theorie im Mittelalter
Jürgen Miethke

Kommentar und Inanspruchnahme: Die Politik des Aristoteles im Werk des Thomas von Aquin
Rolf Schönberger

Politische Begriffe und Ideale in Brunetto Latinis Rhetorik
Johannes Bartuschat

Zum Verhältnis von Poesie, Politik und Metaphysik bei Dante
Thomas Klinkert

Dantes Päpste. Die „Commedia“ und der kirchenkritische Diskurs des späteren Mittelalters
Jörg Oberste

Wandlungen des Theologisch-Politischen und die sprachliche Geburt der Moderne – Dante Alighieri, Marsilius von Padua, Niccolò Machiavelli
Oliver Hidalgo

Teil II Politische Ideen und literarische Formen auf dem Weg zur Moderne

Dialog als Lebensform – Literarische Verständigungsdiskurse bei Petrarca, Bracciolini, Pico della Mirandola und Giannotti
Alexander Thumfart

Machiavellis realistischer Fürstenspiegel – Il Principe als Appell an den Ehrgeiz
Frauke Höntzsch

„Avvertite a non vi ingannare ne’ tempi“. Modellierungen der Zeit in Guicciardinis politischen Schriften
Barbara Kuhn

Kein Ort, nirgends – Aporien frühaufklärerischer Kritik bei Radicati di Passerano
Gisela Schlüter

Von der Diktion zur Debatte. Rhetorik in Quentin Skinners Forschungsprogramm
Kari Palonen

From Unity to Fragmentation. The Metamorphosis of Political Philosophy, History and Memory
Csilla Kiss

Neue Rubrik der Romanischen Studien: Balzac-Lektüren

« Lectures de Balzac » : rubrique régulière, dir. par Reto Zöllner et Kai Nonnenmacher, dans la revue Romanische Studien

Renouant avec la sérialité et l’ambition totalisante qui caractérise l’œuvre balzacienne, nous proposerons ici une lecture, fil à fil, roman par roman, de l’énorme réseau de La Comédie humaine. Au grand panorama de cette opus magnum s’il en est, notre but est de répondre par une vue panoptique sur l’ensemble de ses constituants. Les interprétations de spécialistes allemands et français formeront autant de mosaïques – métaphore chère à Balzac – qui (re)composent finalement cette totalité kaléidoscopique. L’idée de ce projet est que les approches s’éclaircissent mutuellement, non par la chronologie des romans balzaciens, mais par leur cohérence structurale et poétique.

Attentives aux marques qui permettent de passer d’un texte à l’autre, les contributions, centrées sur les méthodes du close-reading, se veulent des analyses de textes se fondant sur un roman à choix, sans pour autant négliger l’ouverture de chacun de ces romans. À la fois un seuil et un carrefour à voies multiples, un texte balzacien permet en effet, par sa porosité même, d’avoir accès à un ou plusieurs autres.


Textes prévus pour l’année 2015/16

Illustration: timbre (env. 1940), « POUR LES CHOMEURS INTELLECTUELS »

Sektion „Boccaccio und die Frauen“

Boccaccio and Women

We invite proposals for articles about Boccaccio and Women. Comparative and interdisciplinary approaches are welcome.

It is not only about medieval gender studies, but in a broad perspective about debating the role of women in the work of Giovanni Boccaccio:

  •  e.g. the female members of the Brigata and the female characters in the Decameron,
  • the biographies of famous women in De mulieribus claris,
  • women or subjects like Fiammetta/Maria d’Aquino,
  • misogyny/love discourse in Corbaccio,
  • Biancifiore in Filocolo,
  • Emilia in Teseida or
  • Cressida in Filostrato,
  • the nymphs in La caccia di Diana and Ninfale fiesolano,
  • love poetry in the Rime etc.

The texts will be published as a special journal issue of Romanische Studien, a new German reviewed Online-Journal of Romance Studies. Articles may be published in English, German, Italian and any other of the Romance languages.

Abbildung: John William Waterhouse, A Tale from Decameron, 1916, Lady Lever Art Gallery, Liverpool.

Habilitation „Objektive Religion“

Abgeschlossenes Habilitationsverfahren, Dezember 2012

Publikationen aus dem Umfeld

  • »Ici-bas. La modernité de de François Mauriac«. In: Littérature et christianisme. L’esthétique de François Mauriac. Hrsg. von Laurent Déom und Jean-François Durand. Paris: L’Harmattan 2005. S. 199-217.
  • »Religiöse Praktiken und literarische Moderne. Das Beispiel Luigi Pirandellos«. In: Zentrum und Peripherie: Pirandello zwischen Sizilien, Italien und Europa. Hrsg. von M. Rössner und Th. Klinkert, Berlin 2006, S. 115–135.
  • »›Le Christ va redevenir citoyen français.‹ Katholizismus als das Andere der Republik.« In: D. Risterucci-Roudnicky / B. Sändig, Literarische Gegenbilder der Demokratie, Frankfurt am Main 2005.
  • »Philologische Praxis zwischen Moralismus und Ästhetizismus«. In: Ursula Bähler (Hg.): Ethik der Philologie. Beiträge des Frankoromanistentags (Freiburg 2004). Berlin 2006, S. 83–110.
  • »Stahl und Gold. Regulierung der Sinne und Wissenschaftsreligion bei Rimbaud«. In: Thorsten Greiner; Hermann H. Wetzel (Hg.): L’invention de l’inconnu. Science et imagination chez Rimbaud. Würzburg 2007.

Vgl. auch Themenschwerpunkt Houellebecq, La Soumission

Abbildung: Charles Léandre, Karikatur aus Le Rire, „Séparation de l’Eglise et de l’Etat“, 20. Mai 1905. (Public Domain)

Dissertation: „Das schwarze Licht der Moderne“

Inhalt

Inhaltsverzeichnis

Homer, Milton, Ossian: Die Ästhetikgeschichte der Blindheit betrifft visuelle Modernität in ihrem Kern. Dies wird für Frankreich und für Deutschland zwischen 1750 und 1850 gezeigt: Das „schwarze Licht“ eines Sehens, das nicht im Gesehenen aufgeht, schafft eine mächtige Gegenerzählung zu triumphalischen Aufklärungsphantasmen und zur verwissenschaftlichten Objektivierung des Blicks. Die Negation des menschlichen Königssinnes gerät immer deutlicher zur Selbstbegründungsstrategie des Ästhetischen.

Das Korpus führt in drei Schritten eine Genealogie ästhetischer Strategien der visuellen Negativität vor: von der sensualistischen Erkenntniskritik des Starstich-Experiments über die idealistische Verschränkung von Nicht-Sein und positiviertem Sein in der Figur des blinden Sängers bis zum transitorisch gebrochenen Blick der Avantgarde.

Diskutiert werden philosophische Modelle von Holbach und Herder bis zum Deutschen Idealismus. Neben zwei umfangreicheren Kapiteln zur Blindheit bei Diderot und bei Jean Paul sind u.a. Blindentexte von Rousseau, Chateaubriand, Hugo, Nerval, Gautier und Baudelaire ausgewählt. Der Blinde gerät ebenso zum Zeichen eines verlorenen metaphysischen Blicks wie zur Projektionsfläche des autonom gewordenen Scheins. Über die Negativität des Sehens wird die säkulare Selbstsakralisierung der Poesie um 1800 schließlich gegen 1900 auf die Photographie als Kunstform übertragen.

Förderung und Preise

  • Entstanden dank der Förderung der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg,
  • der Hermann Lenz-Stiftung und publiziert dank der
  • Druckkostenunterstützung der Kurt Ringger-Stiftung.
  • Preis der Stiftung Kommunikations- und Medienwissenschaften
  • Mai 2010: Verleihung des Hugo Friedrich und Erich Köhler-Forschungspreises für Romanische Literaturwissenschaft (Univ. Freiburg im Breisgau)

Rezensionen

— Maximilian Bergengruen, in: Germanistik, Band 48/Heft 3-4 (2007)
— Elsbeth Dangel-Pelloquin, in: Jahrbuch der Jean Paul-Gesellschaft 42 (2007), S. 167-172.

Abbildung (Creative Commons)